Griechische Inseln sollen bereits alle Einheimischen gegen das Coronavirus durchgeimpft haben. Die «coronafreien» Inseln locken auch Schweizer Touristen an.
Coronavirus Griechenland
Menschen geniessen die Sonne am Strand von Athen. Bald soll der Tourismus auch auf den vom Coronavirus «befreiten» Inseln so richtig ins Rollen kommen. - AP

Das Wichtigste in Kürze

  • Griechische Inseln werben mit einer durchgeimpften Bevölkerung für den Tourismus.
  • Touristen müssten sich an den «coronafreien» Ferienorten keine Sorgen machen.
  • Das Konzept scheint aufzugehen: Die Nachfrage für Griechenland-Ferien ist vorhanden.

Kleine weisse Häuschen reihen sich aneinander. In der Luft liegt der Duft von frisch grilliertem Fisch und in der Ferne brechen die Wellen an den Felsklippen. Im Sommer 2021 soll die ganze Szenerie wieder ohne Schutzmaske über die Bühne gehen. So stellen sich dies zumindest die Einwohner zahlreicher griechischer Inseln vor.

Nur Touristen tragen Schutzmasken

«Unsere Insel ist eine coronafreie Zone», sagte der Bürgermeister der griechischen Insel Fourni diese Woche gegenüber SRF. Die gesamte Bevölkerung – auf Fourni gerade einmal 700 Menschen – haben bereits die schützende Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Masken würden hier nur noch Touristen tragen, sagt Bürgermeister Dimitri Karydis.

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Die griechische Inselgruppe Fourni wurde ausreichend mit Corona-Impfstoff versorgt. - Screenshot SRF

Auch 68 andere kleine Inseln, mit weniger als 1000 Einwohnern, haben diese vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das Privileg sei sowohl gesundheitlich wie auch wirtschaftlich begründet. «Die kleinen Inseln haben keine Krankenhäuser. Deswegen müssen wir deren Bewohner schützen», sagt der Impfverantwortliche Nikolaos Stefanis.

Keine Ansteckungen, kein Coronavirus mehr. Die Vorstellung klingt verlockend. Kommen Sonne und Strand hinzu und fällt das Coronavirus weg, schlägt bei manch einem Ferientechniker das Herz höher.

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Griechenland wirbt mit «coronafreien» Inseln um Touristen. - Pexels

Genau damit werben die griechischen Inseln nun. Ohne Sorge vor einer Ansteckung sollen die Touristen ins Land reisen. Und damit die Wirtschaft retten.

Trotz Coronavirus: Griechischer Plan scheint aufzugehen

Griechenlands Vorhaben ist auch dem Reiseanbieter Hotelplan bekannt. Das Land gilt in diesem Jahr – wie fast jeden Sommer – als Topdestination. Dies sagt Mediensprecherin Bianca Gähweiler auf Anfrage von Nau.ch.

«Griechenland gehört zu unseren beliebtesten Sommer-Reisezielen. Das Niveau der Buchungen liegt aktuell noch tiefer als 2019», so Bianca Gähweiler. Allerdings ist eine Stabilisierung in Sicht.

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Die griechische Insel Skopelos. - Keystone

Auf den grossen Inseln wie Kos, Rhodos oder Kreta ist die Bevölkerung noch nicht vollständig durchgeimpft. Kleinere Inseln dürften in diesem Jahr aber an Beliebtheit gewinnen, da sie keinen grossen Touristenansturm generieren. Auf den Inseln gebe man alles, um die Touristen wieder ins Boot zu holen.

Grosses Interesse, zögerliche Buchungen

So würden etwa Koffer bei der Ankunft im Hotel desinfiziert, wie Gähweiler erzählt. «Griechenland ist stark abhängig vom Tourismus, daher ist der Effort in diesem Bereich besonders gross.» Am 15. Mai eröffnet Griechenland offiziell die Urlaubssaison.

Die Reiselust sei deutlich zu spüren, sagt Gähweiler. «Die Kundschaft in unseren Filialen nimmt zu.»

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Wie vor Ausbruch des Coronavirus: Touristen sitzen in Griechenland auf einer Restaurant-Terrasse. - Keystone

«Der Traffic auf unserer Website hat in den letzten anderthalb Monaten ebenfalls deutlich zugenommen», sagt Gähweiler. Allerdings hielten sich die Interessenten mit Buchen immer noch zurück. Sinnvoll sei eine Buchung frühestens zwei Wochen vor Abflug.

Impfausweis als Freipass

Ähnlich sieht es bei «DER Touristik Suisse» aus. «Für die Sommer- und Herbstferien besteht definitiv ein Interesse bei unseren Kundinnen und Kunden», erklärt Mediensprecherin Laura Zygmunt. Derzeit sei die Nachfrage noch gering, da Griechenland auf der Risikoliste des BAG steht. In den kommenden Monaten dürften die Nachfrage und kurzfristige Buchungen aber zunehmen.

Zygmunt geht davon aus, dass die grossen Inseln wie Rhodos oder Kos wieder hoch im Kurs stehen werden. «Andere beliebte Destinationen sind momentan die Dominikanische Republik und die spanischen Inseln.» Auch Ägypten würde sich anbieten. Das Land steht derzeit aber ebenfalls auf der Quarantäneliste.

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Touristen auf Zypern müssen bei der Einreise einen aktuellen Impfausweis vorweisen. - Keystone

Viele Feriendestinationen seien derzeit bestrebt, die Impfungen gegen das Coronavirus voranzutreiben. Es gebe aber auch andere Vorgehensweisen, um den Tourismus wieder anzukurbeln, erklärt Zygmunt.

Möchten Sie auf eine «coronafreie» Insel reisen?

«Ein Beispiel hierfür ist Zypern: Ab dem 10. Mai können vollgeimpfte Personen mit gültigem Impfausweis aus ausgewählten Ländern (auch aus der Schweiz) ohne Einreisebeschränkungen aufgrund der Pandemie einreisen.»

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