Formel 1 – Sainz staunt: Red Bull «einen klaren Schritt voraus»?
Red Bull setzt 2026 erstmals einen eigenen Motor in der Formel 1 ein. Und der sorgte beim Test-Auftakt in Bahrain bei der Konkurrenz für Erstaunen. Aber warum?

Das Wichtigste in Kürze
- Hat ausgerechnet Motoren-Debütant Red Bull beim Antriebsstrang einen Vorteil gefunden?
- Die Konkurrenz staunt nach dem ersten Testtag in Bahrain über den neuen Verstappen-Renner.
- Mercedes-Teamchef Toto Wolff spricht gar von einem Vorteil von einer Sekunde pro Runde.
Seit Mittwoch testet die Formel 1 nun auch offiziell: Nach dem privaten «Shakedown» hinter verschlossenen Türen in Barcelona wird diese Woche in Bahrain gefahren. Und anders als beim Auftakt in Spanien gibt es nun offizielle Rundenzeiten, Distanzangaben und sogar Live-Übertragungen.
Und prompt sorgte Vierfach-Weltmeister Max Verstappen beim Test-Start am Mittwoch für Aufsehen. Denn auf den Geraden war der Holländer im RB22 teilweise mit deutlich mehr Power unterwegs als die Konkurrenz. Das Energie-Management – wohl ein entscheidender Erfolgs-Faktor mit dem neuen Reglement – wirkte überlegen.

Williams-Pilot Carlos Sainz zeigte sich von seinem ehemaligen Teamkollegen entsprechend beeindruckt. «Es ist noch sehr früh», warnte der Spanier nach dem ersten Bahrain-Testtag der Formel 1. «Aber nach den GPS-Daten von gestern wirkt es, als wäre Red Bull einen klaren Schritt voraus. Keinen kleinen Schritt, sondern einen deutlichen.»
Wolff: Red Bull «eine Sekunde pro Runde» voran?
Aufgefallen war der Vorteil, weil Verstappen in langsamen Kurven bis in den ersten Gang herunterschaltete. Dadurch drehte der V6-Turbo-Antrieb im Heck des RB22 höher als bei der Konkurrenz. Das kostet in der Bremsphase zwar Stabilität, speist aber zugleich mehr Leistung in die Batterien. Und die kann Verstappen dann auf den Geraden abrufen.

Dieses Energie-Management wird 2026 entscheidend, denn der Hybrid-Anteil liefert neu die Hälfte der Leistung. Und hier soll Red Bull klar im Vorteil sein. «Die schaffen es irgendwie, deutlich mehr Energie einzusetzen als die anderen. Wir sprechen hier von einem Zeitgewinn von einer Sekunde pro Runde», so Mercedes-Boss Toto Wolff.
Politisches Kalkül oder echtes Lob?
Dass Mercedes gerade jetzt auf einen Motoren-Vorteil bei Red Bull verweist, kommt nicht von ungefähr: Die Silberpfeile laufen Gefahr, vor dem Saison-Auftakt in Australien auf Motoren-Seite eingebremst zu werden. Denn der Kompressions-Trick, über den seit Wochen diskutiert wird, dürfte unter dem Druck der Konkurrenz noch vor dem ersten Rennen verboten werden. Gut möglich also, dass Mercedes hier auch das Augenmerk vom eigenen Antrieb ablenken möchte ...
Neuer Red-Bull-Motor lässt die Formel 1 staunen
Zumal Red Bull beim Debüt als Motoren-Hersteller am Mittwoch einen problemlosen Tag abspulen konnte. Auch das nötigt der Konkurrenz einiges an Anerkennung ab. «Sie bauen unter neuen Regeln einen völlig neuen Motor mit neuen Leuten. Wenn sie beim ersten Rennen der schnellste und zuverlässigste Motor sind, muss man Respekt zollen», so Sainz.

Der Spanier hat sich die GPS-Daten von Verstappen genau angesehen. Er sieht «den Schlüssel zu diesem neuen Reglement» im perfekten Einklang zwischen Kurven-Speed und Energie-Gewinnung. «Red Bull scheint das perfekt miteinander integriert zu haben, ohne dass der Fahrer Kompromisse eingehen muss», lobt der Williams-Pilot.
















