Formel 1 – Neue Dokumente: So vernetzt war Epstein mit der F1-Elite

Mathias Kainz
Mathias Kainz

USA,

Die jüngste Tranche der «Epstein Files» betrifft auch die Formel 1. Das Netzwerk des Pädo-Menschenhändlers erstreckte sich bis in die Grand-Prix-Szene.

Formel 1 Jeffrey Epstein
Lawrence Stroll, Flavio Briatore, Jean Todt, Bernie Ecclestone, Mohammed Ben Sulayem – Grössen der Formel 1 mit Verbindungen zu Jeffrey Epstein. - Bilder: keystone / Komposition: Nau.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Netzwerk von Jeffrey Epstein erstreckte sich auch bis in die Formel 1.
  • FIA-Präsidenten, Team-Besitzer, F1-Zampano Ecclestone – alle tauchen in den «Files» auf.
  • Womöglich wurden Rennen der Königsklasse sogar als «Umschlagplatz» genutzt.

Dass der verstorbene Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auch Kontakte in die Formel 1 hatte, ist keine Überraschung. Schon die ersten Veröffentlichungen aus den Epstein-Akten belegten diese Verbindung. Das «kleine schwarze Buch» des Pädo-Menschenhändlers beinhaltete die Namen einiger wichtiger F1-Funktionäre.

Was hältst du von der Veröffentlichung der Epstein-Akten?

Mit den neuesten Veröffentlichungen am vergangenen Freitag kam neues Licht in Epsteins Verbindungen zur Formel 1. Vor allem ein Name taucht wiederholt auf – und das in bedenklichem Kontext: Aston-Martin-Eigentümer Lawrence Stroll und seine Frau Claire-Anne waren offenbar in engem Kontakt mit Epsteins Netzwerk.

Gutes Verhältnis von Epstein und Stroll

Claire-Anne Stroll schrieb im Februar 2002 etwa an Ghislaine Maxwell: «Ich war entzückt über euren Besuch auf Mustique», eine Insel-Villa im Besitz von Stroll. «Schade, dass wir euren ‹Piraten-Schatz› von ‹Little Saint Jeff› nicht entdecken konnten. Danke für das tolle Foto von Lawrence und Chloe (Tochter, Anm.)!»

In einer weiteren E-Mail – diesmal von Jeffrey Epstein selbst – wird direkt Bezug auf Lawrence Stroll genommen. Ein geschwärtzter Absender schreibt Epstein: «Treffe mich mit Freunden zum Dinner in Miami, einer bringt Lawrence Stroll mit. Seid ihr noch Freunde? War da nicht mal was, weswegen er eine Weile nicht in die USA durfte?»

Jeffrey Epstein Lawrence Stroll
Jeffrey Epstein und Aston-Martin-Eigentümer Lawrence Stroll waren Freunde. - justice.gov

Epstein schreibt zurück: «Habe ihn weine Weile nicht gesehen, aber er hat sich mit Michael Kors gut gemacht», schreibt Epstein. Stroll hatte damals mit dem Sportswear-Unternehmen grossen Erfolg. Und das Einreise-Verbot in die USA sei «wegen eines Steuer-Problem» gewesen, mutmasst Epstein.

Lawrence Stroll Jeffrey Epstein
Lawrence Stroll steht auf der Gästeliste für eine Epstein-Party. - justice.gov

An anderer Stelle scheint Stroll zudem als Gast bei einer mutmasslichen Party zuhause bei Epstein auf. In der Konversation zwischen Maxwell und einem unbekannten Gast heisst es zudem: «Du solltest wissen: Die Leute, die neben meinen Angestellten servieren werden, sind fünf Models.»

«Spass» mit Jean Todt, Formel 1 als Umschlagplatz?

Auch der frühere Ferrari-Teamchef und spätere FIA-Präsident Jean Todt taucht in den Epstein-Akten auf. «Es war nett, dich durch unseren gemeinsamen Freund Terje kennenzulernen. Lass es mich wissen, wenn du nach Paris oder Genf kommst», schreibt Todt – damals FIA-Präsident – im Mai 2017.

Jean Todt Jeffrey Epstein
Auch der damalige FIA-Präsident Jean Todt hatte mit Jeffrey Epstein zu tun. - justice.gov

In der gleichen E-Mail steht auch die vorherige Nachricht von Epstein an Todt. «Jean, es tut mir leid, dass es so kurz war», schreibt der Sexualstraftäter. «Und Terje hat mich leider nicht vorgewarnt, damit ich mit Spass helfen könnte.» Was Epstein unter diesem Begriff versteht, wird nicht näher erläutert.

Epstein Formel 1
Nutzte Jeffrey Epstein die Formel 1 als «Umschlagplatz» für seinen Menschenhandel? - justice.gov

In einer E-Mail aus dem Jahr 2018 deutet Epstein auch an, dass Formel-1-Rennen als Umschlagplätze für Menschenhandel genutzt wurden. Ein Kontakt schickt Epstein die Profile von 13 Frauen, die als «Hostessen» beim Abu-Dhabi-GP arbeiten sollen. Ghislaine Maxwell war zudem bei Rennen in Monaco, Abu Dhabi und Bahrain vor Ort.

Ben Sulayem eng mit Epstein vernetzt?

Auch Todts Nachfolger als FIA-Präsident, Mohammed Ben Sulayem, hatte zumindest indirekt Kontakt mit Epstein. Der emiratische Ex-Rennfahrer wurde zwar erst 2021, zwei Jahre nach Epsteins Tod, FIA-Boss. Seine Familie, eine einflussreiche Adels-Familie aus Dubai, taucht in den Epstein Files aber mehr als 5'000 Mal auf.

Jeffrey Epstein Ben Sulayem
Jeffrey Epstein stand auch mit der Familie Ben Sulayem gut. - justice.gov

Ben Sulayems Bruder, Sultan Ahmed Ben Sulayem, hatte regelmässig Kontakt mit dem Menschenhändler. Zwischen ihnen gibt es mehrere hundert Nachrichten. «Er ist ein sehr guter Kerl», schreibt Epstein in einer anderen Nachricht über den Sultan. Sie ist an Nili Priel, die Ehefrau von Israels Ex-Verteidigungsminister Ehud Barak, adressiert.

Auch Briatore und Ecclestone in den «Epstein Files»

Ein regelmässig erwähnter Name ist auch jener von Flavio Briatore. In den Dokumenten gibt es Verweise auf gemeinsame Besuche in einer Mayo-Klinik. Mit dem Mayo-Netzwerk tauschte sich Epstein wiederholt über medizinische Anliegen aus. Ob das in Zusammenhang mit Epsteins Vision von einer «Supermenschen-Rasse» steht, ist nicht schlüssig.

Jeffrey Epstein Flavio Briatore
Auch Flavio Briatore war offenbar eng mit Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell befreundet. - justice.gov

Offenbar gibt es auch eine Verbindung zwischen Jeffrey Epstein und Bernie Ecclestone. Der langjährige Chef-Vermarkter der Formel 1 wird namentlich zwar «nur» ein paar Mal in den Akten erwähnt. Ein nur in geringer Auflösung veröffentlichtes Foto (Original-Dokument) soll den heute 95-Jährigen aber schwer belasten.

Jeffrey Epstein Bernie Ecclestone
Diese Person soll Bernie Ecclestone sein. Das geschwärzte Opfer neben ihm ist mutmasslich minderjährig. - justice.gov

Es zeigt einen nackten Mann mit Ecclestones Statur und Frisur am Strand von Saint-Tropez. Neben ihm ist ein mutmassliches Opfer geschwärzt, der Schatten der Person ist aber sichtbar. Ob das Foto tatsächlich Ecclestone zeigt, ist unklar. Unmittelbar daneben gibt es mehrere Aufnahmen von Epstein, wohl am gleichen Strand.

Ex-Grand-Prix-Star als «Spielgefährte»

Eine enge Verbindung – weniger zu Epstein als zu seiner Komplizin Ghislaine Maxwell – schien Eddie Irvine zu haben: Der irische Ex-Formel-1-Pilot, 1999 Vizeweltmeister der Formel 1 mit Ferrari, war offenbar gut mit Maxwell befreundet. Und diese empfahl ihn anderen «Kunden» sogar weiter.

Formel 1 Irvine Epstein
Auch Ex-Formel-1-Pilot Eddie Irvine war offenbar Teil des Epstein-Netzwerks. - justice.gov

Ein David Wassong (im Schwarzen Buch als Partner bei Soros Private Equity gelistet) meldet sich bei Maxwell. «Wirst du mir Namen und Nummern von Leuten schicken, mit denen man in Irland ‹spielen› kann?» Maxwell antwortet mit Namen und Telefonnummer von Irvine sowie einer weiteren Frau.

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