Formel 1 – Binotto: In diesem Bereich verliert Audi das Meiste
Audi hat einen turbulenten Start in seine erste Saison in der Formel 1 hinter sich. Teamchef Mattia Binotto gewährt Einblick in die Arbeit beim deutschen Team.

Das Wichtigste in Kürze
- Audi holte beim F1-Debüt direkt Punkte, ging seither aber leer aus.
- Zudem setzte es hinter den Kulissen ein Teamchef-Beben beim deutschen Team.
- Der alte und neue Boss Mattia Binotto spricht offen über die grosse Schwäche.
Drei Rennen hat Audi als Werksteam in der Formel 1 bisher bestritten. Direkt beim Auftakt jubelte der deutsche Hersteller mit Rang neun durch Gabriel Bortoleto über Punkte. Ganz daran anschliessen konnte das ehemalige Sauber-Team seither aber nicht mehr. Mit zwei elften Plätzen verpasste Nico Hülkenberg in China und Japan knapp die Punkte.
Dafür war die Saison hinter den Kulissen bereits in dieser Frühphase enorm turbulent. Teamchef Jonathan Wheatley verliess den deutschen Hersteller nach nicht einmal einem Jahr im Amt wieder. Grund soll ein Zerwürfnis mit Audi-Formel-1-Projektleiter Mattia Binotto gewesen sein.

Der frühere Ferrari-Teamchef lenkt die Geschicke von Audi in der Formel 1 nun wieder im Alleingang. Und während der unverhofften Frühlingspause liefert der in Lausanne geborene Italiener gegenüber «F1.com» einen Einblick in die erste Selbsteinschätzung bei Audi nach dem Saison-Auftakt.
Motor macht in der Formel 1 den Unterschied
«Wenn ich mir die Gesamtleistung und den Rückstand auf die Besten anschaue, dann ist klar: Der Grossteil unseres Rückstands liegt beim Antriebsaggregat, was keine Überraschung ist», so Binotto. Eine Überraschung sei dieser Rückstand als neuer Motoren-Hersteller aber nicht. «Das war zu erwarten», bestätigt Binotto.

«Wir wissen, wie schwierig es ist, eine brandneue Antriebseinheit zu bauen, daher hat uns das nicht überrascht. Es ist nichts, was uns enttäuscht», versichert der Audi-Boss. «Wir wussten, dass das die grösste Herausforderung sein würde. Und wir wussten, dass hier das grösste Leistungspotenzial liegt.»
«Wir haben beim Auto gute Arbeit geleistet»
Es gebe grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Motoren-Herstellern, so Binotto. «Aber wir haben Pläne, unseren Motor weiterzuentwickeln», versichert der Audi-Teamchef. «Das ist Teil unseres Weges. Wir haben uns ein Gesamtziel für 2030 gesetzt, und das nicht zufällig, denn wir wussten, wie lange es dauern würde.»

Dabei gehe es nicht um reine Leistung, so Binotto. «Es geht um Energieeffizienz, um den Energieeinsatz, aber auch um die Fahrbarkeit des Motors selbst.» Insgesamt sieht Binotto das deutsche Team mit Schweizer DNA aber auf einem guten Weg: «Ich glaube, dass wir beim Auto selbst, was das Chassis angeht, gute Arbeit geleistet haben.»
















