Bei seinem Besuch der geteilten Mittelmeer-Insel Zypern hat Papst Franziskus am Freitag zum «Dialog» und zur «Brüderlichkeit» aufgerufen.
Past Franziskus und Erzbischof Chrysostomos
Past Franziskus und Erzbischof Chrysostomos - PIO/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Papst hielt eine Messe vor 7000 Gläubigen in Nikosia ab.
  • Er wünscht sich eine Annäherung der beiden Kirchen.
  • Laut dem Präsidenten Zyperns wird Papst Franziskus 50 Migranten nach Italien mitnehmen.

Das katholische Kirchenoberhaupt zelebrierte im Fussball-Stadion der Hauptstadt Nikosia eine Messe, an der nach Angaben der Organisatoren 7000 Menschen teilnahmen.

«Wenn wir nicht zusammenwirken, wenn wir nicht im Dialog stehen, wenn wir nicht gemeinsam vorangehen, werden wir unsere Verblendung nicht vollständig heilen können». Das sagte der Papst in Begleitung des zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades.

Die Gläubigen schwenkten Flaggen des Libanon, Argentiniens und der Philippinen. Ein Chor stimmte Lieder auf Arabisch, Englisch und Griechisch an. Viele der 25.000 Katholiken in Zypern sind Arbeitskräfte von den Philippinen oder aus anderen Ländern Südasiens.

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Kinder schwenken Flaggen bei der Papstreise in Zypern. - Keystone

Papst spricht sich für eine Wiederannäherung der Kirche aus

Die Papst-Reise steht auch im Zeichen des Schismas. Durch das sind die römisch-katholische und die orthodoxe Kirche von Konstantinopel seit 1054 getrennt. Die Geschichte habe eine «tiefe Spaltung» hinterlassen.

Aber mit Hilfe des Heiligen Geistes, Demut und Respekt werde eine Wiederannäherung möglich sein, sagte der Papst vor orthodoxen Klerikern. Zu denen zählte auch Erzbischof Chrysostomos II. von Zypern.

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Papst Franziskus bei der Messe in Zypern. - Keystone

Der Papst hatte am Donnerstag bereits den «furchtbaren Riss» beklagt, durch den Zypern seit der türkischen Invasion 1974 geteilt ist. Er sagte, der «Weg des Friedens» werde durch ein Wort aufgezeigt - das Wort «Dialog».

Die Reise des 84-jährigen Kirchenoberhaupts aus Argentinien ist seine 35. seit Beginn des Pontifikats 2013. Die Familie des Papstes hatte italienische Wurzeln. Er rief dazu auf, Flüchtlinge ohne Ansehen der Religion und des Status aufzunehmen.

Papst Franzsikus nimmt Migranten nach Italien mit

Am Freitagnachmittag wollte der Papst an einem ökumenischen Gebet mit Migranten in einer Kirche nahe der Pufferzone teilnehmen. Diese wird von der UNO in Zypern überwacht.

Der zyprische Präsident hatte am Donnerstag angekündigt, Franziskus werde 50 Migranten von Zypern nach Italien mitnehmen. Einzelheiten wurden dazu nicht bekannt, der Vatikan bestätigte dies zunächst nicht. Der Papst hatte aber am Donnerstag die Europäer angesichts der Flüchtlingskrise vor «Mauern der Angst» und «Nationalismus» gewarnt.

Die Republik Zypern verzeichnet nach eigenen Angaben gemessen an ihrer eigenen Einwohnerzahl die höchste Flüchtlingsquote der Europäischen Union. So seien in den ersten zehn Monaten des Jahres 10.000 Flüchtlinge irregulär ins Land gekommen, die meisten von ihnen aus dem Norden, der unter türkischer Verwaltung steht.

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Papst Franziskus in Zypern. - Keystone

Über das Mittelmeer führen einige der wichtigsten Flüchtlingsrouten für Menschen aus Afrika und Asien, die nach Europa gelangen wollen. Die Überfahrt ist häufig lebensgefährlich. Seit Jahresbeginn sind bereits etwa 1400 Migranten bei dem Versuch, Europa über das Mittelmeer zu erreichen, ums Leben gekommen.

Dies nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

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