Nasenabstriche könnten bei Corona weniger aussagen als Speichelproben. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie. Diese weist allerdings auch Defizite auf.
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Nasenabstriche bei Corona könnten laut einer Studie weniger aussagen als Speichelproben. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/EPA DPA/STEPHAN JANSEN

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine neue Studie vergleicht Nasenabstriche bei Corona mit Speichelproben.
  • Sie kam zum Schluss, dass die Speichelentnahme genauere Resultate liefern könnten.
  • Die Stichhaltigkeit der Resultate wird aber in Frage gestellt.

Ein Forschungsteam der Universität Maryland legt eine neue Studie zur Genauigkeit von Corona-Tests vor. Sie starteten im Mai 2020 einen Vergleich von Nasenabstrichen und Speichelproben. Bei asymptomatischen Freiwilligen wurden wöchentlich Speichelproben entnommen. Positiv Getestete zeigten häufig ein bis zwei Tage danach Symptome.

Parallel wurden die Daten von Personen analysiert, die mit Infizierten Kontakt gehabt hatten. So liess sich eine höhere Empfindlichkeit der Speicheltests in den ersten beiden Tagen nach Beginn der Symptome feststellen. Die Wahrscheinlichkeit eines Virusnachweises sei in dieser Zeit zwölfmal höher als beim Nasenabstrich, wie «MDR Wissen» schreibt.

Nasenabstriche bei Corona durch Speichelproben ersetzen?

Zudem seien Speichelproben leichter zu entnehmen als Nasenabstriche. Dadurch werde das Risiko für das Fachpersonal während der Entnahme reduziert.

Wie aussagekräftig die Studie ist, müssten aber weitere Untersuchungen zeigen. Mildere Infektionen seien möglicherweise nicht festgestellt worden. Mit 14 positiv Getesteten sei die Stichprobengrösse auch sehr gering. Frühere Studien seien ausserdem zu anderen Aussagen gekommen.

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