Coronavirus

    Weltgesundheitsorganisation rät zu vorbeugender Corona-Therapie

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    Genève,

    Die Weltgesundheitsorganisation rät erstmals zu einem Medikament für Patienten mit Vorerkrankungen, um einen schweren Covid-19-Verlauf vorzubeugen.

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    Das Logo der Weltgesundheitsorganisation (WHO). - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die WHO hat die Antikörper-Kombination aus Casirivimab und Imdevimab empfohlen.
    • Dieses soll einem schweren Covid-19-Verlauf bei infizierten Risikopatienten vorbeugen.
    • Es ist die erste solche Empfehlung, die die WHO ausspricht.

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt erstmals ein Medikament als Vorbeugung gegen eine schwere Covid-19-Erkrankung bei infizierten Risikopatienten.

    Sie verweist auf Studien, wonach die Antikörper-Kombination aus Casirivimab und Imdevimab deren Überlebenschancen verbessern kann.

    Diese ist von der US-Firma Regeneron und dem Schweizer Unternehmen Roche. Die WHO veröffentlichte ihre neue Empfehlung nun im «British Medical Journal».

    regeneron pharmaceuticals roche
    Regeneron Pharmaceuticals und Roche haben einen Antikörper-Wirkstoff entwickelt. (Archivbild) - Keystone

    In Deutschland wird diese Antikörper-Kombination bereits in speziellen Fällen für Corona-Patienten eingesetzt. Viele Länder, die selbst keine Risikobewertungen machen können, warten aber auf solche WHO-Empfehlungen. Auch Hilfsorganisationen setzen in der Regel nur von der WHO empfohlene Mittel ein.

    Therapie für Corona-Patienten mit Vorerkrankungen

    Die WHO empfiehlt nun die Gabe der Mittel bei vorerkrankten Corona-Patienten, die deshalb Gefahr laufen, schwer an Covid-19 zu erkranken. Diese müssten dann auf Intensivstationen behandelt werden. Ebenso sollen bereits schwer Erkrankte damit behandelt werden, die keine Antikörper gegen Covid-19 haben.

    Weltgesundheitsorganisation verhandelt über mögliche Schenkungen

    Herausforderung seien die hohen Kosten und die knappe Produktion, so die Weltgesundheitsorganisation. Deshalb werde mit Roche über niedrigere Preise, eine mögliche Schenkung und eine faire Verteilung in aller Welt verhandelt. Die Weltgesundheitsorganisation setzte sich dafür ein, dass auch anderen Herstellern die Produktion ermöglicht wird. Dies, damit billigere Varianten der Mittel auf den Markt kommen.

    Aktienmarkt
    Der Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer. - POOL/AFP

    Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtete, Regeneron habe bereits in mindestens elf ärmeren Ländern Patentanträge gestellt. Sie forderte das Unternehmen auf, auf die Durchsetzung von Patenten in ärmeren Ländern zu verzichten.

    «Es ist einfach nicht fair: Dass Menschen, die in ärmeren Ländern leben, keinen Zugang zu diesen Covid-19-Medikamenten, die das Todesrisiko senken, haben. Nur weil Pharmafirmen das Monopol haben und hohe Renditen wollen», sagte Elin Hoffmann Dahl von Ärzte ohne Grenzen.

    Antikörper-Cocktail
    Der Antikörper-Cocktail von Roche erzielt in Tests gute Werte. - keystone

    Zudem habe Regeneron für die Entwicklung öffentliche Gelder erhalten. Nach Informationen der Organisation wird das Mittel etwa in Deutschland für 2000 Dollar (1700 Euro) angeboten. In Indien soll es 820 Dollar kosten.

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