Anmnesty International wirft Impfstoff-Herstellern vor, gegen eine breitere Produktion vorzugehen. In ärmeren Ländern gebe es dadurch einen verheerenden Mangel.
Internationaler Währungsfonds
Länder mit hohen Impfraten sollen ärmere Länder mit Vakzin-Lieferungen unterstützen. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Menschenrechtsorganisation Amnesty übt scharfe Kritik an Impfstoff-Herstellern.
  • Die Produktion und Impfstoffe für ärmere Länder würden von den Unternehmen verhindert.

Kurz vor der von den USA ausgerichteten Konferenz zur Corona-Pandemie hat Amnesty International scharfe Kritik an den Impfstoff-Herstellern geübt. Die Menschenrechtsorganisation fordert mehr Hilfen für ärmere Länder.

Ärmere Länder im Stich gelassen

«Wir rufen die Staaten und die Pharmaunternehmen auf, einen drastischen Kurswechsel vorzunehmen. Sie sollten alles dafür tun, um umgehend zwei Milliarden Impfstoffdosen für Länder mit niedrigerem Einkommen bereitzustellen», erklärte die Amnesty-Chefin.

Agnes Callamard
Amnesty-Chefin Agnes Callamard kritisiert das Verhalten und Vorgehen der Impfstoff-Hersteller. - Keystone

In einem Bericht der Menschenrechtsorganisation wird den Impfstoff-Herstellern vorgeworfen, die ärmeren Länder in der Corona-Pandemie im Stich zu lassen. Zudem würden durch die Unternehmen der Technologietransfer blockiert «und Massnahmen zur Ausweitung der weltweiten Herstellung aggressiv eingeschränkt.»

Biden stellt weitere US-Spenden in Aussicht

Dies habe zu einem «verheerenden» Impfstoffmangel in ärmeren Weltregionen geführt. Von den weltweit 5,76 Milliarden verabreichten Impfdosen wurden nur 0,3 Prozent in Ländern mit niedrigem Einkommen verimpft. Währenddessen gibt es in wohlhabenden Ländern teilweise mehr Impfstoffe als Impfwillige.

Das WHO-Ziel 40 Prozent der Menschen in Ländern mit niedrigem und mittleren Einkommen zu impfen, sei in Gefahr, erklärt Amnesty.

Joe Biden
Joe Biden hat weitere Impfstoff-Spenden in Aussicht gestellt – schon so ist sein Land Haupt-Spender. - Keystone

Die USA richten am Mittwoch am Rande der UN-Generaldebatte eine internationale Videokonferenz zur Corona-Pandemie aus. US-Präsident Joe Biden hatte am Dienstag weitere Zusagen seiner Regierung in Aussicht gestellt. Die USA sind bereits der grösste Spender von Corona-Impfstoffen weltweit.

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