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Iran-Ticker: Ölpreis schiesst über Marke von 100 US-Dollar

Simon Binz
Simon Binz, Keystone-SDA

Iran,

Die Lage im Nahen Osten bleibt hoch angespannt. Nach Angriffen, Gegenschlägen und politischen Drohungen überschlagen sich im Iran-Krieg die Ereignisse.

Öl Iran-Krieg
Israel griff in der Nacht auf Sonntag mehrere Treibstofflager in Teheran angegriffen. Laut Berichten gingen diese Angriffe deutlich über das hinaus, was die USA erwartet hätten. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Mojtaba Khamenei wird neuer oberster Führer des Irans inmitten des Krieges.
  • Luftangriffe der USA und Israels sowie iranische Gegenangriffe intensivieren die Gewalt.
  • Ölpreise steigen deutlich, belastet durch die regionale Instabilität.
  • Alle Neuigkeiten gibt es hier im Ticker von Nau.ch.

Seit nun mehr als einer Woche spitzt sich der Konflikt rund um den Iran immer weiter zu. Nach Angriffen, Gegenschlägen und scharfer Rhetorik wächst international die Sorge vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten.

Mehrere Länder haben ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht, während Diplomaten gleichzeitig versuchen, eine Ausweitung des Konflikts zu verhindern. Am Montag ist auch der Ölpreis erstmals seit Jahren wieder auf über 100 US-Dollar angesteigen.

Droht im Iran-Krieg eine noch grössere Eskalation?

Zusätzlich verschärft ein politischer Umbruch in Teheran die Lage: Nach dem Tod von Ali Khamenei wurde sein Sohn Mojtaba Khamenei zum neuen obersten Führer ernannt. Gleichzeitig dauern Luftangriffe, Gegenangriffe und politische Spannungen an.

Bahrain meldet Dutzende Verletzte bei iranischem Drohnenangriff

04.45: Der Golfstaat Bahrain ist erneut zum Ziel eines Angriffs des iranischen Militärs geworden. Das Innenministerium des kleinen Inselstaats im Persischen Golf meldete in der Nacht 32 Verletzte, darunter Kinder und mehrere Schwerverletzte.

Bahrain
Blick auf die Skyline von Manama (Archiv). - Keystone/dpa/Cindy Riechau

Alle Opfer seien Zivilisten und Bürger des Landes. Nach Angaben des Ministeriums war die südlich der Hauptstadt Manama gelegene Insel Sitra Ziel einer Drohnenattacke. Mehrere Häuser seien beschädigt worden.

Philippinen ordnen Energiesparen wegen Nahost-Krise an

04.01: Wegen der steigenden Energiepreise infolge des Iran-Kriegs führen die Philippinen vorübergehend eine Vier-Tage-Woche für viele staatliche Behörden ein. Die Regierung in Manila reagiert damit auf die wirtschaftlichen Folgen der Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran, die zu höheren Ölpreisen geführt hat. Die Regelung gilt jedoch nicht für wichtige Dienste wie Polizei, Feuerwehr und andere Notfallkräfte.

Israel greift erneut im Iran und im Libanon an

03.39: Die israelische Armee setzt ihre Angriffe auf Ziele im Iran und im Libanon fort. Die Luftwaffe habe eine neue Welle an Attacken gegen Infrastruktur der iranischen Führung im Zentrum des Landes begonnen, teilte die Armee in der Nacht mit.

Zudem sei erneut Infrastruktur der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz in der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen worden. Derweil gab die Armee Entwarnung für die eigene Bevölkerung, nachdem der Iran zuvor erneut Raketen auf Israel gefeuert hatte.

Börsen in Ostasien brechen nach Ölpreisanstieg ein

02.30: Die Börsen in Ostasien haben mit heftigen Verlusten auf den rasanten Anstieg der Ölpreise reagiert. In Tokio stürzte der Nikkei-Index für 225 führende Werte im frühen Handel um mehr als 6 Prozent unter die Marke von 53'000 Zählern.

Rund 25 Minuten nach Handelsbeginn notierte der asiatische Leitindex bei einem satten Minus von 3409,92 Punkten oder 6,13 Prozent bei einem Zwischenstand von 52'210,92 Punkten.

Iran-Krieg
In Asien sind wegen des Iran-Kriegs und dem hohen Ölpreis die Aktienmärkte eingebrochen. - Keystone

Hohe Verluste verzeichnete auch die Börse in Südkorea. In Seoul verzeichnete der KOSPI nach Handelsbeginn zeitweise ein Minus von 378,55 Punkten – oder knapp 7 Prozent – bei einem Stand von 5200,17 Zählern.

Ölpreis schiesst über Marke von 100 US-Dollar

01.28: Der Ölpreis ist infolge des Iran-Kriegs erstmals seit Jahren wieder auf über 100 US-Dollar angestiegen. Der Preis für die in Europa massgebliche Nordseesorte Brent stieg zeitweise um knapp 19 Prozent auf fast 110 US-Dollar je Barrel (159 Liter).

Unmittelbar zuvor war zum Handelsbeginn in Chicago die in den USA bestimmende Sorte West Texas Intermediate (WTI) über die Marke von 100 Dollar gesprungen – ein Preisniveau, das es zuletzt 2022 gegeben hatte.

Teil des US-Botschaftspersonals soll Saudi-Arabien verlassen

01.11: Die USA haben angesichts von Sicherheitsrisiken wegen des Iran-Kriegs einen Teil ihres Botschaftspersonals in Saudi-Arabien angewiesen, das Land zu verlassen.

Das US-Aussenministerium ordnete die Ausreise des nicht für Notfälle benötigten Personals sowie der Angehörigen von Botschaftsmitarbeitern an, erklärte die Behörde.

Damit verschärfte sie eine vorige Empfehlung: Seit vergangener Woche hatte es schon eine Erlaubnis für diese Personengruppen zur Ausreise gegeben.

Israels Armee meldet weitere Raketenangriffe des Irans

01.04: Auch mehr als eine Woche nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran schiesst die Islamische Republik weiter auf Israel. In der Nacht meldete die israelische Armee wiederholt Raketenangriffe aus dem Iran.

In der Küstenmetropole Tel Aviv und anderen Gebieten des jüdischen Staates heulten in der Nacht wieder die Sirenen. Die Luftabwehr war erneut im Einsatz, wie die das Militär auf Telegram mitteilte.

Katars Premier ruft Iran zu Deeskalation auf

01.11: Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani hat zur Deeskalation im Iran-Krieg aufgerufen. «Wir werden weiterhin mit den Iranern sprechen und uns um eine Deeskalation bemühen», sagte Al Thani in einem Interview mit dem Sender Sky News. Was geschehen sei, habe das Vertrauen in die Beziehungen zum Iran erheblich erschüttert.

Iran-Krieg
Der katarische Ministerpräsident Sheikh Mohammed bin Abdulrahman Al Thani hat Iran zur Deeskalation aufgeurfen. - keystone

«Die Fehleinschätzung der Iraner, die Golfstaaten anzugreifen, hat alles zerstört», sagte der Ministerpräsident. Er rief auch die USA auf, zu deeskalieren. Diplomatie sei nach wie vor der einzige gangbare Weg aus der Krise, sagte er.

Bahrain: Verletzte bei iranischem Drohnenangriff

23.59: Der Golfstaat Bahrain ist erneut Ziel eines Angriffs des Irans geworden. Das Innenministerium des kleinen Landes meldete in der Nacht mehrere Verletzte durch eine Attacke mit Drohnen auf der südlich der Hauptstadt Manama gelegenen Insel Sitra. Mehrere Häuser seien beschädigt worden. Zuvor hatte der Iran bereits eine Anlage zur Wasser-Entsalzung mit einem Drohnenangriff beschädigt, wie das Ministerium am Sonntagvormittag mitteilte. Es handle sich um «iranische Aggression, die sich willkürlich gegen zivile Ziele» richte.

US-Minister: Wir zielen nicht auf Energieinfrastruktur ab

23.23: Die USA haben nach Angaben ihres Energieministers Chris Wright nicht vor, die iranische Ölindustrie anzugreifen. «Die USA zielen nicht auf die Energieinfrastruktur ab», sagte Wright dem Sender CNN. Zuvor hatte die Bombardierung eines Öllagers durch Israel im Iran für Aufsehen gesorgt, nach der dichte Rauchschwaden den Himmel über der Hauptstadt Teheran verdunkelten.

Israels Armeesprecher Effie Defrin betonte, Israel habe in der Nacht zu Sonntag Treibstofflager angegriffen, die vom iranischen Militär genutzt worden seien. «Dies ist das Öl, das die Räder des Regimes und seine Terroraktionen gegen den Staat Israel, gegen die Region und gegen die gesamte Bevölkerung am Laufen hält», sagte er. Israel kämpfe nicht gegen das «grossartige iranische Volk», sondern nur gegen das «Terrorregime», erklärte Defrin.

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Diese dramatischen Aufnahmen aus Teheran zeigen einen riesigen Brand in der Nähe eines Treibstofflagers. - X@Vahid

Das Nachrichtenportal «Axios» berichtete, die israelischen Angriffe auf die Treibstofflager seien deutlich über das hinausgegangen, was die USA erwartet hätten, als Israel Washington vorab darüber informiert habe. Das soll zur ersten bedeutenden Unstimmigkeit zwischen den Verbündeten seit Beginn des Krieges vor gut einer Woche geführt haben, schreibt das Portal unter Berufung auf einen US-Beamten, einen israelischen Beamten und eine weitere informierte Quelle.

Kommentare

User #3262 (nicht angemeldet)

Ist mir egal ich tanke nur für 30.-

User #1583 (nicht angemeldet)

…Goldene Zeiten…!!

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