Donald Trump: Jetzt will er nach Grönland die nächste Insel kaufen
Nach Grönland hat Donald Trump offenbar die nächste Inselgruppe im Visier: Die USA prüfen den Kauf der strategisch wichtigen Chagos-Inseln.

Das Wichtigste in Kürze
- Donald Trump prüft laut Bericht den Kauf der Chagos-Inseln.
- Im Fokus steht die Militärbasis Diego Garcia.
- Mauritius lehnt Verhandlungen über die Souveränität aber ab.
Erst Grönland, jetzt die Chagos-Inseln: Donald Trump will offenbar die nächste strategisch wichtige Inselgruppe unter US-Kontrolle bringen.
Die US-Regierung prüft einen Kauf des Archipels im Indischen Ozean. Im Zentrum der Überlegungen steht die Militärbasis Diego Garcia, deren strategische Bedeutung für Washington kaum überschätzt werden kann.
Die Inselgruppe liegt rund 2000 Kilometer nordöstlich von Mauritius und umfasst mehrere Atolle. Obwohl sie geografisch abgelegen ist, zählt Diego Garcia zu den wichtigsten Militärstandorten der USA ausserhalb des eigenen Staatsgebiets.
Washington sucht nach Alternativen
Nach Angaben des Berichts haben US-Regierungsvertreter verschiedene Optionen ausgearbeitet. Darunter befindet sich auch die Idee, Grossbritannien zu umgehen und direkt mit Mauritius über einen Kauf zu verhandeln.
Hintergrund ist ein seit Jahren schwelender Streit um die Zukunft des Archipels. Die Chagos-Inseln wurden während der britischen Kolonialherrschaft von Mauritius abgetrennt. Mauritius fordert ihre Rückgabe seit Jahrzehnten.
2019 stellte der Internationale Gerichtshof in einem Gutachten fest, dass Grossbritannien die Inseln an Mauritius zurückgeben sollte.
Nach langen Verhandlungen einigten sich London und Port Louis schliesslich auf einen Deal: Die Inseln sollten an Mauritius übergehen, während Grossbritannien die Militärbasis auf Diego Garcia für 99 Jahre weiter nutzen dürfte.
Doch das Vorhaben geriet ins Stocken.
Donald Trump nennt Rückgabe «grosse Dummheit»
Donald Trump unterstützte die Vereinbarung zunächst. Später kritisierte er sie jedoch scharf und bezeichnete die Übergabe der Inseln als «grosse Dummheit». Im Frühjahr legte Grossbritannien die Umsetzung des Abkommens auf Eis.
Aus der Sicht Washingtons ist Diego Garcia für die nationale Sicherheit unverzichtbar. Die Basis spielte in zahlreichen Militäreinsätzen eine zentrale Rolle. Vom Golfkrieg über Einsätze in Afghanistan und im Irak bis hin zu jüngeren Operationen im Nahen Osten.
Zusätzlich gewinnt der Standort im Machtkampf mit China weiter an Bedeutung. Die Insel liegt zwischen Afrika, der Arabischen Halbinsel, Indien und Australien. Sie ermöglicht den USA eine militärische Präsenz in einer geopolitisch entscheidenden Region.
Mauritius zieht klare Grenze
Ob es tatsächlich zu einem Kaufangebot kommt, ist offen. Ein Preis wurde bislang nicht genannt. Zudem müsste eine solche Lösung mehrere politische und rechtliche Hürden überwinden.
Mauritius reagierte bereits zurückhaltend auf die Berichte. Die Regierung erklärte, bisher kein Angebot aus Washington erhalten zu haben. Gleichzeitig betonte sie, die Souveränität über die Chagos-Inseln sei «nicht verhandelbar».
Damit könnte Donald Trump ein ähnliches Schicksal drohen wie mit seinem umstrittenen Vorstoss zu Grönland. Auch dort stiess die Idee eines Kaufs auf massiven Widerstand.



















