Nachhaltigkeit: Können E-Auto-Batterien recycelt werden?

Redaktion
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Bern,

Recycling ist bei E-Auto-Batterien möglich, doch für echte Nachhaltigkeit steckt die Infrastruktur noch im Aufbau.

Nachhaltigkeit
E-Auto-Batterien lassen sich recyceln, was jedoch oft noch mit viel Arbeit verbunden ist. - Depositphotos

Das Wichtigste in Kürze

  • Recycling von E-Auto-Batterien ist möglich, aber oft auch teuer.
  • Die Hydrometallurgie gilt als umweltschonende Möglichkeit, Metalle zurückzugewinnen.
  • Oft sind die Batterien von Elektroautos noch zu komplex, um sie zu recyceln.

Die Mobilität befindet sich derzeit in einem Wandel. Wenn man heute beispielsweise über den Gotthard fährt, fällt sofort auf, dass sich auf den Strassen einiges verändert hat. Immer mehr Elektroautos sind im Strassenverkehr unterwegs.

Anfang 2026 waren in der Schweiz rund 250'000 rein elektrische Personenwagen registriert. Damit machen Elektroautos laut des Bundes etwa 5,2 Prozent des gesamten Fahrzeugbestands aus. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den Neuzulassungen: Bereits 2025 lag der Anteil rein elektrischer Fahrzeuge bei knapp 23 Prozent. Jedes fünfte neue Auto ist also ein Elektroauto.

Besitzen Sie ein E-Auto?

Trotz der Begeisterung bleibt eine zentrale Frage offen: Was passiert eigentlich mit diesen tonnenschweren Batterien, wenn sie nach zehn oder 15 Jahren am Ende sind?

Landen diese auf dem Schrott?

Nein, das tun sie nicht. Die nötigen Recyclingtechnologien sind längst vorhanden. Allerdings gibt es auch da noch Probleme, Batterien zu 100 Prozent zu recyclen.

Wie aus alt wieder neu wird

In modernen Lithium-Ionen-Batterien stecken viele wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Nickel und Kupfer. Alles Materialien, die viel zu wertvoll sind, um sie einfach wegzuwerfen.

Doch was passiert dann mit den alten Batterien? Sie werden zunächst mechanisch zerlegt und dann mit chemischen Verfahren weiterverarbeitet. Sie werden so aufbereitet, dass sie fast wieder die Qualität von neu abgebauten Rohstoffen haben.

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Die Wiederverwertung von gebrauchten Batterien ist möglich. - Depositphotos

Grosse Recyclingfabriken dieser Art gibt es allerdings in der Schweiz nicht. Viele Schweizer Altbatterien wandern deshalb über die Grenze.

Eine Empa-Studie von 2023 zeigt, dass heute schon bis zu 90 Prozent der kritischen Metalle zurückgewonnen werden können. Das ist eigentlich ziemlich sinnvoll und verbessert die Umweltbilanz und Nachhaltigkeit deutlich.

Nachhaltigkeit: Warum der ganze Aufwand?

Das Problem beginnt meist schon beim Abbau. Viele dieser Rohstoffe werden in Ländern abgebaut, wo die Bedingungen für Menschen und Umwelt oft schlecht sind. Langfristig macht es Sinn, weniger von diesen Importen abhängig zu sein.

Jedes Kilo recyceltes Kupfer bedeutet, dass weniger neues Gestein abgebaut werden muss. Wenn Materialien im Kreislauf bleiben, sinkt die Umweltbelastung deutlich.

Und für ein Land wie die Schweiz, das keine eigenen Rohstoffe hat, sind alte Batterien im Grunde so etwas wie die eigene kleine Rohstoffquelle.

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Viele Rohstoffe werden im Ausland abgebaut. - Depositphotos

Das Bundesamt für Umwelt hat 2024 prognostiziert, dass die Menge an ausgedienten Batterien bis 2035 massiv ansteigen wird.

Nachhaltigkeit: Zu komplexer Aufbau der Batterien

Das grösste Hindernis, um die Batterien richtig zu recyceln, ist die fehlende Standardisierung. Jede Batterie ist anders aufgebaut, was eine automatische Zerlegung extrem schwierig macht.

Dazu kommt das Sicherheitsrisiko. Ein beschädigter Akku kann im schlimmsten Fall anfangen zu brennen. Deshalb gelten für Transport und Lagerung sehr strenge Vorschriften, die alles teurer machen.

Nachhaltigkeit
Oft ist es noch günstiger, neue Metalle aus der Erde zu holen. - Depositphotos

Noch ist es in vielen Fällen günstiger, neue Metalle aus der Erde zu holen, als sie aus alten Batterien herauszuholen. Aber das ändert sich gerade spürbar. Steigende Rohstoffpreise und strengere gesetzliche Vorgaben machen das Recycling zunehmend attraktiv.

Neue Entwicklungen für mehr Nachhaltigkeit

Besonders vielversprechend ist die Hydrometallurgie für die Nachhaltigkeit. Bei der werden Metalle mit speziellen Flüssigkeiten sehr rein und umweltschonend herausgelöst.

Noch spannender ist der Ansatz «Design for Recycling»: Batterien sollen dabei künftig schon bei der Entwicklung so konstruiert werden, dass sie sich am Ende ihres Lebens relativ einfach zerlegen lassen.

Wie können wir uns das vorstellen? Im Idealfall wäre das wie ein Lego-Set – auseinandernehmen, Teile trennen, fertig. Doch bis es vermutlich so weit ist, wird es noch ein wenig dauern.

Elektroautos
Experten sehen bei Elektroautos einen deutlich höheren Wertverlust bei gebrauchten Fahrzeugen im Vergleich zu Verbrennern. (Symbolbild) - depositphotos

Batterien müssen also so konstruiert werden, dass sie sich am Ende ihres Lebenszyklus effizient recyceln lassen. Das ist möglich, aber alles eine Frage der Zeit und Kosten.

Kommentare

User #3863 (nicht angemeldet)

Der Bericht über Batterienrecycling ist doch etwas arg geschönt. Die aktuelle Methode besteht darin die Batterien zu zerhacken und oder abzufackeln.

User #2159 (nicht angemeldet)

Ein Produkt sollte erst auf den Markt gelangen werden, wenn diese nachträglich auch kostengünstig und umweltgerechte entsorgt werden kann. Das gilt z.B. auch für die Rotorblätter von Windkraftanlagen.

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