In Indonesien sind neuerdings Impfteams auf Marineschiffen unterwegs, um Fischer gegen das Coronavirus zu impfen.
Fischer legen mit Booten an einem Marineschiff an
Fischer legen mit Booten an einem Marineschiff an - INDONESIAN NAVY/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Schon tausend Seeleute erreicht.

Die Marine des weltgrössten Inselstaats hat 60 Schiffe bereitgestellt, um die tausende Kilometer lange Küste abzuklappern - von Sumatra im Westen über die Ferieninsel Bali bis Papua im Osten. Seit dem Start des ungewöhnlichen Impfprogramms vergangene Woche wurden nach offiziellen Angaben schon rund tausend Seeleute geimpft.

«Schlechtes Wetter ist meistens die grösste Hürde», berichtet der Marinesprecher Laode Muhamad Holib. Die «eigentliche Herausforderung» sei aber, die Fischer überhaupt zu finden. «Wir wissen nicht genau, wo sie sind», räumt der Sprecher ein. Gesucht wird demnach in einem Gebiet von 24 Seemeilen vor der Küste. «Wir durchkämmen einfach das Meer», sagte Holib.

In Indonesien sind bisher erst zwölf Prozent der 270 Millionen Einwohner vollständig gegen Corona geimpft. Viele Fischer verbringen Wochen oder sogar Monate auf ihren Schiffen. Andere, die näher an der Küste bleiben, stechen morgens schon früh in See - bevor Impfzentren öffnen. «Darum ergreifen wir die Initiative, sie auf See zu erreichen», sagt Holib.

«Das Meer ist unsere Lebensgrundlage», sagte der Fischer Adi Putra Hasibuan, der das Angebot der Marine angenommen hat. «Wir wissen, dass die Regierung an Land Impfungen anbietet, aber wir haben einfach nicht genug Zeit, um uns impfen zu lassen.»

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