Donald Trump: US-Gericht erklärt viele seiner Zölle für illegal

Simon Binz
Simon Binz

USA,

Steht Donald Trumps aggressive Zollpolitik auf juristisch wackligen Beinen? Erneut kassiert der US-Präsident eine Niederlage vor Gericht.

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald Trump - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein US-Berufungsgericht hat einen Grossteil der US-Strafzölle als illegal eingestuft.
  • Damit fügen die Richter Trumps Handelspolitik eine empfindliche Niederlage zu.
  • Dem Republikaner bleibt nun noch der Weg zum Supreme Court.

Rolle rückwärts oder bleibt doch alles wie gehabt? Ein Gerichtsentscheid in den USA wirft Fragen zur Wirksamkeit der Zölle auf Importwaren aus dem Ausland auf. US-Präsident Donald Trump will die juristische Auseinandersetzung eskalieren – bis vor den Obersten Gerichtshof.

Den Richtern sind weniger die Zölle an sich ein Dorn im Auge, sondern eher die juristische Argumentation, die der US-Präsident dafür heranzieht. Er behauptet, dass es einen Notstand gebe – und deshalb die Anwendung eines entsprechenden Gesetzes aus dem Jahr 1977 gerechtfertigt sei.

Trump verweist auf ein Ungleichgewicht im internationalen Handel zulasten der USA und meint, dass die Vereinigten Staaten unfair behandelt worden seien.

Werden die US-Zölle für die Schweiz zu einem grösseren Problem?

Das Gesetz besagt, dass ein Präsident im Krisenfall Dekrete erlassen kann, ohne dass der Kongress – das Parlament der USA – angerufen werden muss.

Im Falle der weitreichenden Zölle auf Importprodukte und des dafür herangezogenen Notstandsgesetzes hat das Berufungsgericht dem Präsidenten – wie schon die Vorinstanz – eine solche Befugnis nun jedoch abgesprochen. Zölle seien eine Kernkompetenz des US-Kongresses, unterstrichen die Richter.

Wurden die Zölle damit gestoppt?

Vorerst nicht. Die Entscheidung tritt nicht vor dem 14. Oktober in Kraft – dadurch bekommt die US-Regierung Zeit, sie vor dem Obersten Gerichtshof anzufechten.

Genau das will Trump nun tun – in der Hoffnung, dass die in seiner ersten Amtszeit nach rechts gerückte Richterriege des Supreme Courts in seinem Sinne entscheidet.

Donald Trump
Nun steht es fest: Die Zölle werden rückwirkend auf den 14. November gesenkt. (Symbolbild) - keystone

Er beeilte sich auch, dem Eindruck einer Niederlage entgegenzutreten. Kurz nach der Entscheidung schrieb er auf seiner Plattform Truth Social: «ALLE ZÖLLE SIND WEITERHIN IN KRAFT!»

Ohnehin war es bei der vorherigen Bundesgerichts-Entscheidung nicht um alle Zölle gegangen. Ausgekoppelt waren etwa Abgaben auf Autos, Stahl, Aluminium, Arzneimittel und Halbleiter.

Kommentare

User #1502 (nicht angemeldet)

Wenn ich richtig gelesen haben soll das vom BR geplante VÜPF Überwachungsgesetzt ebenfalls ohne Parlament implementiert werden...

User #2593 (nicht angemeldet)

Gold ist wichtig für die USA. Die Schweiz muss es nicht mit 39% Zoll belegen, sondern einfach nichts mehr liefern. Sobald die Amerikaner auf dem trockenen Hocken, können wir über 0% Zoll verhandeln

Weiterlesen

Caterpillar
9 Interaktionen
Caterpillar
Von der Leyen
16 Interaktionen
Nach Einigung
smi
508 Interaktionen
EU leidet
Kommunikation
22 Interaktionen
Cybersicherheit

MEHR IN NEWS

mallorca
2 Interaktionen
Palma
1 Interaktionen
Washington/Caracas
Zigaretten
3 Interaktionen
1,6 Mio. Zigaretten
a
In Auw AG

MEHR DONALD TRUMP

Donald Trump
55 Interaktionen
Schweiz unter Druck?
Donald Trump
395 Interaktionen
Fordert Nato-Hilfe
-
56 Interaktionen
«Geschmacklos»
x
99 Interaktionen
Krieg bald vorbei?

MEHR AUS USA

-
25 Interaktionen
Coldplay-Eklat
3 Interaktionen
Washington
apple
Sicherheitslücken
fed zinsentscheidung
5 Interaktionen
Wegen Iran-Krieg