Brasilien erwägt wegen hoher US-Zölle offenbar Gegenmassnahmen

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Brasilien,

Nach der Verhängung von US-Zöllen in Höhe von 50 Prozent auf Waren aus Brasilien erwägt des südamerikanische Land offenbar Gegenmassnahmen.

Die Trump-Zölle betreffen auch brasilianische Produkte - mit vergleichsweise hohem Prozentsatz.
Die Trump-Zölle betreffen auch brasilianische Produkte - mit vergleichsweise hohem Prozentsatz. - Evan Vucci/AP/dpa

Das verlautete es nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag (Ortszeit) aus Regierungskreisen. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva habe seine Zustimmung zu einer Studie erteilt, die prüfen soll, welche Vergeltungsmassnahmen Brasilien gegebenenfalls als Reaktion auf die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle ergreifen könnte, hiess es laut AFP.

Das Ministerium für Handel und Industrie hat nun 30 Tage Zeit, um zu entscheiden, ob die US-Zölle unter das kürzlich verabschiedete Gesetz zur Wirtschaftsreziprozität fallen. Ist dies der Fall, wird eine Expertengruppe Gegenmassnahmen vorschlagen, zu denen auch Gegenzölle gehören könnten, hiess es aus diplomatischen Kreisen. Die brasilianische Regierung werde die USA am Freitag offiziell über ihre Entscheidung informieren, dass sie mögliche Vergeltungsmassnahmen prüfe, hiess es weiter.

Das im April verabschiedete Gesetz zur Wirtschaftsreziprozität ermöglicht es der Regierung, schneller und gezielter Massnahmen gegen Länder zu ergreifen, die durch einseitige Handlungen die Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens mindern.

«Wir konnten mit niemandem aus den USA sprechen»

Zuvor hatte der linksgerichtete Lula beklagt, Washington sei taub gegenüber den Beschwerden Brasiliens. «Wir konnten mit niemandem aus den USA sprechen», sagte er.

Die Zölle gegen Brasilien zählen zu den höchsten Strafzöllen, die Trump bislang verhängt hat, und sie sind offenbar politisch motiviert. Trump will damit erreichen, dass der Oberste Gerichtshof Brasiliens ein Verfahren wegen eines Putsch-Versuchs gegen Lulas Amtsvorgänger, den früheren brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, fallen lässt.

Dem Trump-Freund Bolsonaro wird vorgeworfen, er habe das Ergebnis der Wahl 2022 kippen wollen, die der Rechtsaussen-Politiker gegen Lula verloren hatte. Ihm drohen bis zu 40 Jahre Haft. Bolsonaro, der von 2019 bis 2023 Präsident war, sieht sich als Opfer einer politischen Verfolgung.

Kommentare

User #4865 (nicht angemeldet)

Habe viele Beziehungen zu Brasilien und bin über die Zahlungsunfähigkeit der Da Silva Regierung schockiert! Neu ist Brasilien wieder auf der liste von "Hunger Betroffenen Bürgern"! (Bei der Regierungszeit von Bolsanaro waren sie nicht drauf). In diesem schönen Land bracht sich was zusammen!!

User #7709 (nicht angemeldet)

Der kaffee ist in usa schon teurer, orangensaft und rindfleisch werden es auch. Man muss nur die importe aus brasilien anschauen

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