Formel 1: Renault stampft F1-Motor ein – Alpine bald Mercedes-Kunde?

    Mathias Kainz
    Mathias Kainz

    Ungarn,

    Renault gibt seinen Einsatz als Motoren-Hersteller in der Formel 1 auf. Das französische Alpine-Werksteam soll schon ab 2025 mit deutschen Triebwerken antreten.

    Formel 1 Mercedes Alpine
    Renault stellt sein Motoren-Programm in der Formel 1 wohl ein. Künftig sollen Mercedes-Motoren in den Alpine-Rennern stecken. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Renault stampft sein Motoren-Projekt in der Formel 1 offenbar in naher Zukunft ein.
    • Konzernintern wird bereits nach neuen Aufgaben für die Belegschaft in Viry gesucht.
    • Künftig soll Alpine seine Triebwerke von Mercedes beziehen.

    Das Renault-Engagement in der Formel 1 steht offenbar vor einem massiven Umbruch: Laut übereinstimmenden Medienberichten aus Frankreich und England stellt der französische Konzern sein Motoren-Programm in der Königsklasse ein. Der Todesstoss für die Renault-Triebwerke soll bereits nach dem Saisonende erfolgen.

    Findet Alpine mit Mercedes-Motoren in der Formel 1 zurück in die Spur?

    Demnach habe die Konzernspitze die Belegschaft in den beiden Werken im französischen Viry und im englischen Enstone am Dienstag informiert: In den kommenden Wochen soll eine Evaluierung die Zukunft des Motoren-Programms bestimmen. Konkret geht es dabei wohl schon um die künftigen Aufgaben der Belegschaft in Viry.

    Ocon Alpine Formel 1
    Alpine erlebt in der Formel 1 ein Debakel nach dem anderen. - keystone

    Zugleich verdichten sich die Anzeichen, dass das Alpine-Team in der Formel 1 künftig zum Motoren-Kunden wird: Der französische Rennstall mit Sitz in Enstone könnte bereits ab 2025 Mercedes-Triebwerke beziehen. Dabei will man sich am Aston-Martin-Modell orientieren und neben dem Motor auch das Getriebe und die Hinterachse einkaufen.

    Briatore-Rückkehr in die Formel 1 trägt erste Früchte

    Eine Schlüsselfigur in dieser Triebwerks-Kehrtwende soll der neue Alpine-Berater Flavio Briatore sein. Der Ex-Teamchef der Vorgänger-Rennställe Benetton und Renault habe sich für einen Mercedes-Wechsel starkgemacht. Damit will man auch Wunschpilot Carlos Sainz zum französischen Team locken.

    Flavio Briatore Formel 1
    Flavio Briatore ist als Alpine-Berater zurück in der Formel 1. - keystone

    Ob dieser drastische Schritt tatsächlich schon für die kommende Saison möglich ist, bleibt allerdings fraglich. Der nächstjährige Alpine-Renner ist in der Konstruktion vermutlich bereits weit fortgeschritten. Ein komplett neues Heck rund um die Mercedes-Baugruppe zu konstruieren, würde eine Herkulesaufgabe darstellen.

    Übergangsjahr 2025 und voller Fokus auf Mercedes-Zukunft?

    Wahrscheinlicher ist deshalb, dass Alpine die kommende Saison noch mit Renault-Antrieben bestreitet. Das würde den Fokus aber bereits frühzeitig auf das Jahr 2026 lenken. Denn dass mit dem schwachbrüstigen französischen Triebwerk aktuell nichts zu gewinnen ist, wird zunehmend deutlich.

    Formel 1 Alpine
    Die beiden Alpine-Piloten können aktuell beinahe nur gegen den Teamkollegen kämpfen. - keystone

    Die beiden Alpine-Piloten Pierre Gasly und Esteban Ocon belegen in der Formel 1 derzeit die Gesamtränge 15 und 18. Beim Ungarn-GP am Wochenende war man abgeschlagen am Ende des Feldes. Gasly musste seinen Renner mit einem technischen Gebrechen abstellen. Ocon hielt einzig Sauber-Pilot Zhou Guanyu hinter sich.

    Kommentare

    User #2699 (nicht angemeldet)

    Französiches Team mit deutschem Motor? Das wird wehtun

    User #2017 (nicht angemeldet)

    Stampft die ganze Formel 1 ein.

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