Formel 1: Die Konkurrenz holt auf – legt Mercedes nach?
Mercedes ging in der Formel 1 unter neuem Reglement als grosser Favorit – und mit reichlich Vorsprung – in die neue Saison. Doch die Konkurrenz hat aufgeholt.

Das Wichtigste in Kürze
- Mercedes ist in der Formel 1 von der Konkurrenz zunehmend eingeholt worden.
- In Ungarn riss auch die Pole-Position-Serie der Silberpfeile – McLaren war stärker.
- Vize-Technikchef Simone Resta gibt zu: Man überdenkt die eigenen Upgrade-Pläne nochmals.
Vor Saisonbeginn gab es in der Formel 1 mit den umfassenden Änderungen im Reglement einen klaren Favoriten: Lange war die herrschende Meinung, dass Mercedes den Umbruch – wie schon 2014 – perfekt gemeistert habe. Und die Silberpfeile starteten auch mit einem klar überlegenen Auto in die Saison.
Doch mittlerweile haben sich die Kräfteverhältnisse in der Formel 1 ein wenig verschoben: Der Vorsprung von Mercedes auf die Konkurrenz ist geschrumpft. Einerseits kämpfen die Silberpfeile mit Haltbarkeits-Problemen an ihrem neuen Antriebsstrang. Andererseits brachten die Verfolger schlagkräftige Update-Pakete an ihre Autos.

Zuletzt lieferte McLaren in Ungarn mit einem solchen Paket einen massiven Leistungs-Sprung: Auf Anhieb war Weltmeister Lando Norris siegfähig, und nur ein Getriebe-Defekt bei Oscar Piastri verhinderte einen Doppelsieg. Zwar ist Ungarn in der Formel 1 eine atypische Strecke, trotzdem ist der Fortschritt bei McLaren massiv.
McLaren in der Formel 1 wieder ein WM-Faktor?
Das sieht auch der stellvertretende Technik-Direktor bei Mercedes, Simone Resta, so: «Es war definitiv ein umfangreiches Paket», urteilt der Italiener im «Nu Silver Arrows»-Podcast von Mercedes. «Und es muss sich auf ihre Performance ausgewirkt haben. Aber auch der Unterschied zwischen ihren beiden Autos ist beträchtlich», so Resta.

Zwar habe McLaren in dieser Saison schon mehrfach gute Leistungen gezeigt. Dabei habe es aber starke Schwankungen zwischen Norris und Piastri gegeben. «Vielleicht war Lando mit dem Auto und dem Setup in Ungarn gut aufgestellt. In diesen Bedingungen und mit diesem Reifenmanagement hat er das hervorragend umgesetzt», so Resta.
Mercedes prüft eigene Entwicklungs-Pläne
Im Grossen und Ganzen biete sich in der Formel 1 aber das erwartete Bild, was die Kräfte-Verhältnisse angehe. «Natürlich startet man mit einigen Fragezeichen bezüglich der Konkurrenz in die Saison. Aber letztendlich ist bisher alles so gelaufen, wie wir das erwartet hatten», so Resta.

Unterschiedliche Teams hätten unterschiedliche Upgrade-Pläne und würden teils grosse Leistungs-Sprünge hinlegen. «Das macht die Rennen umso spannender», zeigt sich Resta erfreut. Zugleich sieht man sich bei Mercedes aber angehalten, die eigenen Entwicklungs-Pläne womöglich zu beschleunigen. «Das sind Gespräche, die momentan laufen», so Resta.
















