Formel 1: Fahrer schimpfen über «langweiligen» Madrid-GP-Kurs
Die Formel 1 erlebt beim ersten Gastspiel auf dem neuen «Madring» ein unwürdiges Schauspiel ohne Rennaction. Bei den Fahrern macht sich der Frust bemerkbar.

Das Wichtigste in Kürze
- Das erste Gastspiel der Formel 1 auf dem neuen Kurs in Madrid entpuppt sich als Reinfall.
- Auf dem neu gebauten Rundkurs ist Überholen so unmöglich wie sonst nur in Monaco.
- Die Fahrer sind frustriert – und fordern Änderungen. Denn Madrid hat einen F1-Vertrag bis 2035.
Der Premieren-Auftritt der Formel 1 auf dem neuen «Madring» in Madrid war ein weitgehend unwürdiges Schauspiel. Überholen war auf dem ungewöhnlichen Kurs ein Ding der Unmöglichkeit. Selbst in den Nachwuchs-Klassen gab es kaum Überholmanöver, in der Formel 1 wiederholte sich die Misere dann. Ganze vier Überholmanöver lieferte die Königsklasse – selbst in Monaco waren es zehn.
Bei den Fans ist der neue Rundkurs rund um das IFEMA-Messegelände entsprechend durchgefallen. Und auch die Fahrer sind vom ersten Gastspiel der Königsklasse auf dem brandneuen Kurs wenig begeistert. «Ich wäre auch fast eingeschlafen», meint etwa Audi-Pilot Gabriel Bortoleto nach dem Rennen.

Rennsieger Kimi Antonelli erlebte das miserable Streckenlayout aus der ersten Reihe. Fast das gesamte Rennen über steckte der Italiener hinter Ferrari-Pilot Charles Leclerc fest. «Überholmöglichkeiten gibt es definitiv nicht. Und man wird nicht zu Manövern eingeladen, denn in 80 Prozent der Fälle kracht es.»
«Miserable Strecke zum Rennfahren»
Auch Haas-Pilot Oliver Bearman war unglücklich mit dem Kurs – hatte damit aber schon im Vorfeld gerechnet. «Man muss sich ja nur das Strecken-Layout ansehen», schimpfte der Brite. «Dann ist schon ziemlich klar, dass es eine miserable Strecke zum Rennfahren sein wird.»

«Wenn man hier ankommt und das Layout sieht, fragt man sich schon: Was sollen wir hier bitteschön machen?», fragt sich der Haas-Jungstar. «Wir haben das der FIA schon am Freitag gesagt: Wir müssen einen Weg finden, die Strecke für uns etwas interessanter zu gestalten.»
Formel 1 bis 2035 in Madrid
Die Fahrer wünschen sich für die Zukunft – Madrid hat einen F1-Vertrag bis 2035 – dringend Änderungen an der Strecke. «Einige Kurven müssen geändert werden, um mehr Überholmöglichkeiten zu schaffen», stellt Antonelli klar. «Auf eine Runde gesehen ist die Strecke schön, aber im Rennen hängt man definitiv nur fest.»

Williams-Pilot Alex Albon schliesst sich dem Italiener an. «Nicht einmal die Formel-3-Autos können überholen. Dann weiss man, dass es das ganze Wochenende über keine Überholmanöver geben wird. Aber ich glaube, es sind nur ein paar Änderungen nötig – ansonsten ist es ehrlich gesagt keine schlechte Strecke.»
«Die Kurven 18 und 19 sind nutzlos»
Die meisten Probleme sehen die Fahrer in Kurve 5, die enge Schikane vor dem Mini-Tunnel. Dort räubert man über den Randstein, ein regelrechter Sprung wie einst der berüchtigte «Singapore Sling». «Von Turn 3 bis Turn 5 muss alles neu gemacht werden, mit geraderen Bremszonen. Die Schikane muss weg», so Albon.

Und Weltmeister Lando Norris würde auch den letzten Sektor für die Formel 1 völlig überarbeiten. «Sie sollten die Kurven 18 und 19 streichen – die sind nutzlos», so der Brite. «Ich verstehe nicht, wie sich jemand dieses Layout ansehen und sagen kann: Perfekt.»
















