Fifa will WM-Anteile verkaufen – Uefa droht mit Boykott!
Die Fifa plant offenbar, Investoren an der Fussball-WM zu beteiligen. Die Uefa denkt deshalb womöglich über einen Boykott sämtlicher Fifa-Wettbewerbe nach.

Das Wichtigste in Kürze
- Fifa-Präsident Infantino plant eine teilweise Privatisierung der WM.
- Die Uefa diskutiert laut Bloomberg über einen möglichen Boykott.
- Ein Boykott würde auch die WM und die Klub-WM betreffen.
Dem Weltfussball droht offenbar eine Spaltung. Kaum sind die Privatisierungspläne von Fifa-Präsident Gianni Infantino bekannt, wird bei der Uefa bereits über Gegenmassnahmen diskutiert. Das berichtet die Nachrichtenagentur «Bloomberg».
Infantino will Investoren aus der Wirtschaft an der Fussball-WM beteiligen – im Klartext: Er will Anteile der WM verkaufen. Als mögliche Antwort soll bei der Uefa sogar ein Boykott sämtlicher Fifa-Wettbewerbe im Raum stehen. Das würde sowohl die WM-Endrunde als auch die Fifa-Klub-WM betreffen.
Ein solcher Boykott hätte weitreichende Folgen: Die Schweizer Nati, aber auch Weltmeister Spanien würden dann nicht mehr an einer WM-Endrunde teilnehmen. Wie relevant Europas Teams sind, zeigte zuletzt das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko. Sechs der acht Viertelfinalisten kamen aus Europa.
Kritik an Fifa: «Damit wird eine Grenze überschritten»
Offiziell bestätigen wollen weder Uefa noch Fifa die Boykott-Überlegungen. Beide Verbände halten sich mit Stellungnahmen zurück. Uefa-Präsident Aleksander Ceferin (58) liess allerdings bereits ein deutliches Statement gegen die Fifa-Pläne verlauten.
«Damit wird eine Grenze überschritten, die die Führungsgremien des Fussballs niemals überschreiten sollten. Die Uefa nimmt die Angelegenheit äusserst ernst. Das sollte auch jeder nationale Fussballverband tun. Ebenso alle Beteiligten: Ligen, Vereine, Spieler, Fans, Regierungen und alle, denen die Zukunft des Fussballs am Herzen liegt.»

Die Fifa selbst versucht, das Thema herunterzuspielen. Die WM-Endrunde solle unter ihrer Kontrolle bleiben, Investoren dürften lediglich Minderheitsanteile ohne Mitspracherecht erwerben. Die Pläne brächten den Mitgliedern zudem erhebliche wirtschaftliche und infrastrukturelle Vorteile, so die Fifa.
















