Fifa: Uefa plant offenbar eigene Konkurrenz-Turniere zur WM
Die Uefa hält offenbar an ihrem WM-Boykott fest und führt laut Medienberichten Gespräche mit Concacaf und AFC über eigene Konkurrenzturniere zu Fifa-Turnieren.

Das Wichtigste in Kürze
- Uefa, Concacaf und AFC prüfen offenbar eigene Turniere als Alternative zur WM.
- Grund ist der Streit um Infantinos Plan, WM-Rechte an Investoren zu verkaufen.
- Als erstes Turnier könnte die Frauen-U20-WM in Polen ab 5. September betroffen sein.
Der europäische Fussballverband Uefa hält im Machtkampf mit Fifa-Präsident Gianni Infantino offenbar an weiteren Optionen fest.
Wie das Portal «Bloomberg» und die britische Zeitung «The Independent» unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen berichten, führt die Uefa erste Gespräche über mögliche internationale Turniere als Konkurrenz zu Fifa-Wettbewerben.
Beteiligt seien demnach auch der nord- und mittelamerikanische Verband Concacaf sowie die Asiatische Fussballkonföderation (AFC). Die Überlegungen befänden sich noch in einem frühen Stadium, heisst es weiter.
Sie wären die nächste Eskalationsstufe im Streit um Infantinos Pläne, einen Teil der WM-Rechte an Investoren zu verkaufen. Gegen diese Pläne hatte sich Widerstand geregt, worauf die Uefa mit einem Boykott von Fifa-Wettbewerben drohte.
Der Weltverband verwarf die umstrittenen Pläne inzwischen. Die Boykottdrohung erneuerte die Uefa dennoch. Es müsse sichergestellt werden, «dass derartige Versuche, den Fussball auf diese Weise zu entstellen, niemals wieder unternommen werden», formulierte die Uefa ihre Bedingung für ein Ende des Boykotts.
Frauen-U20-WM ohne Fifa?
Laut den Berichten gehe es den drei Verbänden darum, Spielerinnen und Spielern im Fall einer weiteren Zuspitzung Alternativen für internationale Wettbewerbe zu bieten. Als erstes Turnier könnte die Frauen-U20-WM betroffen sein, die am 5. September in Polen beginnt.

In einem offenen Brief hatten Uefa, AFC und Concacaf Infantino zuvor bereits scharf kritisiert und ihm Täuschung vorgeworfen. Zugleich verlangten die drei Verbände, dass die Aufarbeitung der Vorgänge nicht durch die Fifa selbst, sondern durch eine unabhängige dritte Stelle erfolgt. Zudem sollten relevante Unterlagen gesichert werden.












