Regierungsrats-Kandidat Jonas Lauwiner (König JL) im Interview

Der «König der Schweiz» will auch Berner Regierungsrat werden: Fair, verlässlich, Haltung zeigend – und mit offenem Ohr für die Bevölkerung.

Jonas Lauwiner König Regierungsrat
Jonas Lauwiner ist Kandidat der Partei «König JL» für den Regierungsrat. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Jonas Lauwiner (König JL) kandidiert für den Regierungsrat.
  • Er will nicht Teil des «Polit-Clubs» sein, sondern näher bei Menschen politisieren.
  • Anpacken will er bei Krankenkassenprämien, Verkehr, Steuerbelastung & Arbeitsplatzverlust.

Wenn das Berner Stimmvolk am 29. März 2026 eine neue Kantonsregierung bestimmt, treten auch vier Aussenseiter zur Wahl an. Anders als die zwölf weiteren Kandidierenden gehören sie nicht einer der etablierten Parteien an.

Jonas Lauwiner dürfte der Exot unter diesen Exoten sein: Der selbsternannte «König der Schweiz» machte bisher vor allem Schlagzeilen durch die Übernahme herrenloser Grundstücke. Er ist indes kein Polit-Neuling: Zwar verpasste er die Wahl als Burgdorfer Stadtpräsident, er sitzt aber seit 2025 im Stadtparlament für seine Partei «König JL».

Im BärnerBär-Interview gibt sich Lauwiner als Monarch fürs Volk: Er beschreibt, wie er sich Politik nah bei den Menschen vorstellt, ausgerichtet an den Bedürfnissen der Bevölkerung.

Er sagt aber auch, wann er die Regeln der Demokratie akzeptiert – und wann er nicht aufs Maul hocken will.

Rathaus Bern Wahl Front
Wer schafft die Wahl ins Berner Rathaus am 29. März 2029? - Daniel Zaugg

BärnerBär: Der Kanton Bern zählt über 700'000 Stimmberechtigte, die sich als Kandidierende aufstellen lassen könnten. Warum sollten diese ausgerechnet Sie in den Regierungsrat wählen?

Jonas Lauwiner: Weil ich Politik nicht als Karriere verstehe, sondern als Auftrag. Ich kenne das echte Leben ausserhalb der Politik: Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen, Resultate liefern – und auch wissen, wie es ist, wenn das Budget am Monatsende knapp wird.

Ich stehe für eine Politik, die wieder näher bei den Menschen ist: klar, bodenständig, lösungsorientiert. Im Regierungsrat will ich nicht Teil eines «Polit-Clubs» sein, sondern eine starke Stimme für die Bürgerinnen und Bürger – unabhängig, direkt und nachvollziehbar.

Jonas Lauwiner Kanone Uniform
Jonas Lauwiner besitzt an seinem Wohnort in Oberburg BE auch eine 20mm-Kanone sowie die passende Uniform für jede Gelegenheit. - keystone

BärnerBär: Welchen der Kandidierenden müssen Sie unbedingt schlagen, um eine Chance zu haben?

Lauwiner: Ich trete nicht an, um Personen zu «schlagen», sondern um Vertrauen zu gewinnen. Entscheidend ist, ob die Bernerinnen und Berner das Gefühl haben: Der hört zu, der versteht unsere Sorgen, und der liefert Lösungen. Darauf konzentriere ich mich – auf Inhalte, auf Glaubwürdigkeit und auf konkrete Verbesserungen im Alltag.

BärnerBär: Wir erleben gerade politisch unruhige Zeiten, viele sprechen gar von einer «neuen Ära». Hat die Bevölkerung noch genug Vertrauen in die Politik?

Lauwiner: Das Vertrauen ist spürbar unter Druck – und leider oft zu Recht. Viele Menschen erleben, dass Entscheide zu wenig transparent wirken oder dass Abmachungen wichtiger sind als echte Debatten.

Ich sehe das auch aus meiner Erfahrung im Stadtrat von Burgdorf: Wenn Verwaltung und Taktik den Ton angeben, fühlt sich die Bevölkerung nicht mehr ernst genommen.

Mein Anspruch ist: mehr Offenheit, mehr Mut zur eigenen Haltung und vor allem Entscheidungen, die nachvollziehbar dem Gemeinwohl dienen – nicht den bequemsten Abläufen.

Wie wählst du bei den Berner Regierungsratswahlen?

BärnerBär: Auf welche (politische) Leistung in Ihrer Karriere sind Sie besonders stolz?

Lauwiner: Dass ich Ende 2024 mit meiner eigenen Partei zum Stadtrat von Burgdorf gewählt wurde – aus eigener Kraft und mit einer klaren Botschaft.

Ich bin stolz darauf, dieses Vertrauen jeden Tag mit harter Arbeit zurückzuzahlen: präsent sein, ansprechbar bleiben und konsequent für Lösungen kämpfen, die den Menschen konkret nützen.

Jonas Lauwiner Panzer
Jonas Lauwiner, portraitiert vor seinem Oldtimer-Panzer, am 15. August 2025, in Oberburg BE. - keystone

BärnerBär: Über welche Herausforderung für den Kanton Bern hat man bis jetzt viel zu wenig geredet?

Lauwiner: Wir reden zu oft um Probleme herum – statt sie endlich anzupacken. Krankenkassenprämien, Verkehr, Steuerbelastung und der Verlust von Arbeitsplätzen treffen die Menschen direkt.

Was mir zu kurz kommt: Der politische Wille, echte Reformen durchzusetzen – auch wenn sie unbequem sind. Bern muss für Familien, Berufstätige und Unternehmen attraktiv bleiben. Nur mit starken Arbeitsplätzen und vernünftigen Rahmenbedingungen bleibt unser Kanton lebenswert – und finanzierbar.

BärnerBär: Was würde im Kanton Bern anders, wenn es der bürgerlichen Allianz gelingt, einen fünften Sitz zu ergattern?

Lauwiner: Wichtiger als das Etikett «Allianz» ist die Haltung: Politik muss wieder konsequent an den Bedürfnissen der Bevölkerung ausgerichtet werden.

Wenn es gelingt, mehr bürgerliche Verantwortung und mehr wirtschaftliche Vernunft in den Regierungsrat zu bringen, kann das zu pragmatischeren Entscheiden führen: weniger Symbolpolitik, mehr Wirkung.

Mir ist zentral, dass Regierungsräte unabhängig bleiben, Rückgrat zeigen und dem Volk dienen – nicht Strukturen, nicht Partikularinteressen.

Berner Regierungsrat
Der 2022 gewählte Berner Regierungsrat (v.l.n.r.): Christoph Ammann (SP), Evi Allemann (SP), Christoph Neuhaus (SVP), Astrid Bärtschi (Mitte), Philippe Müller (FDP), Christine Häsler (GPS) und Pierre Alain Schnegg (SVP). - keystone

BärnerBär: Was für konkrete Auswirkungen hätte es, wenn die SP den Jurasitz gewinnt und es wieder eine linke Mehrheit gäbe im Regierungsrat?

Lauwiner: Ich respektiere jede Wählerin und jeden Wähler – aber ich sehe klare Risiken bei einer linken Mehrheit: höhere Staatsausgaben, mehr Umverteilung, mehr Regulierung und damit mehr Druck auf Mittelstand, KMU und Arbeitsplätze.

Bern braucht eine Politik, die Leistung ermöglicht, Investitionen anzieht und den Staat effizient hält. Soziale Verantwortung ja – aber ohne ideologische Experimente. Entscheidend ist, dass wir Probleme lösen, ohne die finanzielle Stabilität und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Kantons aufs Spiel zu setzen.

BärnerBär: Wie gehen Sie mit Entscheiden um, die Sie persönlich für falsch halten, aber wegen der Konkordanz mittragen müssen?

Lauwiner: In einer Demokratie gilt der Mehrheitsentscheid – das respektiere ich. Gleichzeitig ist Konkordanz kein Maulkorb: Wenn ich überzeugt bin, dass ein Entscheid falsch ist, sage ich das offen, begründe es sauber und arbeite daran, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Niederlagen gehören dazu – Aufgeben nicht. Entscheidend ist, dass man fair bleibt, verlässlich handelt und trotzdem Haltung zeigt.

BärnerBär: Woran würden Sie am Ende Ihrer Amtszeit messen, ob Sie erfolgreich waren?

Lauwiner: An messbaren Resultaten – nicht an schönen Worten. Ich will, dass man es spürt: solide Kantonsfinanzen, weniger unnötige Ausgaben, effizientere Abläufe und echte Entlastung dort, wo der Druck am grössten ist.

Und ich meine das auch persönlich: Ich bin bereit, bei meiner Wahl, auf die Hälfte meines Regierungsratslohns zu verzichten – als klares Signal, dass Politik Dienst am Volk ist und nicht Selbstbedienung. Erfolg ist, wenn die Menschen sagen: Der hat geliefert – und zwar für uns.

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Kommentare

User #6212 (nicht angemeldet)

Solcher "König" fehlt uns noch, einer der in einer Blase lebt und meint, er hätte gewisse Rechte gegenüber den Bürgern! Absolut eine NEIN Stimme!

User #1426 (nicht angemeldet)

KESB einschalten. Seine Ribbons hat er aus welchen Kriegen?

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