Regierungsrats-Kandidat Tom Gerber (EVP) im Interview

Matthias Bärlocher
Matthias Bärlocher

Biel/Bienne,

Der Landwirt aus Reconvilier BE rechnet sich keine grossen Chancen aus. Dabei bringt er einen ganzen Rucksack an Erfahrung mit.

Tom Gerber EVP Regierungsrat
Tom Gerber ist Kandidat der EVP für den Regierungsrat. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Tom Gerber (EVP) kandidiert für den Regierungsrat.
  • Er setzt sich für Politik «nah am Volk» ein und weniger Professionalisierung.
  • Über die Herausforderungen an den Schulen im Kanton Bern werde zu wenig gesprochen.

Am 29. März wählt das bernische Stimmvolk ein neues Parlament und eine neue Regierung. Für die sieben Sitze im Regierungsrat kandidieren 16 Personen, davon vier Bisherige.

EVPler Tom Gerber ist einer der neu Kandidierenden. Er tritt zusammen mit Parteikollegin Barbara Stotzer-Wyss an. Da Gerber in Reconvilier BE wohnt und französischsprachig ist, wäre er auch für die Wahl in den Jura-Sitz qualifiziert. Er scheint sich aber wenig Hoffnung auf einen Wahlerfolg zu machen.

Gerber ist seit 2017 Mitglied des Grossen Rats. In den Nullerjahren war er neun Jahre lang Gemeinderat von Reconvilier.

Barbara Stotzer-Wyss Tom Gerber
Barbara Stotzer-Wyss und Tom Gerber bei ihrer Nomination als Kandidierende für den Regierungsrat durch die Delegierten der EVP Kanton Bern, am 22. März 2025. - Screenshot evp-be.ch

BärnerBär: Der Kanton Bern zählt über 700'000 Stimmberechtigte, die sich als Kandidierende aufstellen lassen könnten. Warum sollten diese ausgerechnet Sie in den Regierungsrat wählen?

Tom Gerber: Weil ich bereits eine langjährige Erfahrung auf Gemeindeebene, im Conseil du Jura bernois und jetzt seit mehr als acht Jahre im Grossen Rat habe. Und auch Ideen habe, um der Bevölkerung zu dienen.

BärnerBär: Welchen der Kandidierenden müssen Sie unbedingt schlagen, um eine Chance zu haben?

Gerber: Ein paar.

Wie wählst du bei den Berner Regierungsratswahlen?

BärnerBär: Wir erleben gerade unruhige Zeiten, viele sprechen gar von einer «neuen Ära». Hat die Bevölkerung noch genug Vertrauen in die Politik?

Gerber: Es ist mir sehr wichtig, dass die Politik «nah am Volk» bleibt. Deswegen soll sich die Politik auf keinen Fall mehr professionalisieren.

BärnerBär: Auf welche (politische) Leistung in Ihrer Karriere sind Sie besonders stolz?

Gerber: Eigentlich am meisten auf meine Arbeit in der Geschäftsprüfungskommission (GPK) – die Arbeit, die man nicht sieht. Den Rest kann man online nachschauen.

Reconvilier
Die Gemeinde Reconvilier BE im Berner Jura. - Screenshot reconvilier.ch

BärnerBär: Über welche Herausforderung für den Kanton Bern hat man bis jetzt viel zu wenig geredet?

Gerber: Über die Herausforderungen in den Schulen und über gesellschaftliche Herausforderungen wie die psychische Gesundheit bei Jugendlichen.

BärnerBär: Was würde im Kanton Bern anders, wenn es der bürgerlichen Allianz gelingt, einen fünften Sitz zu ergattern?

Gerber: Wahrscheinlich gar nicht so wahnsinnig viel; es kommt aber auch drauf an, wie es im Parlament aussieht.

BärnerBär: Was für konkrete Auswirkung hätte es, wenn die SP den Jurasitz gewinnt und es wieder eine linke Mehrheit gäbe im Regierungsrat?

Gerber: Ich glaube nicht, dass es passieren wird.

BärnerBär: Wie gehen Sie mit Entscheiden um, die Sie persönlich für falsch halten, aber wegen der Konkordanz mittragen müssen?

Gerber: Ich erachte unser Konkordanz-System als sehr gut. Der Regierungsrat sind nicht nur Einzelpersonen, sie müssen zusammen auch gut funktionieren und dazu gehört es auch, nicht zur Mehrheit zu gehören.

BärnerBär: Woran würden Sie am Ende Ihrer Amtszeit messen, ob Sie erfolgreich waren?

Gerber: Zuerst müssen sie mich jetzt wählen… Es soll aber der Berner Bevölkerung gut gehen.

Mehr zum Thema:

Kommentare

Weiterlesen

Rathaus
14 Interaktionen
Bern
Barbara Stotzer-Wyss
5 Interaktionen
Bern
Regierungsratswahl Pierre Alain Schnegg
20 Interaktionen
Schnegg (SVP)

MEHR AUS BIEL

Sandra Hess FDP Nidau
18 Interaktionen
Sandra Hess
1 Interaktionen
Im Petersdom
1 Interaktionen
Busswil BE
Pieterlen