Regierungsrats-Kandidat Daniel Bichsel (SVP) im Interview
Der Gemeindepräsident von Zollikofen will mit Effizienz und Innovation das volle Potenzial des Kantons ausschöpfen.

Das Wichtigste in Kürze
- Daniel Bichsel (SVP) kandidiert auf dem bürgerlichen 5er-Ticket für den Regierungsrat.
- Er bringt seine langjährige Erfahrung als Gemeindepräsident und Grossrat ins Spiel.
- Seine Themen: Sinkende Steuern und Wahrung des Zusammenhalts.
Am 29. März wählt die Stimmbevölkerung des Kantons Bern ein neues Parlament und eine neue Regierung. 16 Personen kandidieren für die sieben Sitze im Regierungsrat, davon vier Bisherige.
Zu den neu Kandidierenden zählt SVPler Daniel Bichsel: Er tritt an, um den freiwerdenden SVP-Sitz von Christoph Neuhaus zu verteidigen beziehungsweise um einen bürgerlichen Sitz dazuzugewinnen. Denn nebst Bichsel kandidiert mit Raphael Lanz ein weiterer Neuling aus der SVP für den Regierungsrat.
Daniel Bichsel ist seit 2013 Gemeindepräsident von Zollikofen und seit 2014 Mitglied im Grossen Rat. In diesem ersten Teil der Kandidierenden-Serie im BärnerBär sagt Daniel Bichsel, worauf er stolz ist. Und wie sich ein zusätzlicher SVP-Regierungsratssitz auswirken würde.

BärnerBär: Der Kanton Bern zählt über 700'000 Stimmberechtigte, die sich als Kandidierende aufstellen lassen könnten. Warum sollten diese ausgerechnet Sie in den Regierungsrat wählen?
Daniel Bichsel: Als 57-Jähriger verfüge ich als Grossrat und ehemaliger Präsident der Finanzkommission sowie als Präsident des Verbandes Bernischer Gemeinden über ein umfassendes Bild über den Kanton Bern und seine gesellschaftlichen und politischen Facetten.
Insbesondere meine langjährige Exekutiverfahrung als Gemeindepräsident von Zollikofen kann ich in die Regierungsarbeit einbringen.
BärnerBär: Welchen der Kandidierenden müssen Sie unbedingt schlagen, um eine Chance zu haben?
Bichsel: Die grössten Chancen bestehen darin, wenn das bürgerliche 5er-Ticket in geschlossener Form gewählt wird.
BärnerBär: Politisch erleben wir gerade unruhige Zeiten, viele sprechen gar von einer «neuen Ära». Hat die Bevölkerung noch genug Vertrauen in die Politik?
Bichsel: Ich bin überzeugt, dass die Bevölkerung unterscheiden kann, in wessen Politik sie Vertrauen haben kann. Generell gilt es jedoch dazu Sorge zu tragen, damit nicht ein flächendeckendes Misstrauen und Verdruss gegenüber der Politik entsteht.

BärnerBär: Auf welche (politische) Leistung in Ihrer Karriere sind Sie besonders stolz?
Bichsel: Als Gemeindepräsident bin ich stolz, dass wir über einen äusserst gesunden Gemeindefinanzhaushalt verfügen – ohne externe Schulden! Auch die Genehmigung der kommunalen Ortsplanung mit 80 Prozent Ja-Stimmen-Anteil hat mich sehr gefreut.
Als Grossrat und damaliger FIKO-Präsident bin ich stolz auf die erfolgreiche Verfassungsänderung im Kanton Bern mit Modifizierung der bernischen Schuldenbremse: weg von der Einjahres- hin zu einer Mehrjahresbetrachtung.
BärnerBär: Über welche Herausforderung für den Kanton Bern hat man bis jetzt viel zu wenig geredet?
Bichsel: Effizienz, Innovation und gezielte Förderung der Standortattraktivität sind nötig, um das volle Potenzial vom und im Kanton zu entfalten.

BärnerBär: Was würde im Kanton Bern anders, wenn es der bürgerlichen Allianz gelingt, einen fünften Sitz zu ergattern?
Bichsel: Die Stärkung der bürgerlichen Anliegen und langfristige Sicherung der bürgerlichen Mehrheit im Regierungsrat. Zudem würden fünf kantonale Direktionen durch Bürgerliche geführt.
BärnerBär: Was für konkrete Auswirkung hätte es, wenn die SP den Jurasitz gewinnt und es wieder eine linke Mehrheit gäbe im Regierungsrat?
Bichsel: In den vergangenen Legislaturperioden gab oft der Sitz für den Berner Jura den Ausschlag, ob die Regierung im Kanton Bern links-grün oder bürgerlich zusammengesetzt war.
Eine linke Mehrheit in der Exekutive würde vermutlich auf eine bürgerliche Mehrheit in der Legislative, dem Grossen Rat, stossen, was zu erschwertem und lähmendem Geschäftsgang führen kann.
BärnerBär: Wie gehen Sie mit Entscheiden um, die Sie persönlich für falsch halten, aber wegen der Konkordanz mittragen müssen?
Bichsel: Als Mitglied einer Exekutivbehörde ist mir das Kollegialitätsprinzip bereits bisher hinlänglich bekannt. Als Ratsmitglied vertritt man die getroffenen Beschlüsse und gibt keine abweichende Stellungnahme ab.
BärnerBär: Woran würden Sie am Ende Ihrer Amtszeit messen, ob Sie erfolgreich waren?
Bichsel: Wenn die Steuerbelastung für Bürgerinnen und Bürger und Firmen gesunken ist, wenn die Bewilligungsverfahren generell beschleunigt werden konnten, sowie wenn der gesellschaftliche Zusammenhalt gewahrt werden konnte.








