Regierungsrats-Kandidat Raphael Lanz (SVP) im Interview
Der Thuner Stadtpräsident will als Regierungsrat für tiefere Steuern und weniger Bürokratie sorgen und sich für gute Beziehungen von Stadt und Land einsetzen.

Das Wichtigste in Kürze
- Raphael Lanz (SVP) kandidiert für den Regierungsrat.
- Er habe als langjähriger Stadtpräsident von Thun die nötige Führungserfahrung.
- Inhaltlich setzt Lanz auf tiefere Steuern und einen attraktiveren Kanton Bern.
In einem Monat wählt das Berner Stimmvolk ein neues Parlament und eine neue Regierung. Für die sieben Sitze im Regierungsrat kandidieren 16 Personen, davon vier Bisherige.
Zu den neu Kandidierenden zählt SVPler Raphael Lanz: Er tritt an, um den freiwerdenden SVP-Sitz von Christoph Neuhaus zu verteidigen beziehungsweise um einen bürgerlichen Sitz dazuzugewinnen. Denn nebst Schnegg kandidiert mit Daniel Bichsel ein weiterer Neuling aus der SVP für den Regierungsrat.
Lanz ist seit 2011 Thuner Stadtpräsident und seit 2014 Mitglied des Grossen Rats. Im Interview mit dem BärnerBär sagt er, auf welche Leistung er besonders stolz ist. Und weshalb sich die Berner Bevölkerung auf ihn verlassen könne.

BärnerBär: Der Kanton Bern zählt über 700'000 Stimmberechtigte, die sich als Kandidierende aufstellen lassen könnten. Warum sollten diese ausgerechnet Sie in den Regierungsrat wählen?
Raphael Lanz: Als langjähriger Stadtpräsident von Thun und als Grossrat verfüge ich über die notwendige Exekutiv- und Führungserfahrung, die es für diese Aufgabe braucht. Ich setze mich für eine positive wirtschaftliche Entwicklung, mehr Lebensqualität sowie für eine gute Beziehung zwischen Stadt und Land ein. Gemeinsam bringen wir den Kanton Bern pragmatisch, mutig und verlässlich voran.
BärnerBär: Welchen der Kandidierenden müssen Sie unbedingt schlagen, um eine Chance zu haben?
Lanz: Ich kandidiere nicht gegen die anderen Kandidierenden, sondern FÜR das Amt als Regierungsrat und bin voll motiviert, mich mit Herzblut für unseren Kanton einzusetzen.

BärnerBär: Wir erleben gerade unruhige Zeiten, viele sprechen gar von einer «neuen Ära». Hat die Bevölkerung noch genug Vertrauen in die Politik?
Lanz: Gerade in unruhigen Zeiten sind Führungserfahrung und Verlässlichkeit wichtig. Ich habe einen entsprechenden Leistungsausweis und kann deshalb sagen: Die Berner Bevölkerung kann auf mich zählen.
BärnerBär: Auf welche (politische) Leistung in Ihrer Karriere sind Sie besonders stolz?
Lanz: Thun hat sich während meiner Amtszeit sehr gut entwickelt. Jüngstes Beispiel ist der Entscheid des Schweizerischen Fussballverbandes, seinen Campus in Thun anzusiedeln. Ich bin überzeugt, dass auch der Kanton Bern noch attraktiver werden kann.

BärnerBär: Über welche Herausforderung für den Kanton Bern hat man bis jetzt viel zu wenig geredet?
Lanz: Ich setze mich für raschere Verfahren und weniger Bürokratie ein. Eine Idee zum Abbau von bürokratischen Hindernissen wäre, dass sich das Parlament einmal jährlich nicht mit dem Erlass neuer, sondern mit der Aufhebung bestehender Regelungen befasst.
BärnerBär: Was würde im Kanton Bern anders, wenn es der bürgerlichen Allianz gelingt, einen fünften Sitz zu ergattern?
Lanz: Die Attraktivität des Kantons würde höher und die Steuerbelastung geringer. Wir wollen bei den Steuern vom letzten Platz weg und mindestens einen Mittelfeldplatz erreichen.
Der Kanton Bern mit seinen vielfältigen Regionen hat viele Stärken, die wir noch besser zur Geltung bringen können. Längerfristig wird sich die höhere Attraktivität auszahlen, so dass der Kanton mehr Mittel haben wird, um seine wichtigen Aufgaben zu erfüllen.

BärnerBär: Was für konkrete Auswirkung hätte es, wenn die SP den Jurasitz gewinnt und es wieder eine linke Mehrheit gäbe im Regierungsrat?
Lanz: Es wäre wohl mit höheren Staatsausgaben in vielen Bereichen zu rechnen, was langfristig die Attraktivität des Kantons negativ beeinflussen würde.
BärnerBär: Wie gehen Sie mit Entscheiden um, die Sie persönlich für falsch halten, aber wegen der Konkordanz mittragen müssen?
Lanz: Ich habe jahrelange Erfahrung in einer Kollegialbehörde. Da gehört es dazu, auch mal Entscheide mitzutragen, mit denen ich mich nicht vollumfänglich identifizieren kann.
BärnerBär: Woran würden Sie am Ende Ihrer Amtszeit messen, ob Sie erfolgreich waren?
Lanz: An der wirtschaftlichen Entwicklung des Kantons – konkret: tiefere Steuern, raschere Verfahren und weniger Bürokratie.
Regierungsratswahl im Kanton Bern am 29. März 2026
Der BärnerBär stellt die Kandidierenden vor, die gerne einen der sieben Sitze im Regierungsrat erobern möchten. Bisher erschienen sind:
Daniel Bichsel (SVP/neu)
Hervé Gullotti (SP/neu)
Astrid Bärtschi (Mitte/bisher)
Barbara Stotzer-Wyss (EVP/neu)
Aline Trede (Grüne/neu)
Madeleine Amstutz (parteilos/neu)
Melanie Hartmann (Piraten/neu)
Philippe Müller (FDP/bisher)
Pierre Alain Schnegg (SVP/bisher)
Reto Müller (SP/neu)
Jorgo Ananiadis (Piraten/neu)
Tom Gerber (EVP/neu)
Tobias Vögeli (GLP/neu)








