Donald Trump droht – doch die Welt hört kaum noch hin
Donald Trump droht – doch kaum jemand zittert noch. Vom Iran bis Kanada schwindet das Gewicht seiner Worte. Experten sprechen von einer Schwächephase.

In Washington gehen die Inszenierungen weiter: Nach einer Militärparade setzt Donald Trump nun auf ein Autorennen rund um das Kapitol. Während die Show also läuft, wachsen die Zweifel an seiner politischen Durchsetzungskraft.
ZDF-Korrespondentin Katrin Eigendorf beobachtet, dass Trump «immer wilder wie ein aufgeregter Vogel um sich» schlage. Das sagt sie im neuen auslandsjournal-Podcast «Der Trump-Effekt», wie «ZDFheute» berichtet.
Einig sind sich drei ZDF-Korrespondenten darin, dass Trumps Drohungen gegenüber Iran und Russland an Abschreckungswirkung verlieren. «Rund um den Erdball sagen jetzt viele: Es ist uns doch egal, was Trump sagt», analysiert Elmar Thevessen, ZDF-Studioleiter in Washington.
«Präsidentschaft im roten Bereich»
Auch Ulf Röller, ZDF-Studioleiter in Brüssel, sieht laut «ZDFheute» deutliche Anzeichen einer Schwächephase. Er hält fest: «Trumps Präsidentschaft befindet sich im roten Bereich.»
Thevessen stellt die Frage, ob Donald Trump künftig nicht mehr nur zur Rhetorik, sondern zu extremen Taten greife. Er wolle «eine Wirkung sehen» und wieder ernst genommen werden, so der Korrespondent.
Als Musterbeispiel für Trumps schwindende Autorität gilt der eskalierende Zollstreit mit Kanada. Premierminister Carney liess den Handelsdeal platzen und kündigte an, auf Trumps Strafzölle «Dollar für Dollar» zu antworten, berichtet das «SRF».
Donald Trump: Drohungen ohne Folgen
Laut dem «Handelsblatt» zeigt sich im Iran-Konflikt dasselbe Muster. Trump habe dem Iran bereits mehrfach mit vernichtender Gewalt gedroht – nur um seine Rhetorik danach wieder zu relativieren.
Aus Teheran heisst es, man habe «gelernt, diese Beschränkungen zu umgehen», und sei darin «mittlerweile sehr versiert». Der Iran zeige sich von Trumps Drohung mit einem beispiellosen Wirtschaftskrieg demonstrativ unbeeindruckt.
Auch innenpolitisch stehe Trump mit dem Rücken an der Wand, schreibt das «Handelsblatt». Angebliche Meilensteine wie eine Hamas-Entwaffnungseinigung oder das Iran-Rahmenabkommen vom Juni hätten eine kurze Halbwertszeit gehabt.
Wer filtert Trumps Informationen?
Hinzu kommt laut «ZDFheute» die Frage, ob Trump noch ungefilterte Informationen erhält. Im Fokus steht dabei seine neue enge Vertraute Natalie Harp.

Thevessen bezeichnet sie als «Human Printer»: eine Frau, die dem Präsidenten überallhin folge und als seine Social-Media-Managerin gelte. Ihre wachsende Rolle wirft für die Podcast-Runde die Frage auf, ob Trump noch Zugang zu ungeschminkter Kritik habe.
Für Eigendorf steht Kanadas Widerstand exemplarisch für eine grössere Entwicklung: Der wichtigste und weitreichendste Trump-Effekt sei derzeit, dass die Welt sich neu ordne – und zwar ohne sein Zutun.















