CIA-Geheimbesuch in Moskau – Putin testet den Westen
Die Reise des CIA-Chefs nach Moskau weckt schlimme Erinnerungen. US-Geheimdienste fürchten, Putin könnte die Nato testen.

CIA-Chef John Ratcliffe flog am Dienstag überraschend in die russische Hauptstadt und traf dort Geheimdienstchef Sergej Naryschkin zu Gesprächen. Wie das «Handelsblatt» berichtet, warnte Ratcliffe Russland dabei vor einem Angriff auf Nato-Verbündete, besonders im Baltikum.
US-Geheimdienste halten es für möglich, dass Russland die Entschlossenheit des Bündnisses mit einer begrenzten Attacke auf die Probe stellen könnte. Als Szenarien gelten sowohl schwere Cyberangriffe als auch militärische Vorstösse, so das «Handelsblatt» weiter.
Kremlsprecher Dmitri Peskow wies die Berichte umgehend als «alarmistisch» zurück. «Viele solcher Horrorgeschichten werden derzeit veröffentlicht. Sie haben natürlich nichts mit der Realität und mit den Absichten Russlands zu tun», sagte Peskow laut «ZDFheute».
Moskau bestreitet – Trump spielt es herunter
Russlands Geheimdienstchef Naryschkin bezeichnete laut «ZDFheute» das Treffen als «nichts Ungewöhnliches» und sprach von einem normalen Arbeitsformat. US-Präsident Donald Trump sagte, der Besuch in Moskau sei «halb routinemässig» verlaufen, und fügte hinzu: «Wir würden den Krieg mit der Ukraine gerne beendet sehen.»
Beobachter zeigten sich durch diese Einschätzung wenig beruhigt, wie «T-Online» festhält. Denn es gibt aktuell keine Routine-Reisen eines US-Geheimdienstchefs nach Moskau.
Laut «ZDFheute» drängte Ratcliffe Moskau ausserdem dazu, seine militärische und finanzielle Unterstützung für den Iran zurückzufahren. Über weitere Gesprächsinhalte schwiegen alle Beteiligten.
Ein düsteres Vorbild aus dem Jahr 2021
Das letzte bekannte Mal, dass ein CIA-Chef nach Moskau reiste, war 2021.
Damals flog William Burns im Auftrag von Präsident Biden in die russische Hauptstadt, um eine Invasion der Ukraine zu verhindern. Er scheiterte – am 24. Februar 2022 begann Russland seinen Angriffskrieg, wie «T-Online» in Erinnerung ruft.
Die Parallele erklärt, warum Ratcliffes Besuch in Europa besondere Aufmerksamkeit erregt. Erneut nimmt Washington die Möglichkeit einer russischen Eskalation offenbar ernst genug, um einen CIA-Direktor persönlich nach Moskau zu schicken.
Hybride Angriffe als grösste Gefahr

Cyberangriffe lassen sich oft nicht sofort zuordnen. Sabotage kann über Mittelsmänner organisiert werden – und ein begrenzter Vorstoss könnte das Bündnis unter enormen Zeitdruck setzen.
Wie real diese Grauzone ist, zeigt der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle Anfang August, berichtet «T-Online». Innenminister Alexander Dobrindt beschrieb das Problem offen: Russland mache es «sehr, sehr leicht, aktuell einen Verdacht zu haben», aber «sehr, sehr schwer, den Beweis zu führen».















