Moskau dementiert Nato-Warnung von CIA-Chef Ratcliffe
Moskau weist Berichte über eine Nato-Warnung von CIA-Chef Ratcliffe als «Horrorgeschichten» zurück – doch die Reise wirft Fragen auf.

CIA-Chef John Ratcliffe besuchte diese Woche unangekündigt die russische Hauptstadt Moskau – sein erster bekannter Besuch dort als Direktor. Wie «ZDFheute» berichtet, hatten «Wall Street Journal» und CBS News zuvor enthüllt, was hinter der geheimen Reise steckte.
Ratcliffe soll Russland demnach vor einem militärischen Vorgehen gegen Nato-Verbündete gewarnt haben. US-Geheimdienstanalysen deuten darauf hin, dass Moskau versuchen könnte, das Bündnis mit einem begrenzten Angriff auf die Probe zu stellen.
Besonderes Augenmerk richtet sich dabei auf die baltischen Nato-Mitglieder Estland, Lettland und Litauen. Ratcliffe soll laut «ORF» auch den Kreml dazu gedrängt haben, seine finanzielle und militärische Unterstützung für den Iran zu reduzieren.
CIA-Chef in Moskau – warnte er vor einem Nato-Angriff?
Moskau wies laut «ZDFheute» die Darstellungen umgehend zurück. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte gegenüber Medien: «Viele solcher Horrorgeschichten werden derzeit veröffentlicht. Sie haben natürlich nichts mit der Realität und mit den Absichten Russlands zu tun.»
Peskow betonte zudem, Russland sei vielmehr mit einem «sehr aggressiven» Kurs europäischer Länder konfrontiert. Ein Treffen zwischen Ratcliffe und Präsident Wladimir Putin habe es laut «ORF» nicht gegeben.
Der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, Sergej Naryschkin, bestätigte das Treffen mit CIA-Chef Ratcliffe. Er bezeichnete es als Zusammenkunft in normalem «Arbeitsformat» – über konkrete Inhalte schwieg er.
Trump spricht von «halbroutinmässigem» Besuch
US-Präsident Donald Trump äusserte sich laut «ZDFheute» zu der Reise seines Geheimdienstchefs nach Moskau.
Er erklärte: «Wir würden den Krieg mit der Ukraine gerne beendet sehen», und beschrieb den Besuch als «halb routinemässig».
Das Weisse Haus liess laut «ZDFheute» eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst unbeantwortet. Die CIA äusserte sich ebenfalls nicht offiziell zu dem Vorfall.
Baltische Staaten sehen vorerst kein erhöhtes Risiko
Die baltischen Regierungen reagierten trotz der Berichte verhalten. Lettlands Staatspräsident Edgars Rinkevics betonte laut «ORF»: «Das Risiko eines direkten russischen Angriffs ist derzeit gering.»

Er räumte jedoch ein, dass Sabotageakte, Cyberangriffe und hybride Operationen weiterhin möglich blieben. CIA-Chef Ratcliffe war laut Flugverfolgungsportalen auf dem Weg nach Moskau über die lettische Hauptstadt Riga geflogen.
Aus dem Jahr 2021 datiert der letzte bekannte Besuch eines CIA-Direktors in Russland. Damals reiste William Burns nach Moskau, um Putin vor der Invasion der Ukraine zu warnen. Drei Monate später begann der Angriffskrieg, wie «web.de» in Erinnerung ruft.















