Donald Trump droht der Schweiz erneut: «Kann alle Geschäfte stoppen»
Donald Trump legt im Streit um die Zinsen gegen die Schweiz nach. Dabei greift der US-Präsident auf Zahlen zurück, die Fragen aufwerfen.

Das Wichtigste in Kürze
- Donald Trump schiesst erneut gegen die Schweiz.
- Er droht damit, sämtliche Geschäfte stoppen zu können.
- Grund für seinen Ärger sind unter anderem die tiefen Schweizer Zinsen.
Donald Trump hat die Schweiz erneut ins Visier genommen. In einem Interview mit dem «Washington Examiner» wurde er auf die hohen Renditen amerikanischer Staatsanleihen angesprochen.
Statt nur über den US-Anleihenmarkt zu sprechen, zog Trump einen Vergleich mit der Schweiz. Diese habe mit rund 0,5 Prozent die tiefsten Zinsen, während die USA 3,5 Prozent bezahlen würden.
Trump: «Sie leben von den Vereinigten Staaten»
Dann verschärfte der US-Präsident den Ton. Er habe das «absolute Recht», sämtliche Geschäfte mit einem Land wie der Schweiz abzubrechen, erklärte Trump.
Eigentlich wolle er die Schweiz gar nicht herausgreifen. Es gebe rund 60 Länder in einer ähnlichen Situation. Diese würden von den Vereinigten Staaten leben, behauptete Trump.
Für Donald Trump ist klar: Die USA dürften nicht höhere Zinsen bezahlen als Länder wie die Schweiz. Früher hätten die Vereinigten Staaten weltweit von den tiefsten Zinsen profitiert.
Die Aussagen fallen in eine heikle Phase.
Die Schweiz und die USA verhandeln weiterhin über ein umfassendes Handelsabkommen. Seit dem 24. Juli gelten für viele Schweizer Waren in den USA Einfuhrabgaben von insgesamt 12,5 Prozent. Für Pharmaprodukte gelten separate Regeln mit Abgaben von bis zu 15 Prozent.
Trump drohte bereits mit Uhren-Stopp
Es ist nicht das erste Mal, dass Donald Trump in diesen Tagen gegen die Schweiz austeilt.
Bereits Anfang August nahm er die Schweiz in einem Interview mit «Punchbowl News» ins Visier. Damals behauptete Trump, die USA hätten gegenüber der Schweiz ein Handelsdefizit von 39 Milliarden Dollar.

Er könne dieses «mit einem Federstrich» beseitigen. Dazu müsse er beispielsweise nur sagen, dass die USA keine Schweizer Uhren und Waren mehr wollten.
Die Schweiz würde dann von einem «Elite-Land» zu einem Land mit grossen Problemen, sagte Trump.
Trumps Zinsvergleich hinkt
Bei Trumps neuem Vergleich gibt es allerdings einen Haken.
Der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank liegt derzeit nicht bei 0,5, sondern bei 0 Prozent. Die amerikanische Notenbank hat ihren Leitzins dagegen in einer Bandbreite von 3,5 bis 3,75 Prozent belassen.
Woher Trumps 0,5 Prozent kommen könnten, lässt sich dennoch erklären: Die Rendite zehnjähriger Schweizer Bundesobligationen lag Ende Juli bei rund 0,49 Prozent.
Allerdings lagen vergleichbare zehnjährige US-Staatsanleihen zuletzt bei rund 4,7 Prozent. Trump scheint bei seinem Vergleich somit unterschiedliche Zinsgrössen miteinander zu vermischen.
Auch die 39 Milliarden sind nicht mehr aktuell
Ähnlich sieht es bei Trumps Handelsdefizit aus.
Die von ihm genannten rund 39 Milliarden Dollar entsprechen ziemlich genau dem amerikanischen Warenhandelsdefizit mit der Schweiz im Jahr 2024. Dieses lag laut US-Zensusbehörde bei 38,5 Milliarden Dollar.
00:00 / 00:00
2025 waren es noch rund 32,5 Milliarden Dollar. Und im ersten Halbjahr 2026 hat sich das Bild sogar gedreht: Bis Ende Juni wiesen die USA im Warenhandel mit der Schweiz einen Überschuss von rund 19,1 Milliarden Dollar aus.
Donald Trump greift damit offenbar auf eine ältere Zahl zurück.
Seine Kritik an der Schweiz bleibt dennoch bemerkenswert. Innerhalb weniger Wochen hat der US-Präsident nun mehrfach unser Land herausgegriffen – zuerst mit einer Drohung gegen Schweizer Uhren und Waren, jetzt erneut im Streit um die amerikanischen Zinsen.
















