Mark Carney trotzt Trump – und ganz Kanada steht hinter ihm
Der kanadische Premier Mark Carney bricht die Handelsgespräche mit den USA ab – und trifft damit den Nerv seiner Nation.

Die Verhandlungen zwischen Kanada und den USA über ein Handelsabkommen sind gescheitert.
Wie das «SRF» berichtet, war es der kanadische Premier Mark Carney, der die Gespräche für beendet erklärte.
«Wir sind nicht bereit, Kanadas Souveränität zu gefährden oder unsere wichtigsten Industrien zu vernachlässigen», begründete Carney seinen Schritt.
Warum Mark Carney gar keine Wahl hatte
Mark Carney stehe unter starkem politischem Druck, erklärt Politologe Thomas Jäger von der Universität Köln gegenüber dem «SRF».
Die Zollverhandlungen hätten eine weit grössere politische Dimension als bloss wirtschaftliche Fragen.
Die USA verlangten unter anderem, dass Kanada künftig kein eigenständiges Freihandelsabkommen mehr schliessen dürfe, ohne ein US-amerikanisches Veto zu riskieren.
Kanada droht mit Gegenmassnahmen
Der «ORF» berichtet, dass Carney angekündigt hat, die US-Zölle «Dollar für Dollar» zu erwidern. Die kanadischen Gegenmassnahmen sollen am 8. September in Kraft treten.
Betroffen seien vor allem die US-Stahl- und Milchindustrie sowie Papierbranche, Agrarmaschinen und Elektronik.
Carney machte Trump für den eskalierenden Handelsstreit verantwortlich. Kurz vor dem endgültigen Scheitern der Gespräche hätten die USA versucht, Kanadas Spielraum bei künftigen Handelsabkommen mit Drittstaaten zu beschneiden.
Rückhalt aus der Bevölkerung
In Kanada stehe man hinter Mark Carney, so Jäger gegenüber dem «SRF».
Drei Viertel der Bevölkerung befürworteten den harten Kurs. Sogar politische Gegner Carneys unterstützten ihn in dieser Frage.

Martin Thunert vom Heidelberg Center for American Studies attestiert Carney laut dem «SRF» Wandel. Einst als Technokrat bekannt, positioniere er sich nun als Krisenmanager für Kanadas Souveränität.
Trumps Handelspolitik unter Druck
Der «ORF» zitiert Wendy Cutler vom Asia Society Policy Institute, die von einem «schweren Rückschlag» für Trumps Handelspolitik spricht. Andere Länder würden die Situation sehr genau beobachten.
Laut dem «Tagesspiegel» bereitet Kanada ab dem 8. September seinerseits Zölle in Höhe von 50 Prozent auf US-Produkte vor.
Donald Trump droht laut «ORF» mittlerweile mit Abgaben von 50 Prozent auch auf Autos und Autoteile aus Kanada.
















