Elon Musk

    Ist Elon Musk für die Nasa ein Fluch oder Segen?

    Alexander König
    Alexander König

    USA,

    Heute Abend schiesst Elon Musk Nasa-Astronauten zur ISS – und die ganze Welt schaut zu. Doch ist diese Kommerzialisierung der Raumfahrt gefährlich?

    SpaceX Mond
    SpaceX will Starship noch dieses Jahr losschicken. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Heute Mittwochabend um 22.33 Uhr startet die Falcon-9 in Richtung All.
    • Die SpaceX-Rakete bringt dabei Astronauten im Auftrag der Nasa zur ISS.
    • Es ist die erste ISS-Mission, die von einem privaten Unternehmen durchgeführt wird.

    Heute Mittwoch um 16.33 Uhr Ortszeit (hierzulande 22.33 Uhr) startet eine Falcon-9-Rakete vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral (USA) in Richtung All.

    An Bord ist eine Dragon-Kapsel mit den künftigen ISS-Astronauten Bob Behnken und Doug Hurley. Es ist das erste Mal seit neun Jahren, dass die USA ohne russische Hilfe Astronauten zur ISS schickt.

    Falcon 9 Elon Musk
    Die Falcon-9-Rakete vor dem Start im Kennedy Space Center in Cape Canaveral (USA). - DPA

    Die Weltraum-Mission wird im Auftrag der Nasa von der Firma SpaceX und ihrem Boss Elon Musk durchgeführt. Dass ein Privatunternehmen Astronauten zur ISS befördert, ist etwas gänzlich Neues. Doch ist es überhaupt klug, Weltraumfahrten privaten Unternehmen zu überlassen?

    Was halten Sie von der Kommerzialisierung der Raumfahrt?

    Kommerzialisierung macht Raumfahrt günstiger

    Experten sind sich weitgehend einig: Ja – denn die Kommerzialisierung der Weltraumfahrt hat durchaus Vorteile. Dies insbesondere, weil der technologische Fortschritt damit gefördert und die Kosten für die Raumfahrt gesenkt würden.

    Claude Nicollier Interview Nau
    Claude Nicollier im Interview bei Nau.ch. (Archivbild) - Nau

    Auch der erste und bisher einzige Schweizer Astronaut, Claude Nicollier, sieht das so. Gegenüber Nau.ch sagte der Astronaut im Mai 2019: «Dass US-Unternehmen Erfolg dabei haben, Raketen ins All zu bringen, finde ich gut. Es wird in Zukunft dabei helfen, uns auf den Mond zu bringen», glaubt Nicollier.

    Der Romand weiter: «Vor Elon Musk habe ich grossen Respekt. Was er erreicht hat, ist fantastisch.»

    Doch gibt es hier auch gegenseitige Abhängigkeiten: Die Nasa könnte ohne Hilfe von SpaceX den Flug zur ISS nicht antreten. Umgekehrt ist SpaceX auf Gelder und Technologien der Nasa angewiesen.

    Zurbuchen Nasa SpaceX
    Der Schweizer Thomas Zurbuchen ist Wissenschaftsdirektor bei der Nasa. - Nasa

    Nasa-Wissenschaftsdirektor Thomas Zurbuchen erklärt gegenüber «10vor10»: «Es ist nicht so, dass die Firmen alles selber schaffen. Wir haben ihnen für Jahre geholfen, mit ihnen zusammengearbeitet. Das sage nicht nur ich, das sagt auch Elon Musk.»

    Elon Musk nicht bei allen beliebt

    Die Kommerzialisierung der Raumfahrt hat jedoch nicht nur Vorteile. Ein Beispiel wären etwa die Debatten darüber, ob Raketenhüllen zu Werbeflächen umfunktioniert werden sollen. Dies mit dem Ziel, das Budget für Raumfahrtmissionen zu erhöhen.

    Mega-Konzerne wie Coca Cola oder Google-Mutter Alphabet dürften an solchen Aktionen Interesse haben.

    SpaceX starlink Satelliten
    Die Satelliten des Projekts Starlink von SpaceX über den Niederlanden. (Archivbild) - Screenshot via YouTube

    Überhaupt steht SpaceX immer wieder in schlechtem Licht. Grund ist ironischerweise: zu viel Licht. Die Starlink-Satelliten von Musk reflektieren nämlich relativ viel Sonnenstrahlung, sodass sich Astronomen in ihrer Arbeit gestört fühlen. Es ist nicht auszuschliessen, dass für die Forschung wichtige Messergebnisse wegen der Starlink-Satelliten verfälscht werden.

    SpaceX hat auf die Kritik bereits reagiert. Neuere Starlink-Satelliten werden weniger Sonnenlicht reflektieren.

    Elon Musk
    Elon Musk gilt als Visionär der Raumfahrt. - Keystone

    Musk plant mit Starlink, dereinst schnelles Internet in aller Welt zu ermöglichen. Dabei gehört dieses Ziel noch zu seinen greifbareren Visionen. Mittel- bis langfristig möchte der exzentrische Milliardär nämlich vor allem eines: den Mars besiedeln. Mit dem bevorstehenden Raketenstart kommt der Tech-Fanatiker seinem Vorhaben einen Schritt näher.

    Schlechtes Wetter könnte Nasa einen Strich durch die Rechnung machen

    Aber Achtung: Es ist nicht auszuschliessen, dass die Wetterbedingungen für den Raketenstart suboptimal sein werden. Darum hat die Nasa ein zweites Startfenster für Samstag errechnet. Die ISS muss sich in einer bestimmten Position relativ zum Raketenstartplatz befinden, damit der Hinflug möglich ist.

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