Corona beeinträchtigt gezielt das Gedächtnis

Samantha Reimer
Samantha Reimer

Deutschland,

Corona kann laut einer Studie gezielt das Gedächtnis im Hippocampus beeinträchtigen. Besonders die Unterscheidung ähnlicher Erinnerungen sei betroffen.

virus
Das Corona-Virus grafisch dargestellt. - pexels

Eine aktuelle Studie der SRH University Heidelberg belegt: Corona kann das Gedächtnis gezielt schädigen. Insbesondere die Fähigkeit, ähnliche Erinnerungen zu unterscheiden, ist betroffen.

So geht es aus dem Bericht von «VOL.at» hervor.

Corona-Infektion beeinflusst kognitive Leistung

Seit Pandemiebeginn ist Long Covid als Begriff für anhaltende Beschwerden nach Corona bekannt. Über 1'400 Teilnehmende wurden deshalb bereits untersucht.

Die Forscher fanden dabei heraus, dass eine frühere Corona-Infektion zu einer spezifischen Beeinträchtigung der kognitiven Leistung führt. Betroffen ist die sogenannte pattern separation, also die Unterscheidung ähnlich erscheinender Erinnerungen.

Diese Funktion steuert der Hippocampus, eine zentrale Gedächtnisregion im Gehirn, wie die «SRH University» selbst meldet.

Hippocampus und Gedächtnis im Fokus

Die Gedächtnisstörung tritt unabhängig von Alter, Bildungsstand oder psychischer Verfassung auf. Andere kognitive Bereiche wie Denkflexibilität oder allgemeines Erinnerungsvermögen bleiben unangetastet.

long covid
Häufige Symptome von Long Covid sind unter anderem Fatigue, Brain Fog und Gedächtnisstörungen. - Pixabay

Studienleiter Patric Meyer betont, dass diese Defizite aber nicht allein durch psychische Belastungen oder Erschöpfung erklärbar sind. So berichtet «VOL.at» weiter.

Die Wissenschaftler vermuten eine Virus-induzierte Entzündungsreaktion im Gehirn als Ursache. Diese könne die Neubildung von Nervenzellen im Hippocampus stören, wie «t-online» schreibt.

Bedeutung und offene Fragen

Die Studie liefert erstmals objektive Belege für eine spezifische Gedächtnisstörung nach Covid-19. Betroffene könnten Probleme haben, beim Lernen unwichtige Reize herauszufiltern, was Erinnerungen verschwimmen lässt.

Dies weist auf ein gestörtes Zusammenspiel von Aufmerksamkeit und Gedächtnisbildung hin. Unklar bleibt, wie lange diese kognitiven Einschränkungen anhalten.

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Long Covid war in den letzten Jahren ein viel thematisiertes Phänomen. (Symbolbild) - pexels

Die Untersuchung bezog vorwiegend milde bis moderate Verläufe ein und verzichtete auf bildgebende Verfahren. Etwaige Langzeitbehandlungen sind derzeit nicht etabliert.

Rehabilitationsprogramme als Hilfestellung

Die Forscher sehen den Bedarf für spezialisierte Rehabilitationsprogramme, die Aufmerksamkeit und Gedächtnis trainieren, wie «fitbook» berichtet.

Die Resultate der SRH University zeigen somit die weitreichenden Folgen von Long Covid für das Gehirn. Die Erkenntnisse könnten aber helfen, Betroffenen besser zu unterstützen und künftige Therapien zu entwickeln.

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Kommentare

User #5303 (nicht angemeldet)

Ja darum haben auch irgendwelche Leute die Gen-Therapy empfohlen.

User #4356 (nicht angemeldet)

Hallo, was haben denn Politiker an den Studienergebnissen und Auswirkungen mitzureden. Es sind freie Forschungen und sie sollen die Ergebnisse einfach hinnehmen. unfassbar, wo wollen sie denn noch alles mitsprechen

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