Die Corona-Pandemie setzte Teenagern mehr zu als bisher angenommen. Eine neue Studie legt nahe, dass deren Gehirn um drei Jahre schneller gealtert ist.
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Im Gehirn können sich nach Brustkrebserkrankungen Ableger bilden. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/DPA/LINO MIRGELER
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Corona-Pandemie wirkt sich negativ auf die Psyche von Jugendlichen aus.
  • Eine neue Studie zeigt jetzt, dass deren Gehirn schneller gealtert ist – um drei Jahre.
  • Grund dafür ist wohl der Stress während der Pandemie.

Die Corona-Pandemie stellte für Jugendliche eine besonders schwere Belastung dar. Diese äusserte sich etwa in akuten psychischen Krisen. Jetzt zeigt eine neue Studie: Die Pandemie liess das Gehirn von Teenagern sogar schneller altern!

Zu diesem Schluss kommen Forscher in den USA, die MRT-Scans von insgesamt 163 Teenagern verglichen. Die erste Gruppe wurde zwischen 2016 und 2019 untersucht. Die zweite – gleichaltrige – Gruppe zwischen Oktober 2020 und März 2022, also während der Pandemie.

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In einer Studie wurden MRT-Scans von Teenagern vor der Pandemie mit solchen während der Pandemie verglichen. (Symbolbild)
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Das Ergebnis: Das Gehirn der Jugendlichen, welche die Corona-Pandemie miterlebten, alterte schneller. (Symbolbild)
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Die beschleunigte Alterung könnte mit dem Pandemie-Stress zusammenhängen. (Symbolbild)

Danach folgte der Abgleich – mit unerwartetem Ergebnis: Körperliche Veränderungen, die während des Erwachsenwerdens auftreten, waren bei der zweiten Gruppe grösser.

Dazu gehört etwa die Ausdünnung der Hirnrinde. Veränderungen zeigten sich auch in den Bereichen des Gehirns, die etwa für Lernen, Emotionen, Konzentrationen zuständig sind. Die Alterungsprozesse haben sich bei der zweiten Gruppe beschleunigt.

Gehirn um drei Jahre gealtert

Studienautor Ian Gotlib zeigt sich gegenüber «USA Today» überrascht über die Ergebnisse. Denn obwohl die Probanden gleich alt waren, sah das Gehirn der zweiten Gruppe auf den Scans drei Jahre älter aus. «Einen so grossen Anstieg hatten wir nicht erwartet, da der Lockdown weniger als ein Jahr dauerte.»

Leiden Sie noch unter den Folgen der Corona-Pandemie?

Die Ergebnisse, die in der Zeitschrift «Biological Psychiatry» veröffentlicht wurden, decken sich mit denen anderer Forscher.

«Die Verschlechterung der psychischen Gesundheit geht bei Jugendlichen mit körperlichen Veränderungen des Gehirns einher.» Diese seien wohl auf den Pandemie-Stress zurückzuführen, mutmasst Gotlib.

Ob die Veränderungen anhalten oder mit der Zeit abnehmen, muss in weiteren Tests untersucht werden.

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