Ukraine-Krieg: In Russland wird das Benzin knapp
Die Ukraine greift mit Drohnenbeschuss gezielt russische Raffinerien an. Das hat Auswirkungen auf Russlands Erdölverarbeitung — dem Land geht das Benzin aus.

Das Wichtigste in Kürze
- Russland geht das Benzin aus.
- Grund dafür ist der ukrainische Drohnenbeschuss auf Raffinerien.
- Fast 17 Prozent der russischen Benzinproduktion wurden so bereits gestört oder lahmgelegt.
Eigentlich ist Russland eines der erdölreichsten Länder der Welt. Doch seit Beginn des Ukraine-Krieges geht dem Land zunehmend der Sprit aus.
Innerhalb des Landes kommt es zu Engpässen, die Zapfsäulen sind begehrt. Und das Benzin mittlerweile sehr teuer.
Benzinvorräte gibt es kaum, Russland verarbeitet das Erdöl ausschliesslich für den Exportmarkt. Vereinzelte Tankstellen haben gar kein Benzin mehr.
Russia's gasoline crisis continues to spiral with many stations now completely out of fuel.
— SPRAVDI — Stratcom Centre (@StratcomCentre) August 23, 2025
Russia's military is now bleeding the economy dry even while refineries vanish. pic.twitter.com/gpqfCd6sUk
Die Preise sind um über 50 Prozent gestiegen, an den Tankstellen gibt es lange Schlangen. Die russische Bevölkerung bekommt die Knappheit insbesondere während der Ferien- und Erntezeit im August zu spüren.
Ukraine beschiesst gezielt Raffinerien
Die zentrale Ursache für die Knappheit und den Preisanstieg ist die Ukraine-Offensive.
In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zur Drohnen-Angriffen. Seit Jahresbeginn hat die Ukraine gezielt Raffinerien ins Visier genommen.
Gemäss Fachleuten wurden knapp 17 Prozent der Benzinproduktion in Russland mit solchen Angriffen gestört oder lahmgelegt.
Seit Beginn des Ukraine-Krieges scheint die Ukraine ausserdem auch die Anzahl der Drohnen erhöht zu haben. Gemäss SRF ist es der Armee möglich, wiederholte Angriffe auszuüben. Ausserdem können die Drohnen nun auch verlässlich in weit entfernte Gebiete fliegen.
Auswirkungen auf den Ukraine-Krieg
Der Kreml reagierte bereits vor den Drohnen-Angriffen mit einem Exportverbot für Benzin. Doch der ukrainische Beschuss betrifft auch die russische Gütereisenbahn.
Den betroffenen Regionen ist es deshalb kaum möglich, das Benzin aus anderen Teilen des Landes zu besorgen.
Grosse Auswirkungen auf den Krieg hat die Sprit-Knappheit vorerst kaum. Die russischen Kriegsfahrzeuge werden hauptsächlich mit Diesel betrieben, den Russland auf Vorrat verarbeitet.
Das Ziel der Ukraine dürfte jedoch kaum die Kriegsfahrzeuge sein. Vielmehr scheint es eine strategische Handlung zu sein, die ohnehin stark belastete russische Wirtschaft noch mehr unter Druck zu setzen.