Donald Trump verärgert US-Öl-Produzenten
Donald Trump verärgert mit seinem Venezuela-Plan US-Öl-Produzenten. Sie fühlen sich «über den Tisch gezogen» und fürchten um ihr Überleben.

Das Wichtigste in Kürze
- Durch Donald Trumps Venezuela-Plan könnte der Öl-Preis sinken.
- Kleine US-Produzenten fürchten, dadurch aus dem Geschäft gedrängt zu werden.
- Sie fühlen sich «über den Tisch gezogen», da die Regierung nur mit den Konzernen spricht.
Venezuela verfügt über die weltweit grössten, bekannten Ölvorkommen. Bislang konnte das Land den Rohstoff wegen Sanktionen aber kaum verkaufen. Nach der Entmachtung von Nicolás Maduro dürfte sich das wohl ändern: Donald Trump will, dass grosse US-Ölkonzerne dort investieren.
Dafür traf er am Freitag Vertreter unter anderem von Exxon, Chevron, Shell und Repsol. Kleine, unabhängige Ölförderer blieben jedoch aussen vor. Sie fühlen sich ungerecht behandelt und fürchten um ihr Überleben.
Gegenüber der «Financial Times» sagt ein führender Manager aus der Schieferöl-Industrie: «Diese Regierung zieht uns mal wieder über den Tisch.» Die Investitionspläne von Donald Trump würden sich «gegen amerikanische Produzenten» richten.
Ein weiterer Unternehmer aus Texas sagt: Die Regierung sende das Signal, lieber venezolanisches Öl zu unterstützen als amerikanische Produzenten. Davon würden einzig Grosskonzerne profitieren, da sie die Mittel und Strukturen für die riskanten Investitionen in Venezuela hätten.
In der Folge wird der Markt mit Öl aus dem Land geflutet, die Preise sinken, so die Befürchtungen der Unternehmer. Und das könnte die Schieferöl-Produzenten aus dem Markt drängen. Denn um profitabel zu sein, brauchen sie einen Öl-Preis von mindestens 60 Dollar pro Barrel. Bereits jetzt liegt er bei 56 Dollar, ein weiterer Abfall wird erwartet.

Sinkende Öl-Preise könnten aber genau das Ziel von Donald Trump sein: Denn tiefe Öl-Preise bedeuten tiefe Benzin-Preise und damit auch zufriedene Wähler. Doch sollte die Zufriedenheit auf Kosten amerikanischer Öl-Produzenten kommen, könnte das ein Problem werden.
Bereits im vergangenen Jahr sank die Zahl der aktiven Ölbohrungen in den USA um 15 Prozent. Für 2026 wird ein Rückgang der Produktion erwartet, der durch das venezolanische Öl beschleunigt werden dürfte.
Das könnte die Wähler von Donald Trump, der mit dem Slogan «America First» Wahlkampf machte, verärgern. Denn ein Rückgang in der inländischen Öl-Produktion würde mit dem Verlust von Arbeitsstellen einhergehen.



















