Medwedew vergleicht Raketeneinsatz mit Beruhigungsspritze
Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat den Einsatz der neuen Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine als Beruhigungsmittel gerechtfertigt.

«Gefährliche Psychopathen brauchen eine Zwangsjacke oder eine Rettungsspritze mit Haloperidol», schrieb der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats in Moskau immer noch einflussreiche Politiker. So sei es in der vergangenen Nacht im Westen der Ukraine passiert. Haloperidol ist ein Medikament zur Behandlung von Schizophrenie.
Medwedew, der einst als Hoffnungsträger für eine Liberalisierung des Landes galt, hat sich seit Kriegsbeginn mit harten rhetorischen Attacken nicht nur gegen die Ukraine, sondern den gesamten Westen als Hardliner in Moskau profiliert. So drohte er unter anderem mit Atombombenabwürfen auf London, Paris oder Berlin.
In seinem jüngsten Blogeintrag konstatierte er eine «universale Katastrophe in den internationalen Beziehungen». Ursache ist seiner Darstellung nach aber nicht der von Kremlchef Wladimir Putin 2022 befohlene Krieg gegen die Ukraine, sondern das Verhalten der USA mit der Entführung von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro. Dieser werde zu einer neuen Symbolfigur wie einst Südafrikas Nelson Mandela, prophezeite Medwedew.
Der Putin-Vertraute ging in dem Zusammenhang auch US-Präsident Donald Trump an, den die russische Führung normalerweise von ihrer Kritik am Westen ausnimmt. Medwedew warf dem Chef des Weissen Hauses «militaristischen Wahn» vor. Scharfe Kritik übte er auch an der Kaperung des Öltankers der russischen Schattenflotte, die er als Verbrechen bezeichnete. «Und die Antwort darauf sollte keineswegs im Rahmen der Konvention des internationalen Seerechts liegen», drohte er indirekt Vergeltung an.














