Kaum entfernt, sind Graffitis zurück: Stäfa reagiert
In sozialen Medien wächst der Ärger über neue Schmierereien in Stäfa ZH. Jetzt nimmt die Gemeinde Stellung und setzt auf Polizei-Präsenz.

Das Wichtigste in Kürze
- In Stäfa häufen sich Schmierereien an Unterführungen und gut sichtbaren Wandflächen.
- Die Gemeinde spricht von respektlosem Verhalten und klaren Fussball-Graffitis.
- Eine Videoüberwachung ist derzeit nicht geplant.
- Polizei und Sicherheitsdienst verstärken die Präsenz am Abend.
Noch vor wenigen Wochen wurden die Unterführungen in Stäfa ZH professionell gereinigt. Jetzt sehen sie wieder aus wie zuvor. Blaue Tags, schwarze Schriftzüge, FCZ-Graffiti.
In sozialen Medien macht sich Frust breit, Anwohner sprechen von «unerträglichem Zustand» und «totalem Versagen».
In einer Facebook-Gruppe schreibt ein User von: «Stäfa im freien Fall??» und fragt, ob nichts dagegen unternommen werde.

Die Gemeinde bestätigt auf Anfrage von Nau.ch, dass das Problem bekannt ist. «Schmierereien treten immer wieder an bestimmten Orten auf, insbesondere in Unterführungen sowie an grossen, freien und gut sichtbaren Wandflächen.» Dies schreibt der stellvertretende Gemeindeschreiber Erich Maag.
«Wieder exakt wie vorher»
In den Kommentaren wird es deutlich. Eine Userin schreibt, die Schmierereien seien «einfach unerträglich». Andere verweisen auf die Bahnhofunterführung an der Oberlandstrasse: Vor wenigen Wochen seien die Wände professionell gereinigt worden, nun sehe es «wieder exakt gleich aus wie vorher».

Die Forderung nach Videokameras kommt schnell.
Keine Videoüberwachung in Stäfa geplant
Doch die Gemeinde winkt ab. «Zurzeit ist in Stäfa keine Videoüberwachung geplant», hält Maag fest.
Viele fragen auch nach Zahlen und Kosten. Genau das kann die Gemeinde nicht liefern. «Die Gemeinde Stäfa beziehungsweise die Polizei führt keine separate Statistik zu Sachbeschädigungen durch Schmierereien», schreibt Maag.
Entsprechende Fälle würden unter allgemeinen Sachbeschädigungen erfasst. Auch bei den Ausgaben gibt es keinen eigenen Topf. «Eine separate jährliche Kostenaufstellung ausschliesslich für Schmierereien wird nicht geführt.»
Polizei Stäfa setzt Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Schmierereien
Trotzdem betont die Gemeinde, dass sie nicht zusieht. «Die Gemeinde setzt auf Präsenz, Prävention und schnelle Intervention», schreibt Maag.
Genannt werden die Präsenz der Polizei Stäfa, der Einsatz eines Sicherheitsdienstes sowie das «zur Anzeige bringen von Sachbeschädigungen an Gemeindeinfrastrukturen».
Zudem gebe es eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich Sicherheit, Jugendarbeit, Schule und der Kantonspolizei. Den Austausch bestätigt Maag ausdrücklich: «Ja. Die Gemeinde und die Polizei Stäfa stehen mit der Kantonspolizei Zürich in engem Austausch.»
FCZ-Graffitis in der Mehrheit
In der Diskussion wird häufig der FC Zürich genannt. Dazu nimmt die Gemeinde überraschend klar Stellung. «Ein grosser Teil der Schmierereien lässt sich klar den Fussball-Graffitis der beiden Stadtzürcher Fussballclubs zuordnen», schreibt Maag.
Und weiter: «Dieses Verhalten von Einzelnen ist nicht tolerierbar und respektlos gegenüber der Öffentlichkeit.»
«Wenn das genug ist?» – Frust bleibt
Der Ärger bleibt aber. Ein User schreibt, er habe bereits 2024 bei der Gemeinde nachgefragt, was man dagegen unternehme.
Damals habe es geheissen, man tue genug. «Wenn dies das Resultat von genug ist?», fragt er jetzt. Andere kommentieren resigniert, dass es in Uerikon ähnlich aussehe.
«Die Gemeinde nimmt die Kritik ernst und verurteilt dieses Verhalten ausdrücklich», schreibt Maag. Man habe «kein Verständnis für solche Sachbeschädigungen» und könne den Unmut nachvollziehen.
Nach den jüngsten Schmierereien setzt die Polizei Stäfa laut Gemeinde in den Abendstunden einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung. Betroffenen empfiehlt die Gemeinde, Sachbeschädigungen konsequent zur Anzeige zu bringen. Schmierereien auf öffentlichem Grund würden «konsequent entfernt».








