Papst Franziskus beobachte «einen gewissen Egoismus». Demnach würden sich Paare vermehrt gegen Kinder – aber für Haustiere – entscheiden.
Franziskus bei der Generalaudienz am Mittwoch
Franziskus bei der Generalaudienz am Mittwoch - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Papst Franziskus äussert Unverständnis über Paare ohne Kinderwunsch.
  • Er beobachte «einen gewissen Egoismus».
  • Dies, wenn sich Paare anstelle von Kindern für Haustiere entscheiden würden.

Papst Franziskus hat erneut die Vorzüge der Elternschaft gepriesen und Paare ohne Kinderwunsch kritisiert.

Er beobachte «einen gewissen Egoismus», sagte der Papst am Mittwoch bei einer Generalaudienz im Vatikan. «Viele Paare haben keine Kinder, weil sie nicht wollen, oder sie haben nur eins. Aber sie haben zwei Hunde, zwei Katzen», beklagte der 85-Jährige. Er kritisierte, dass Haustiere oftmals den Platz von Kindern einnähmen.

Gesellschaft wird «älter und unmenschlicher»

Die Gesellschaft werde dadurch «älter und unmenschlicher, weil der Reichtum der Vaterschaft und der Mutterschaft verloren geht», sagte Franziskus. Er ermutigte Paare, Kinder zu bekommen oder, wenn dies aus biologischen Gründen nicht möglich sei, über eine Adoption nachzudenken. «Ein Kind zu bekommen ist immer ein Risiko, ob auf natürlichem Wege oder durch Adoption. Aber es ist riskanter, keine zu haben», betonte der Papst.

Papst Franziskus
Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Papst Franziksus, bei einem Besuch in der Schweiz im Juni 2018. - Keystone

Der Pontifex hat angesichts sinkender Geburtenraten in den Industrieländern bereits mehrfach einen «demografischen Winter» beklagt. 2014 hatte er es in einem Interview als eine Form des «kulturellen Verfalls» bezeichnet. Dies, wenn Paare Haustiere anstelle von Kindern haben. Die emotionalen Beziehungen zu Haustieren seien «einfacher» als die «komplexe» Beziehung zwischen Eltern und Kindern, sagte er damals.

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