Das British Museum wird das «Tudor-Herz» aufbewahren
Das British Museum kann den seltenen Anhänger aus der Zeit der Hochzeit von Heinrich VIII. mit Katharina von Aragon erwerben. Nach einem Spendenaufruf im letzten Oktober für das sogenannte «Tudor-Herz» ist das Geld nun beieinander.

Rund 380'000 Pfund (fast 400'000 Franken) seien an Spenden zusammengekommen, von insgesamt 45'000 Personen, wie das British Museum am Dienstag mitteilte. Darüber hinaus könne es auf 1,75 Millionen Pfund (rund 1,83 Millionen Franken) an Subventionen aus dem National Heritage Memorial Fund zählen. Insgesamt 3,5 Millionen Pfund sind für den Erwerb erforderlich.
Der Erfolg der Kampagne zeige, wie sehr Geschichte die Fantasie beflügeln könne, und erkläre, warum Objekte wie das Tudor-Herz in einem Museum zu finden sein müssten, freute sich Nicholas Cullinan, Direktor des British Museum, in der Pressemitteilung. Das wertvolle Objekt ist nun in der Dauerausstellung des Museums zu sehen.
2019 hatte ein Schatzsucher das Schmuckstück zufällig mit einem Metalldetektor in Mittelengland entdeckt. Nach britischem Recht ist jeder, der einen Gegenstand entdeckt, der als nationaler Schatz eingestuft werden könnte, verpflichtet, dies den Behörden zu melden. Nach dieser Meldung übernahm das British Museum die Bewertung und Bearbeitung des Anhängers.
Der Anhänger, das sogenannte «Tudor-Herz», ist aus 24-karätigem Gold und mit Edelsteinen verziert. Es gilt als bemerkenswertes Beispiel für die Handwerkskunst des 16. Jahrhunderts, wie das Museum schrieb. Zudem ist es das einzige Schmuckstück dieser Art, das aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt, als Heinrich VIII. Katharina von Aragon geheiratet hatte.
Der Anhänger stellt die Tudor-Rose dar, das Blumenemblem dieser Dynastie, begleitet von einem Granatapfel, dem Symbol der Stadt Granada, die Katharinas Eltern, Ferdinand von Aragon und Isabella von Kastilien, zurückerobert hatten. Darunter befindet sich ein Banner mit der Inschrift «tous iors», altfranzösisch für «immer».
Die Ehe von Heinrich VIII. mit Katharina von Aragon dauerte 24 Jahre und war die längste im Leben des Herrschers. Sie endete bitter, als Heinrich VIII. beim Papst die Annullierung beantragte. Die heutige Kirche von England entstand aus dem Bruch des Königs mit Rom, nachdem der Papst sich geweigert hatte, diesem Wunsch des Monarchen nachzukommen. Heinrich VIII war insgesamt sechs Mal verheiratet.














