Coiffeure rufen zu Haar-Spenden für Brandopfer auf – Echo riesig

Karin Aebischer
Karin Aebischer

Martigny,

Aus Italien, Frankreich, Belgien und aus der ganzen Schweiz spenden Leute Haare für die Brandopfer von Crans-Montana. Das Echo auf die Aufrufe ist gross.

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Auch in diesem Coiffeure-Salon in Echallens VD ist der Schnitt gratis, wenn man die Haare spendet. - facebook

Das Wichtigste in Kürze

  • Infolge der Brand-Katastrophe in Crans-Montana rufen Coiffeure zur Haar-Spende auf.
  • Die Solidarität mit den Brandopfern ist riesig. Es gehen auch Spenden aus dem Ausland ein.
  • «Wir sind überwältigt», sagt Koordinatorin und Salon-Besitzerin Cindy Blanc.

Von den 116 Verletzten der Brand-Katastrophe von Crans-Montana weisen viele schwere Verbrennungen auf.

Augenzeugen berichteten von verbrannten Körpern ohne Haare, deren Kleider am Körper klebten oder deren Kleider gar nicht mehr vorhanden waren. So schwer waren die Körper verbrannt.

Crans-Montana
Die Einsatzkräfte haben in der Silvesternacht in Crans-Montana grauenhafte Szenen miterleben müssen. - keystone

Nach der Katastrophe ist die Solidarität mit den Opfern und deren Familien gross. Viele spenden Blut, bieten ihre Wohnungen in Spitalnähe den Opferfamilien an. Oder aber sie schneiden ihre Haare ab, damit daraus Perücken für die Brandopfer entstehen können.

«Überwältigt» von der Mithilfe

Die Liste der Salons aus der Schweiz, die mitmachen und gratis Haarschnitte für Haarspenden anbieten, ist lang. Und es sind auch schon viele Haarspenden eingegangen.

«Wir sind überwältigt», sagt Cindy Blanc zu Nau.ch, Besitzerin des Coiffuresalons La Natur'elle in Martigny VS, der auch auf medizinische Perücken spezialisiert ist.

Blanc hat den Aufruf auf Facebook koordiniert. Und bei ihr kommen die Haar-Spenden der Schweizer Salons zusammen. Diese schicken die Haare per Post.

Seit einer Woche seien unzählige Haar-Spenden, Anrufe und Nachrichten eingegangen, so Blanc. Die Spenden kämen aus Italien, Belgien, Frankreich und natürlich aus der Schweiz.

Damit die gespendeten Haare auch richtig eingesetzt werden können, gilt es, einige Vorgaben einzuhalten. So müssen die Haare mindestens 20 Zentimeter lang sein. Dabei ist es egal, ob sie gefärbt sind oder in der Naturhaarfarbe daherkommen.

Hast du für die Opfer von Crans-Montana Blut oder Haare gespendet?

Kinder, Frauen, Männer – es dürfen alle Haare spenden. Die einzige Bedingung ist, dass die Haare gesund sind.

Wie Blanc erklärt, dauert die Produktion einer Perücke aus 100 Prozent natürlichem Haar etwa sechs bis acht Monate. Die Kosten einer solchen Perücke betragen 1500 bis 3000 Franken. «Je nach Qualität und Länge der Haare.»

Sie können nicht garantieren, dass die gespendeten Haare ausschliesslich den Opfern von Crans-Montana zugutekämen, so die Walliserin. Die Spenden würden für alle Personen eingesetzt, die aus medizinischer Sicht eine Perücke nötig hätten. Sei es für Brandopfer oder auch für Krebspatienten.

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