Kürzlich empörte sich der «Falter»-Chefredaktor darüber, dass Zug-Passagiere keine Maske gegen das Coronavirus trugen. Jetzt wurde auch er ohne Maske erwischt.
Coronavirus
«Falter»-Chefredaktor Florian Klenk trug in einem Zug der ÖBB keine Maske. (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Florian Klenk wurde ohne Maske in einem Zug der ÖBB ertappt.
  • Brisant: Erst kürzlich wetterte der «Falter»-Chefredaktor gegen Maskensünder.
  • Bei den Twitter-Nutzern kommt die Doppelmoral gar nicht gut an.

Im ÖV keine Maske tragen? Geht gar nicht, fand Florian Klenk, Chefredaktor der österreichischen Wochenzeitung «Falter», noch Ende letzten Jahres. Damals war er in einem Nightjet der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) unterwegs von Wien nach Venedig (I).

Seinem Ärger über Passagiere ohne Maske machte er damals lautstark auf Twitter Luft. «Im Sitzwagen trägt praktisch keiner Maske. Diese Rücksichtslosigkeit ist echt zum Schei ...», schrieb er – und flüchtet aufs Zug-WC, um sich nicht mit dem Coronavirus zu infizieren.

Vom Moralapostel zum Maskensünder

Jetzt ist der Chefredaktor aber offenbar selber unter die Maskensünder gegangen. Ein auf Twitter veröffentlichtes Foto zeigt den 48-Jährigen im Grossraumabteil eines ÖBB-Zugs. Dabei fällt auf: Der Mann, der sich einst so daran störte, dass die Maskenpflicht nicht eingehalten wird, hält sich selbst nicht daran.

Auf dem Bild ist er zu sehen, wie er an seinem Laptop arbeitet. Die FFP2-Maske trägt er unter dem Kinn – gegen das Coronavirus schützt sie so nicht. Das Foto stösst bei einigen Twitter-Nutzern auf Missfallen.

Coronavirus: Klenk verteidigt sich nach Masken-Fauxpas

Die Vorwürfe will der «Falter»-Chefredaktor nicht auf sich sitzen lassen und nimmt Stellung zu dem heimlich geschossenen Foto. «Ja, das soll nicht passieren. Ich dachte, ich bin alleine im Grossraumabteil, es war ein langer Tag, ich hatte Kopfweh. Offenbar war ich nicht alleine und ich hab's nicht bemerkt», schreibt er.

Zudem kritisiert Klenk die Person, die das Foto von ihm machte: «Wäre schön, wenn mich der Fotograf darauf aufmerksam gemacht hätte, statt mich zu vernadern.»

Tragen Sie Ihre Maske immer korrekt?

Ausserdem stellt er klar: Die Situation im Nightjet sei eine ganz andere gewesen. «Da sassen sechs Leute im Sechser-Abteil maskenlos eng beisammen, deswegen war ich am Gang.»

Die Rechtfertigung lassen nicht alle gelten. Ein Twitter-Nutzer schreibt: «Ich glaub ja fast jeden Mist. Aber nicht zu merken, dass 1,5 Meter direkt neben einem jemand sitzt, das kommt mir irgendwie strange vor.»

Mehr zum Thema:

Fotograf Twitter Coronavirus