Pendler merken, dass es einige mit der Maskenpflicht im ÖV nicht mehr so ernst nehmen. Bei vielen solchen Meldungen schickt die BLS ihre Security zur Kontrolle.
Die BLS-Security kontrolliert einen Regionalzug und fordert jemanden auf, eine Maske anzuziehen. - Nau.ch
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Das Wichtigste in Kürze

  • Maskenverweigerer im ÖV werden immer aggressiver, wenn sie darauf angesprochen werden.
  • Das stellen auch die Verkehrsbetriebe fest: Es käme zu Bedrohungen und Beschimpfungen.
  • Die BLS schickt daher ihre Security zur Kontrolle auf besonders betroffene Linien.

Immer wieder gibt es im ÖV Zoff wegen Maskenverweigerern. Diese reagieren teilweise aggressiv, wenn sie von anderen Passagieren oder vom Zugpersonal dazu aufgefordert werden, eine Maske zu tragen. Andere fügen sich, aber nicht ohne Protest.

Stört Sie die Maske im ÖV?

Eine solche Situation konnte Nau.ch kürzlich in der S6 von Schwarzenburg nach Bern beobachten. Zwei Mitglieder der BLS-Security patrouillieren im Zug und weisen einen Mann auf die Maskenpflicht wegen des Coronavirus hin.

Dieser protestiert zunächst: «Ich bin am Telefonieren!»

«Trotzdem», lautet die knappe Antwort der Sicherheitsleute. Woraufhin der Passagier eine Maske aus dem Rucksack fischt.

Coronavirus: Ton bei Masken-Konflikten wird rauer

Diverse Verkehrsbetriebe bestätigten bereits, dass es zwischen Verweigerern und denen, die sie darauf ansprechen, immer mehr Konflikte gibt. «Wir stellen fest, dass der Ton schon rauer geworden ist», schreibt etwa Tamara Traxler, Mediensprecherin der Bahngesellschaft BLS auf Anfrage.

ÖV Maske
Im Mai 2020, noch vor der generellen Maskenpflicht im ÖV, fahren Passagiere teils mit, teils ohne Maske gegen das Coronavirus in einem Zug der BLS. - keystone

In erster Linie sei das Begleitpersonal dafür zuständig, die Kunden aufzufordern, eine Maske aufzusetzen oder das Fahrzeug zu verlassen. Dabei komme es in Einzelfällen sogar zu Beschimpfungen oder Bedrohungen. «Diese gab es jedoch auch schon vor der Pandemie unter anderem bei Billettkontrollen», so Traxler.

Physische Übergriffe gegenüber dem Zugpersonal hätten derweil wegen der Massnahmen zum Coronavirus nicht zugenommen.

BLS-Security kontrolliert betroffene Linien

Bei der Kontrolle von Maskensündern geht die BLS jedoch noch einen Schritt weiter als andere Verkehrsbetriebe. SBB-Kunden hatten sich erst kürzlich genervt, dass Kontrolleure Maskensünder nicht ansprechen.

Anders bei der BLS: «Wenn uns Fahrgäste melden, dass auf einer Linie häufig Fahrgäste ohne Maske unterwegs sind, schauen wir dort etwas genauer hin. Dann kommt beispielsweise die BLS-Security zum Einsatz.»

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