Laut Umfrage der Universität Hildesheim bedeutet die Corona-Pandemie für Studenten und Auszubildende vor allem Stress. Demnach fürchten sie sich vor Einsamkeit.
Studenten im Audimax der Freien Universität Berlin. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
Studenten im Audimax der Freien Universität Berlin. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Studenten und Auszubildende leiden unter der Corona-Pandemie.
  • Sie fühlen sich durch die damit verbundenen Einschränkungen gestresst.
  • Ebenfalls fürchten sie sich vor einer erneuten Kontaktbeschränkung.

Für Studenten und Auszubildende ist vieles unsicher. Meist gibt es noch keine sichere Perspektive, noch keinen festen Job. Der Lerndruck ist hoch, das Geld knapp. Und dann noch die Corona-Pandemie – eine ungute Mischung.

Zwei Fünftel aller Studenten, Studentinnen und Auszubildenden fühlen sich durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen stark gestresst.

Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt. Fast 40 Prozent der Befragten beider Gruppen berichteten von depressiven Symptomen während der Viruskrise. Sie gaben an, schneller gereizt als üblich und häufiger demotiviert zu sein.

«Rund ein Viertel der Hochschüler und Lehrlinge berichtet ausserdem von körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Verspannungen». Dies meldet die KKH. Zudem befürchten 65 Prozent der Befragten, dass sich auch in den kommenden Monaten wichtige Praktika und Auslandssemester schlecht planen lassen.

Fast die Hälfte mache sich darüber hinaus Sorgen, Lernstoff nachholen zu müssen. Denn damit würde es allenfalls zu einer Verzögerung von Ausbildung oder Studium kommen.

Empfinden seelischer Belastungen hat zugenommen

Die grosse Mehrheit (74 Prozent) treibt mit Blick auf die kommenden Monate vor allem die Sorge vor erneuten Kontaktbeschränkungen um. Denn damit geht auch die Furcht vor Einsamkeit (44 Prozent) einher. Fast die Hälfte der Studenten und Auszubildenden setze auf eigene Strategien, um hohen psychischen Belastungen zu bewältigen.

KKH-Ärztin Aileen Könitz riet von einer Selbstbehandlung als auch vom Aussitzen stressbedingter Beschwerden ab. Vor allem, wenn Symptome wie Niedergeschlagenheit und Erschöpfung länger anhielten oder stärker würden. Dann sei professionelle Hilfe angezeigt.

Die Frage, wie Studenten in Deutschland den Studienalltag während der Corona-Pandemie erleben, stand im Mittelpunkt einer kürzlich vorgestellten Online-Befragung. Diese wurde von der Universität Hildesheim durchgeführt.

Homeschooling
Die Online-Umfrage wurde von der Universität Hildesheim durchgeführt. - AFP

Auch in dieser Umfrage wurde deutlich, dass die Auswirkungen der Pandemiezeit sich auf das soziale Miteinander deutlich bemerkbar machen. Ausserdem hat das Empfinden seelischer Belastungen zugenommen. Über 91 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen die Gespräche mit den Kommilitonen «etwas oder sehr fehlen».

Gleiches gilt für den Austausch mit den Professoren und Professorinnen sowie Dozenten und Dozentinnen (über 80 Prozent). Und auch das soziale Leben jenseits des Studienalltags wurde von mehr als 72 Prozent etwas oder sehr vermisst.

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