Wegen Kriegs-Kosten: Trump plant längere Iran-Blockade
Im Iran-Krieg zeichnet sich kein schnelles Ende ab. US-Präsident Donald Trump weist seine Berater an, sich auf eine monatelange Seeblockade einzustellen.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Iran schlägt den USA die Öffnung der Strasse von Hormus und ein Kriegsende vor.
- Verhandlungen über das iranische Atomprogramm sollen auf später verschoben werden.
- Laut Berichten ist es unwahrscheinlich, dass die USA auf den Vorschlag eingehen wird.
- Trump soll seine Berater auf eine länger andauernde Seeblockade eingestellt haben.
- Derweil erreicht der US-Benzinpreis den höchsten Stand seit Kriegsbeginn.
Seit Wochen hält der Krieg zwischen den USA und dem Iran die Welt in Atem. Derzeit gilt zwar eine Waffenruhe, aber die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran sind ins Stocken geraten.
Streitpunkt Nummer eins: Die Strasse von Hormus. Die USA blockieren iranische Schiffe und Häfen, der Iran wiederum hält die Meerenge weitgehend dicht.
Einem neuen Vorschlag des Iran – Strasse von Hormus öffnen, Krieg beenden und das heikle Atomprogramm später verhandeln – scheint Trump wenig abgewinnen zu können.
Laut Berichten hat er seine Berater angewiesen, sich auf eine länger andauernde Seeblockade einzustellen. Derweil erreicht der US-Benzinpreis den höchsten Stand seit Kriegsbeginn.
Im Nau.ch-Ticker erfährst du alles rund um den Iran-Krieg:
Israels Marine beginnt Einsatz gegen Gaza-Hilfsflotte
23.30: Die israelische Marine hat nach Medienberichten einen Einsatz gegen die internationale Hilfsflotte für Gaza gestartet. Die «Global Sumud Flotilla» teilte in einen Post auf der Plattform X mit, Schnellboote des israelischen Militärs hätten sich der Flotte genähert.
«Sie richteten Laser und halbautomatische Sturmgewehre auf die Teilnehmer und befahlen ihnen, sich an den Bug der Boote zu begeben und auf Hände und Knie zu gehen», hiess es weiter. «Die Kommunikation der Boote wird gestört, und es wurde ein Notruf (SOS) abgesetzt.»
Trump: König Charles hätte anders auf Iran-Krieg reagiert
21.06: König Charles III. hätte nach Meinung von US-Präsident Donald Trump anders auf den Krieg im Iran reagiert als die britische Regierung. «Wenn es nach ihm ginge, hätte er uns wahrscheinlich in der Iran-Frage geholfen», sagte Trump im Weissen Haus.
Der US-Präsident hatte die britische Regierung um Premier Keir Starmer immer wieder für eine aus seiner Sicht zu zögerliche Reaktion auf den Iran-Krieg kritisiert.

Auch mit Blick auf den Ukraine-Krieg hätte der britische König Trump zufolge eher auf die Anweisungen der USA gehört. Was genau er damit meinte, erläuterte Trump nicht. «Ich finde, er ist ein hervorragender Repräsentant seines Landes. Ich finde, die Menschen im Vereinigten Königreich können stolz auf ihn sein», sagte der US-Präsident.
Ghalibaf: Trump will Iran «von innen heraus schwächen»
20.12: Nach neuen Drohungen von Trump hält Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf dagegen und beschwört in einer Ansprache den Zusammenhalt im Land. Trump wolle mit medialen Hetzkampagnen, Behauptungen über interne Differenzen und wirtschaftlichem Druck den Iran zur Kapitulation nötigen, sagte Ghalibaf in einer im Staatssender Irib übertragenen Audiobotschaft.
Trump plane «das Land von innen heraus zu schwächen» und so einen Zusammenbruch des Systems zu erzwingen, sagte Ghalibaf weiter. Das iranische Volk werde «diese Verschwörung jedoch mit Einheit und Zusammenhalt zunichtemachen».
Drei Tote bei Angriff Israels im Libanon – auch Jugendliche
18.45: Bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon sind nach libanesischen Angaben drei Menschen getötet worden. Es handele sich um zwei Frauen und eine Jugendliche, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut mit. Elf weitere Menschen seien bei dem Angriff in dem Ort Tair Debba östlich der Küstenstadt Tyrus verletzt worden. Die israelische Armee äusserte sich zunächst nicht zu den Berichten.
In libanesischen Medienberichten war die Rede von einer Serie israelischer Angriffe. Nahe der Ortschaft Haris im Südlibanon habe eine israelische Drohne etwa ein Motorrad beschossen, berichtete die libanesische Nachrichtenagentur NNA. Mehrere Menschen seien verletzt worden.
Iran-Krieg kostet die USA 25 Milliarden Dollar
17.20: Der Iran-Krieg hat die Vereinigten Staaten nach Angaben eines hochrangigen Pentagon-Mitarbeiters bislang circa 25 Milliarden US-Dollar gekostet. Dies seien schätzungsweise alle Ausgaben, die seit Beginn der «Operation Epic Fury» (auf Deutsch etwa: «Operation Epische Wut») angefallen seien, sagte Jules W. Hurst III bei einer Anhörung des Repräsentantenhauses. Der grösste Teil des Geldes davon sei für Munition aufgewendet worden.
Hurst kündigte an, dass das Pentagon über das Weisse Haus einen Nachtragshaushalt beantragen werde, «sobald uns eine vollständige Einschätzung der Kosten des Konflikts vorliegt». Dem Nachrichtenportal «Politico» zufolge hatte Hurst zuvor gesagt, dass die erste Woche des Iran-Krieges elf Milliarden Dollar an Kosten verursacht habe.
Trump droht mit längerer Blockade
16.00: US-Präsident Donald Trump soll laut einem Bericht des «Wall Street Journal» seine Berater angewiesen haben, Vorbereitungen für eine mögliche verlängerte Seeblockade des Iran zu treffen. Ziel sei es demnach, die finanziellen Ressourcen des Landes so stark einzuschränken, dass der Iran in der Atomfrage letztlich nachgeben könnte.

Laut dem Bericht bewertet Trump die Aufrechterhaltung einer Blockade als weniger risikoreiche Option im Vergleich zu erneuten Luftangriffen auf iranische Ziele.
Mit Sonnenbrille und Sturmgewehr: Trump droht dem Iran
15.40: Inmitten der stockenden Verhandlungen über eine dauerhafte Lösung im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump martialisch den Druck erhöht.
Der 79-Jährige postete auf seiner Plattform Truth Social ein KI-Bild von sich im schwarzen Anzug, mit Sonnenbrille und Sturmgewehr. Im Hintergrund sind Explosionen in einer kargen Berglandschaft mit Militärbasen zu sehen. In Versalien steht über dem Bild: «No more Mr. Nice Guy» – in etwa: «Jetzt ist Schluss mit lustig».
In den vergangenen Tagen waren nur wenige Informationen über Verhandlungen und Vermittlungsversuche zwischen dem Iran und die USA an die Öffentlichkeit gelangt. Weiterhin gilt eine Waffenruhe. In der Strasse von Hormus belastet eine Art Pattsituation der Kriegsparteien die Weltwirtschaft: Der Iran blockiert die Meerenge weitestgehend, die USA reagieren darauf mit einer Blockade von Schiffen, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.

USA wollen Iran den Geldhahn zudrehen
04.15: Die US-Regierung will verbliebene Lücken bei den Sanktionen gegen den Iran schliessen und verschärft damit auch die Spannungen mit China. Das Finanzministerium in Washington droht Banken und Finanzdienstleistern mit Strafen, sollten sie Geschäfte mit sogenannten Teekannen-Raffinerien in der Volksrepublik machen.
So werden vergleichsweise kleine und unabhängige Anlagen bezeichnet, die Öl aus mit Sanktionen belegten Ländern wie dem Iran billig aufkaufen und zu Benzin verarbeiten. Medienberichten zufolge gehen etwa 90 Prozent der iranischen Ölexporte nach China.
Seine Behörde gehe gegen die internationale Finanzinfrastruktur des Irans vor, gegen den Zugang zu Kryptowährungen, die «Schattenflotte» aus Schiffen mit verschleierter Eigentümerschaft, Netzwerke zur Waffenbeschaffung, die Finanzierung verbündeter Milizen im Nahen Osten und gegen die chinesischen «Teekannen»-Raffinerien, schrieb US-Finanzminister Scott Bessent auf der Plattform X.
Trump bereitet sich auf monatelange Blockade Irans vor
04.00: US-Präsident Donald Trump hat seine Berater angewiesen, sich auf eine länger andauernde Seeblockade iranischer Häfen einzustellen. Das berichtet das «Wall Street Journal» unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Die Entscheidung fiel demnach am Montag im Situation Room des Weissen Hauses.
Die neue Strategie: Statt erneut zu bombardieren oder aus dem Krieg auszusteigen, will Washington Teherans Wirtschaft systematisch erdrosseln. Im Visier stehen die iranischen Ölexporte und der Schiffsverkehr am Persischen Golf.

Laut den zitierten Beamten zeige die Blockade bereits Wirkung: Iran wisse zunehmend nicht mehr, wohin mit dem unverkauften Öl, und reaktiviere stillgelegte Lager. Die volle finanzielle Wucht werde Teheran aber erst in drei bis vier Monaten spüren.
Die Märkte reagierten umgehend. Wie «CNBC» schreibt, kletterte die US-Sorte WTI am Dienstag auf 99.93 Dollar pro Fass, Brent legte auf 111.26 Dollar zu. Trump selbst schrieb auf Truth Social, der Iran verliere wegen der Blockade «500 Millionen Dollar pro Tag».
US-Benzinpreis steigt auf höchsten Stand seit Kriegsbeginn
03.30: Ohne Aussicht auf einen schnellen Frieden im Iran ist der Benzinpreis in den USA auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn gestiegen. Für eine Gallone (3,785 Liter) Benzin mussten Amerikaner am Dienstag im Schnitt 4,18 US-Dollar zahlen.
Dies bestätigte der der Automobilverband AAA auf Anfrage. Auf ähnlich hohem Niveau hatte der Benzinpreis zuletzt vor rund vier Jahren nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gelegen. Zu Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar lag der Wert im Schnitt noch bei 2,98 Dollar. Seither ist der Preis also um rund 40 Prozent gestiegen.
Trump unter Druck
Für die US-Regierung ist der Anstieg ein unbequemes Thema: Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf versprochen, die Energiepreise im Land zu halbieren. Rund ein halbes Jahr vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress ist er davon allerdings weit entfernt.

Nach Darstellung der Regierung handelt es sich zwar nur um einen temporären Anstieg. Wie die US-Energiebehörde EIA mitteilte, könnte es aber selbst nach einer Öffnung der Strasse von Hormus Monate dauern, bis der Schiffsverkehr wieder sein übliches Niveau erreicht.
UN: Schiffsverkehr durch Strasse von Hormus fast zum Erliegen gekommen
02.15: Seit Beginn des Iran-Kriegs vor zwei Monaten ist die Zahl der Schiffe, die die Strasse von Hormus passieren, nach Angaben der Vereinten Nationen um mehr als 95 Prozent zurückgegangen. Dagegen seien die Preise für Lebensmittel-Rohstoffe um sechs Prozent gestiegen, sagte Stéphane Dujarric in New York.
Der Rohölpreis für Europa sei darüber hinaus um 53 Prozent gestiegen, fügte er mit dem Verweis auf ein Online-Dashboard mit, mit dessen Hilfe sich unter anderem die Preisentwicklungen angesichts der blockierten Meerenge am Persischen Golf beobachten lassen.
Libanon verurteilt mutmasslichen israelischen Angriff auf Zivilschützer
01.10: Bei einem mutmasslich israelischen Angriff im Süden des Libanons sind nach offiziellen Angaben drei Mitarbeiter des Zivilschutzes getötet worden.
Sie seien nahe der Küstenstadt Tyrus auf dem Weg zu einem Rettungseinsatz gewesen, schrieb der libanesische Präsident Joseph Aoun auf der Plattform X.
Nach Angaben der libanesischen Streitkräfte wurden zudem zwei Soldaten verletzt. Das israelische Militär äusserte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.
Aoun: «Israel verstösst gegen internationales Recht»
Medienberichten zufolge hatten die israelischen Streitkräfte eine libanesische Militärpatrouille angegriffen, die die Zivilschützer zu einem Rettungseinsatz am Ort einer vorherigen israelischen Attacke begleitete.
Israel verstosse gegen internationales Recht, wenn es Rettungskräfte ins Visier nehme, schrieb Präsident Aoun.
Palästinenser: Tote bei Drohnenangriffen Israels in Gaza
22.30: Mehr als ein halbes Jahr nach Beginn einer Waffenruhe im Krieg zwischen Israel und der Hamas gibt es im Gazastreifen weiterhin Gewalt. Bei israelischen Drohnenangriffen hat es im Laufe des Tages palästinensischen Angaben zufolge drei Tote und mehrere Verletzte gegeben. Aus medizinischen Kreisen vor Ort hiess es, im Süden des Gebiets sei dabei ein neun Jahre alter Junge ums Leben gekommen.

Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes gab es zwei weitere Tote in der Stadt Gaza im Norden des Küstenstreifens. Augenzeugen zufolge feuerte eine israelische Drohne eine Rakete auf ein Fahrzeug, das dadurch in Brand geraten sei.












