Donald Trump wird Irans Vorschlag wohl ausschlagen

Simon Binz
Simon Binz, Keystone-SDA

USA,

Der Iran legt einen neuen Deal auf den Tisch: Strasse von Hormus öffnen und das heikle Atomprogramm später verhandeln. Trump gibt sich kritisch.

Donald Trump
Wie geht es im Iran-Krieg weiter? Die Antwort auf diese Frage weiss nur Donald Trump. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Iran schlägt den USA die Öffnung der Strasse von Hormus und ein Kriegsende vor.
  • Verhandlungen über das iranische Atomprogramm sollen auf später verschoben werden.
  • Laut Berichten ist es unwahrscheinlich, dass Trump auf den Vorschlag eingehen wird.

Seit Wochen hält der Krieg zwischen den USA und dem Iran die Welt in Atem. Am 8. April hatten beide Seiten – vermittelt durch Pakistan – eine zweiwöchige Waffenruhe verkündet.

Doch die Lage bleibt brüchig: Eine erste Verhandlungsrunde in Pakistan endete ergebnislos, eine zweite Runde am 22. April platzte ganz. Streitpunkt Nummer eins: Die Strasse von Hormus. Die USA blockieren iranische Schiffe und Häfen, der Iran wiederum hält die Meerenge weitgehend dicht.

Wie geht der US-Iran-Konflikt aus?

Am 21. April verlängerte US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe – bis ein Vorschlag aus Teheran auf dem Tisch liege. Genau dieser scheint nun zu existieren: Strasse von Hormus öffnen, Krieg beenden – und das heikle Atomprogramm später verhandeln. Laut Berichten scheint Trump dem Vorschlag gegenüber aber eher negativ gestimmt.

Im Nau.ch-Ticker erfährst du alles rund um den Iran-Krieg:

Rubio: Blockade von Hormus wie «wirtschaftliche Atomwaffe»

06.00: Der Iran setzt die Blockade der strategisch wichtigen Strasse von Hormus nach Einschätzung von US-Aussenminister Marco Rubio gezielt als Waffe mit grösstmöglicher Wirkung ein.

«Die Strasse von Hormus ist im Grunde eine wirtschaftliche Atomwaffe, die sie versuchen, gegen die Welt einzusetzen – und sie geben damit an», sagte Rubio in einem Interview des TV-Senders Fox News.

Marco Rubio
US-Aussenminister Marco Rubio spricht während eines Treffens zwischen den Botschaftern Israels und des Libanon im Oval Office des Weißen Hauses. - Keystone

Deshalb dürften die Machthaber in Teheran niemals in den Besitz von Nuklearwaffen gelangen, betonte er. «Stellen sie sich vor, wenn diese Leute Zugriff auf eine Atomwaffe hätten, dann würden sie die ganze Region zur Geisel nehmen», sagte der Aussenminister, der in Personalunion auch Präsident Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater ist.

Rubio wollte sich nicht dazu äussern, wie Trump reagieren wird, falls Teheran auch weiterhin nicht bereit ist, über sein umstrittenes Atomprogramm zu verhandeln.

Medien: Trump skeptisch gegenüber Irans neuem Vorschlag

03.45: Trump sieht Teherans jüngsten Vorschlag für ein Ende des Iran-Kriegs übereinstimmenden Medienberichten zufolge skeptisch. Er habe den Vorschlag zwar nicht direkt abgelehnt, aber er hege Zweifel an der Aufrichtigkeit der iranischen Führung, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die «New York Times» berichtete ebenfalls, Trump sei mit dem Vorschlag nicht zufrieden.

Der Entwurf sieht Medienberichten zufolge eine Öffnung der Strasse von Hormus und ein Ende des Kriegs vor – über das umstrittene iranische Atomprogramm soll dann erst im Anschluss verhandelt werden.

Die USA fordern vom Iran jedoch unter anderem die Herausgabe von hoch angereichertem Uran und den Verzicht auf eine Atombombe. Die Führung in Teheran dementiert Pläne zum Bau von Atomwaffen, besteht aber auf ihrem Recht auf ein ziviles Nuklearprogramm, inklusive des Rechts zur Anreicherung von Uran.

Iran wirft den USA wegen der Seeblockade Piraterie vor

00.47: Angesichts der US-Seeblockade gegen den Iran wirft die Regierung in Teheran den Vereinigten Staaten Piraterie vor. «Dies ist die unverhohlene Legalisierung von Piraterie und bewaffnetem Raub auf hoher See», schrieb der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Ismail Baghai, auf der Plattform X.

Schiff Angriff
Iran wirft den USA wegen der Seeblockade in der Strasse von Hormus Piraterie vor. - X

Das US-Militär hatte zuletzt sanktionierte iranische Öltanker auf hoher See abgefangen. Baghai kritisierte, es handle sich um eine «Rückkehr der Piraten – nur dass sie heute mit staatlich ausgestellten Vollmachten operieren».

Kommentare

User #3725 (nicht angemeldet)

Wenn Trump jetzt nicht einlenkt muss man die USA für die Weltweit entstandenen Schäden aufkommen lassen!

User #3505 (nicht angemeldet)

Es wird keinen Engpass geben Venezuela hat genug teures öl. Trump will das so. Auch die eigenen bürger sind im egal

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