Donald Trump wird Irans Vorschlag wohl ausschlagen
Der Iran legt einen neuen Deal auf den Tisch: Strasse von Hormus öffnen und das heikle Atomprogramm später verhandeln. Trump gibt sich kritisch.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Iran schlägt den USA die Öffnung der Strasse von Hormus und ein Kriegsende vor.
- Verhandlungen über das iranische Atomprogramm sollen auf später verschoben werden.
- Laut Berichten ist es unwahrscheinlich, dass Trump auf den Vorschlag eingehen wird.
Seit Wochen hält der Krieg zwischen den USA und dem Iran die Welt in Atem. Am 8. April hatten beide Seiten – vermittelt durch Pakistan – eine zweiwöchige Waffenruhe verkündet.
Doch die Lage bleibt brüchig: Eine erste Verhandlungsrunde in Pakistan endete ergebnislos, eine zweite Runde am 22. April platzte ganz.
Streitpunkt Nummer eins: Die Strasse von Hormus. Die USA blockieren iranische Schiffe und Häfen, der Iran wiederum hält die Meerenge weitgehend dicht.
Am 21. April verlängerte US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe – bis ein Vorschlag aus Teheran auf dem Tisch liege.
Genau dieser scheint nun zu existieren: Strasse von Hormus öffnen, Krieg beenden – und das heikle Atomprogramm später verhandeln. Laut Berichten scheint Trump dem Vorschlag gegenüber aber eher negativ gestimmt.
Im Nau.ch-Ticker erfährst du alles rund um den Iran-Krieg:
Israels Armee zerstört Hisbollah-Tunnel im Libanon
20.45: Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge am Abend zwei Tunnel der Hisbollah im Südlibanon gesprengt. Libanesischen Einwohnern zufolge war die Erschütterung weit über die Gegend hinaus zu spüren.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem «riesigen Terrortunnel der Hisbollah», der gesprengt worden sei. Die Zeitung «Times of Israel» berichtete, es handle sich um eines der längsten unterirdischen Tunnelsysteme, die das israelische Militär bislang im Libanon entdeckt habe.
Saar: «Israel hat keine territorialen Ambitionen im Libanon»
17.43: Israel hat nach Darstellung seines Aussenministers Gideon Saar «keine territorialen Ambitionen im Libanon». «Unsere Präsenz in den Gebieten an unserer Nordgrenze dient einem einzigen Zweck: dem Schutz unserer Bürger», sagte Saar nach Angaben seines Büros bei einem Treffen mit seinem serbischen Amtskollegen Marko Djuric.
Der rechtsextreme israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte dagegen kürzlich gefordert, der Litani-Fluss im Süden des Libanon müsse Israels neue Grenze zum nördlichen Nachbarland darstellen. Israel hat im Südlibanon eigenen Angaben zufolge eine sogenannte «Sicherheitszone» eingerichtet. Die libanesische Führung spricht dagegen von einer Besatzung ihres Staatsgebiets.
Saar sagte nun weiter, israelische Soldaten zerstörten derzeit im Südlibanon Infrastruktur der Hisbollah-Miliz. Es handle sich dabei um defensive Einsätze. Die israelische Armee darf sich laut der aktuellen Waffenruhe-Vereinbarung gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen, soll aber «offensive» Einsätze gegen Ziele im Libanon unterlassen.

Im Konflikt zwischen der proiranischen Hisbollah und Israel gilt derzeit offiziell eine Waffenruhe. Faktisch kommt es aber fast täglich zu Angriffen beider Seiten.
Israels Armee habe Waffen auch in Schulen und Spitälern im Südlibanon entdeckt, sagte Saar. Auch Privathäuser habe die Hisbollah für ihre Zwecke missbraucht. Israelischen Angaben zufolge sollen alle Häuser in grenznahen Dörfern im Südlibanon zerstört werden.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz begründete dieses äusserst umstrittene Vorhaben kürzlich damit, dass die Hisbollah die Gebäude für ihre Zwecke nutzen soll. Kritiker halten dagegen, dass die systematische Zerstörung ganzer Dörfer Kriegsverbrechen darstellen.
Laut Aussenminister Saar will Israel der Hisbollah die Fähigkeit nehmen, Israel mit ihren Raketen zu bedrohen. Er warf der vom Iran unterstützten Miliz auch vor, sie habe vor dem Krieg geplant, einen ähnlich verheerenden Überfall auf Israel auszuführen wie die Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023. Israel werde diese «Invasionspläne» verhindern.
Bahrain entzieht Iran-Unterstützern die Staatsbürgerschaft
12.57: Der kleine Golfstaat Bahrain hat Dutzenden Menschen wegen mutmasslicher Unterstützung des Irans die Staatsbürgerschaft entzogen.
Die 69 Betroffenen hätten die «feindlichen und abscheulichen Taten des Irans verherrlicht» und ihre «Sympathie dafür» ausgedrückt. Das teilte das bahrainische Innenministerium mit.

Es handle sich um Menschen, die nicht aus Bahrain stammten und die mit «ausländischen Einheiten» zusammengearbeitet hätten. Auch deren Angehörigen sei die Staatsbürgerschaft aberkannt worden.
Bahrain beheimatet unter anderem einen wichtigen US-Marinestützpunkt und geriet im Zuge des Iran-Kriegs unter Beschuss. Die Flugabwehr fing dort Hunderte iranische Drohnen und Raketen ab.
Das Recht auf freie Meinungsäusserung ist in Bahrain wie in den weiteren Golfstaaten stark eingeschränkt.
Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah bröckelt weiter
10.32: Die gegenseitigen Angriffe Israels und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern trotz einer offiziellen Waffenruhe an.
Bei einem israelischen Drohnenangriff nahe der Küstenstadt Tyrus seien zwei Menschen verletzt worden. Das berichtete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Israelische Kampfflugzeuge hätten auch einen weiteren Ort in der Nähe des Litani-Flusses im Süden angegriffen.
Die israelische Armee teilte mit, in zwei Fällen sei eine Abwehrrakete auf ein «verdächtiges Flugobjekt» abgefeuert worden. Am Montag seien zwei israelische Soldaten beim Angriff einer mit Sprengstoff beladenen Drohne im Südlibanon verletzt worden, einer davon schwer.
BP wegen Iran-Krieg mit Mega-Gewinn
08.39: Ölriese BP kann wegen des Iran-Kriegs einen Mega-Gewinn verzeichnen.
Der Öl- und Gaskonzern hat seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Grund dafür sind die wegen des Iran-Kriegs steigenden Öl- und Gaspreise.

In den ersten drei Monaten 2026 hat BP einen Gewinn von 2,366 Milliarden Pfund (umgerechnet 2,519 Milliarden Franken) verzeichnet.
Ein Jahr zuvor hatte sich der Gewinn noch auf 1,021 Milliarden Pfund (umgerechnet 1,087 Milliarden Franken) belaufen.
Rubio: Blockade von Hormus wie «wirtschaftliche Atomwaffe»
06.00: Der Iran setzt die Blockade der Strasse von Hormus als Waffe mit grösstmöglicher Wirkung ein. So schätzt US-Aussenminister Marco Rubio die Situation rund um die Verhandlungen im Iran-Krieg ein.
«Die Strasse von Hormus ist im Grunde eine wirtschaftliche Atomwaffe, die sie versuchen, gegen die Welt einzusetzen. Und sie geben damit an», sagte Rubio in einem Interview des TV-Senders Fox News.

Deshalb dürften die Machthaber in Teheran niemals in den Besitz von Nuklearwaffen gelangen, betonte er.
«Stellen sie sich vor, wenn diese Leute Zugriff auf eine Atomwaffe hätten. Dann würden sie die ganze Region zur Geisel nehmen.» Das sagte der Aussenminister, der in Personalunion auch Präsident Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater ist.
Medien: Trump skeptisch gegenüber Irans neuem Vorschlag
03.45: Trump sieht Teherans jüngsten Vorschlag für ein Ende des Iran-Kriegs übereinstimmenden Medienberichten zufolge skeptisch.
Er habe den Vorschlag zwar nicht direkt abgelehnt, aber er hege Zweifel an der Aufrichtigkeit der iranischen Führung. Das berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Die «New York Times» berichtete ebenfalls, Trump sei mit dem Vorschlag nicht zufrieden.
Der Entwurf sieht Medienberichten zufolge eine Öffnung der Strasse von Hormus und ein Ende des Kriegs vor. Über das umstrittene iranische Atomprogramm soll dann erst im Anschluss verhandelt werden.
Die USA fordern vom Iran jedoch unter anderem die Herausgabe von hoch angereichertem Uran und den Verzicht auf eine Atombombe. Die Führung in Teheran dementiert Pläne zum Bau von Atomwaffen.
Sie besteht aber auf ihrem Recht auf ein ziviles Nuklearprogramm, inklusive des Rechts zur Anreicherung von Uran.
Iran wirft den USA wegen der Seeblockade Piraterie vor
00.47: Angesichts der US-Seeblockade gegen den Iran wirft die Regierung in Teheran den Vereinigten Staaten Piraterie vor.
«Dies ist die unverhohlene Legalisierung von Piraterie und bewaffnetem Raub auf hoher See.» Das schrieb der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Ismail Baghai, auf der Plattform X.

Das US-Militär hatte zuletzt sanktionierte iranische Öltanker auf hoher See abgefangen. Baghai kritisierte, es handle sich um eine «Rückkehr der Piraten – nur dass sie heute mit staatlich ausgestellten Vollmachten operieren».
















