US-Militär fängt Schiff der iranischen «Schattenflotte» ab
Die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA wurde verlängert. Beide Seiten blockieren weiterhin die Strasse von Hormus und drohen sich gegenseitig.

Das Wichtigste in Kürze
- Die geplanten US-Iran-Gespräche platzten, wie es weitergeht, ist unklar.
- Die Waffenruhe gilt für unbestimmte Zeit, die Strasse von Hormus aber bleibt blockiert.
- Die Hisbollah und Israel werfen sich gegenseitig Verstösse gegen die Waffenruhe vor.
Wie es mit der Diplomatie zwischen dem Iran und den USA weitergeht, ist unklar. Am Samstag sagte Donald Trump eine Pakistan-Reise seiner Delegation kurzfristig ab. Niemand wisse, wer in Teheran das Sagen habe, der iranische Vorschlag sei inakzeptabel, so die Begründung.
Derweil blockieren beide Länder weiterhin die für den Ölhandel wichtige Strasse von Hormus. Die USA haben einen mit Sanktionen belegten Tanker beschlagnahmt, die iranischen Revolutionsgarden mehrere Frachter unter Beschuss genommen.
Auch der Libanon und Israel konnten sich auf eine Waffenruhe einigen, die am Donnerstag um drei Wochen verlängert wurde. Die Feuerpause ist aber wackelig, beide Seiten werfen sich Verstösse gegen das Abkommen vor.
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Iranischer Aussenminister wird am Montag in Moskau erwartet
19.17: Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi wird am Montag zu Gesprächen in Moskau erwartet. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte im Gespräch mit den russischen Staatsagenturen, dass sich Präsident Wladimir Putin mit dem iranischen Aussenamtschef treffen wolle. Weitere Details nannte er nicht. Kurz zuvor hatte auch das Aussenministerium in Moskau den bevorstehenden Besuch Araghtschis gemeldet.
Moskau und Teheran sind strategische Verbündete, allerdings ist Russland nicht bereit, den Partner im aktuellen Konflikt mit den USA militärisch zu unterstützen. In erster Linie erhält Teheran diplomatische Rückendeckung aus dem Kreml.

Am Sonntag war Araghtschi für einen Kurzbesuch nach Islamabad gereist, um erneut iranische Bedingungen für eine Beendigung des Krieges an pakistanische Vermittler zu übermitteln, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Unklar ist weiter, wann und ob es eine neue Verhandlungsrunde mit den USA in Pakistan gibt.
Iranischer Aussenminister Araghtschi erneut in Islamabad
18.48: Nur 24 Stunden nach seiner Abreise ist der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi nach Pakistan zurückgekehrt, um dort weitere Gespräche zur Beilegung des Konflikts zwischen dem Iran und den USA zu führen.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim wird Araghtschi der pakistanischen Regierung, die in dem Konflikt vermittelt, die iranischen Bedingungen für eine Beendigung des Krieges übermitteln.
Zu diesen Bedingungen zählen laut Tasnim unter anderem die sofortige Aufhebung der von den USA verhängten Seeblockade sowie die Einführung einer neuen rechtlichen Regelung für die Strasse von Hormus. Zudem fordert Teheran Kriegsentschädigungen und Garantien, dass es zu keiner erneuten militärischen Aggression gegen die Islamische Republik kommen wird. Den Atomstreit hingegen wolle der Iran nicht auf die Verhandlungsagenda setzen, hiess es weiter.

Araghtschi war erst am Samstag aus Islamabad abgereist. Er hatte bei seinem Besuch den pakistanischen Armeechef Asim Munir und Premierminister Shehbaz Sharif getroffen. Auch bei diesen Treffen ging es laut pakistanischen Sicherheitskreisen um einen iranischen Gegenvorschlag in den Verhandlungen mit den USA.
Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs treten aktuell auf der Stelle. US-Präsident Donald Trump hatte eine angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan am Samstag kurzfristig abgesagt – zum zweiten Mal in einer Woche. Er begründete dies auch mit einem inakzeptablen Vorschlag des Irans.
US-Militär fängt Schiff der iranischen «Schattenflotte» ab
03.00: Das US-Militär hat nach eigenen Angaben einen mit Sanktionen belegten Frachter der iranischen «Schattenflotte» abgefangen. Das Schiff sei im Arabischen Meer von einem Helikopter des Zerstörers «USS Pinckney» gestoppt worden und werde zurück in Richtung Iran eskortiert, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit.

Die abgefangene «M/V Sevan» gehört demnach zu den 19 Frachtern, die am Freitag mit Sanktionen des US-Finanzministeriums belegt wurden. Die Sanktionen zielen auf die sogenannte Schattenflotte des Irans ab, die nach US-Angaben von zentraler Bedeutung für Teherans Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport ist.












