Klimabericht: Fast ganz Europa erlebte 2025 Extremwetter
Der Klimawandel zeigt sich in Europa immer deutlicher: Der Kontinent erlebte 2025 unter anderem einen enormen Rückgang der Schnee- und Eisbedeckung, Dürren, Hitzewellen, Waldbrände und Meereserwärmung, vieles davon auf Rekordniveau.

Das fasst der Bericht über den Zustand des Klimas in Europa 2025 von der Weltwetterorganisation WMO und dem EU-Klimawandeldienst Copernicus zusammen.
Die durchschnittliche Temperatur an der Meeresoberfläche sei zum vierten Mal in Folge rekordhoch gewesen, heisst es in dem Bericht. Brände hätten mehr als eine Million Hektar verbrannt, so viel wie nie zuvor. Nie seit Beginn der Aufzeichnungen hätten Deutschland, Spanien, Zypern, Grossbritannien und die Niederlande so hohe Waldbrandemissionen erlebt. 70 Prozent der Flüsse hätten verglichen mit dem langjährigen Mittel weniger Wasser geführt.
Mindestens 95 Prozent des Kontinents hätten überdurchschnittlich hohe Temperaturen erlebt, mit 21 Hitzetagen in Folge in Norwegen, Schweden und Finnland. Im Polarkreis sei es teils mehr als 30 Grad warm gewesen. Die Schneebedeckung lag habe fast ein Drittel unter dem langjährigen Mittel gelegen, das grönländische Eisschild habe 139 Milliarden Tonnen Eis verloren.
Der Kontinent heize sich seit den 1980er Jahren doppelt so schnell auf wie die Welt als Ganzes, sagt WMO-Chefin Celeste Saulo. Für sie ist klar: «Der Rekordanstieg der Treibhausgase bedeutet, dass es in den nächsten Jahren praktisch unmöglich sein wird, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.» Das war ein Ziel der Weltklimakonferenz in Paris. 2024 lag der Wert bereits bei etwa 1,55 Grad über dem vorindustriellen Niveau, 2025 waren es 1,48 Grad. Wichtig seien robuste Klimaschutzmassnahmen, um die Überschreitung so niedrig und so kurz wie möglich zu halten.
Dass die Temperaturen in Europa besonders stark steigen, liegt unter anderem daran, dass sich die atmosphärische Zirkulation geändert hat, sagt Samantha Burgess vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen. Das begünstige im Sommer Hitzewellen. Zudem sei die Luft sauberer geworden. Es gebe weniger kleine Partikel, an denen sich Wolken bilden. So erreiche mehr Sonnenstrahlung die Erdoberfläche.
Darin liege aber auch eine Chance: Die Produktion von klimafreundlicher Solarenergie könne steigen. Wegen der schmelzenden Gletscher und niedrigen Wasserstände werde dagegen langfristig die Erzeugung von Energie aus Wasserkraft leiden. Konsequenzen könne es auch für Atomkraftwerke geben, wenn sie mangels Kühlwasser die Leistung vorübergehend drosseln oder Reaktoren abschalten müssen.
Schliesslich warnen die Experten vor dem Verlust der Artenvielfalt durch den Klimawandel. Es werde in der EU zwar einiges getan. Aber: «Die Fortschritte in Europa müssen beschleunigt werden, damit mehr und bessere Massnahmen zum Schutz der Natur und der biologischen Vielfalt ergriffen werden können», teilen Copernicus und die WMO mit.










