Leere Drohungen: Trump droht im Iran-Krieg ein bitterer Deal
Trotz Waffenruhe bleibt die Lage im Iran-Krieg brandgefährlich. Experten sehen Trump unter Druck – und warnen vor Eskalation oder einem schlechten Abkommen.

Das Wichtigste in Kürze
- Trotz Waffenruhe bleibt der Iran-Krieg politisch und militärisch angespannt.
- Die Revolutionsgarden verschärfen den Konflikt mit Angriffen auf Handelsschiffe.
- Experten sind sich uneins, ob Teheran geschwächt ist oder weiter Druckmittel besitzt.
Im Iran-Krieg bleibt die Lage angespannt, obwohl seit zwei Wochen keine Bomben mehr gefallen sind. Geplante Gespräche in Pakistan kamen nicht zustande, weil der Iran den USA einen Korb gab.
Überraschend: US-Präsident Donald Trump verlängerte daraufhin die Waffenruhe. Obwohl er zuvor mit neuen Angriffen gedroht hatte.
Beobachter sehen darin ein Zeichen, dass Washington den Krieg möglichst rasch beenden will.
Trump setzt auf wirtschaftlichen Druck
Trump weist den Eindruck von Schwäche zurück. Er sagt, die US-Blockade der Strasse von Hormus setze das iranische Regime wirtschaftlich stark unter Druck.
Der Präsident behauptet, dem Iran entgingen dadurch täglich 500 Millionen Dollar, und sagt: «Sie dürsten nach Cash!»
Die Verlängerung der Waffenruhe begründet er mit Streit innerhalb der iranischen Führung. US-Beamte vermuten, dass die Revolutionsgarden verhandlungsbereite Politiker ausgebremst haben.
US-Finanzminister Scott Bessent sieht den Iran ebenfalls in Bedrängnis. Er erklärte, die Öllager auf der Insel Charg seien bald voll. Das Regime müsse dann womöglich selbst seine Förderung drosseln und verliere wichtige Einnahmen.
Die Revolutionsgarden verschärfen den Konflikt
Gleichzeitig verschärften die Revolutionsgarden den Konflikt. Sie beschossen mehrere Handelsschiffe und beschlagnahmten zwei davon. Damit unterstrichen sie, dass sie die Sperrung der Strasse von Hormus ernst meinen.
In der «Bild»-Zeitung bewerten drei Experten die gegenwärtige Situation.
Der britische Historiker Niall Ferguson zieht bereits ein negatives Fazit für die USA. Er erwartet am Ende einen Deal, der schlechter bewertet werde als das Atomabkommen von 2015.
Der Iran sei trotz militärischer Verluste nicht entscheidend geschwächt. Mit der Kontrolle über die Strasse von Hormus habe er weiter ein wirksames Druckmittel.
Experten streiten über Krieg oder Zugeständnisse
Der US-Experte Mark Dubowitz von der «Foundation for the Defense of Democracies» widerspricht. Er hält es für verfrüht, schon von einer Niederlage zu sprechen. Aus seiner Sicht war die Konfrontation ohnehin unvermeidlich.
«Besser jetzt gegen ein geschwächtes Regime vorgehen als später gegen ein atomar bewaffnetes», schreibt er. Er glaubt zudem, dass das Regime in den kommenden Monaten stürzen könnte, wenn der Druck weiter steigt.
Der israelische Militärexperte Danny Citrinowicz vom «Institute for National Security Studies» warnt dagegen vor einem Dauerkrieg. Er sieht nur zwei mögliche Wege: weitere Eskalation oder Zugeständnisse.
«Je früher Washington erkennt, dass Druck allein eine Strategie ohne Ausweg ist, desto besser die Chancen, einen endlosen Konflikt zu vermeiden», so Citrinowicz.


















