Donald Trump - «Irgendwann könnte ein Attentat erfolgreich sein»
Ein Schütze versuchte, Donald Trump umzubringen. Es ist bereits der vierte Versuch seit 2024. Laut einem Experten gibt es «definitiv» Nachahmungstaten.
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Das Wichtigste in Kürze
- Am Wochenende gab es einen Attentats-Versuch auf US-Präsident Donald Trump.
- Es ist bereits der vierte gescheiterte Versuch seit 2024.
- Ein Terror-Experte rechnet mit weiteren Nachahmungstaten.
- Und er warnt: «Irgendwann könnte ein Attentat erfolgreich sein.»
Am Wochenende ist es zu einem weiteren Attentats-Versuch auf US-Präsident Donald Trump gekommen. Ein bewaffneter Mann, der 31-jährige Cole Tomas Allen, stürmte das Korrespondenten-Dinner, an dem eine hochrangige Regierungsdelegation teilnahm.
Sicherheitskräfte überwältigten den Mann nach mehreren Schüssen. Laut US-Regierung wollte der mutmassliche Täter Trump und weitere Mitglieder in der Trump-Regierung töten. Dank des Einsatzes des Secret Service wurde aber niemand verletzt.
In den Schriften des Schützen heisst es mit indirektem Bezug auf den US-Präsidenten: «Ich bin nicht länger bereit, zuzulassen, dass ein Pädophiler, Vergewaltiger und Verräter meine Hände mit seinen Verbrechen befleckt.»
«Historisch einzigartige Häufung»
Für den Terror- und Extremismusexperten Nicolas Stockhammer ist klar: «Die mehrfachen Attentatsversuche auf Donald Trump sind historisch einzigartig in ihrer Häufung.» Das sagt er auf Anfrage von Nau.ch.
Die Schüsse beim Trump-Dinner am Wochenende sind nämlich bereits der vierte vergleichbare Vorfall seit 2024.
Der wohl bekannteste: Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Juli 2024 schoss der 20-jährige Täter Thomas Matthew Crooks auf den Präsidenten. Trump überlebte das Attentat, wurde aber am Ohr verletzt. Der Täter wurde erschossen.
Zwei weitere Attentatsversuche, im September 2024 auf dem Golfplatz in Florida und im Februar 2026 in Mar-a-Lago, wurden verhindert. Der Vorfall am Korrespondenten-Dinner ist nun der vierte Versuch.
Trump wird dabei tatsächlich öfter zur Zielscheibe als seine Vorgänger im Oval Office. «Vor Trump gab es seit 1789 offiziellen Angaben zufolge nur 15 dokumentierte Angriffe», verweist Stockhammer.
«Hassfigur» Donald Trump gerät ins Visier von Extremisten
Warum aber steht Donald Trump besonders im Visier von Attentätern?
Der Experte verweist auf «eine nie dagewesene Polarisierung in den USA aufgrund der umstrittenen Politik Trumps». Verstärkt werde diese durch Social Media. Hinzu komme die einfache Waffenverfügbarkeit in den USA.
Stockhammer hält fest: «Die versuchten Attentäter sind meist selbstradikalisierte Attentäter: ein Produkt von virtuellen Echokammern, psychologisch unsichere Individuen, die aus Frust handeln.»

Die gestiegene Anzahl an Attentats-Versuchen suggeriere ein «gestiegenes Bedrohungspotenzial», sagt er.
«Die Beliebtheitswerte des US-Präsidenten sind auf einem Allzeit-Tief. In extremen Kreisen ist Trump eine Hassfigur, die für einige wenige auch ein attraktives Ziel für ein mögliches Attentat darstellt.»
Für ihn ist klar: «Mit Sicherheit lebt Trump gefährlicher als die meisten seiner Vorgänger. Vielleicht mit Ausnahme von JFK, der ja höchstwahrscheinlich einem politischen Komplott zum Opfer fiel.»
John F. Kennedy, abgekürzt JFK, war der 35. Präsident der USA. Er war der vierte Präsident, der im Amt ermordet wurde.
«Irgendwann könnte Attentat erfolgreich sein»
Es seien daher «definitiv» Nachahmungstaten zu erwarten, warnt der Experte.
«Nach meiner Beurteilung wird die Taktfrequenz in Bezug auf mögliche künftige Attentatsversuche gegen Trump weiterhin hoch bleiben. Solange keine nachweisbare Politikänderung oder rhetorische Deeskalation in Sicht ist.»
Und Stockhammer warnt: «Es ist nicht auszuschliessen, dass irgendwann ein solches Attentat erfolgreich sein könnte.»
Donald Trump bezeichnete den mutmasslichen Schützen Cole Tomas Allen als «extrem kranke Person» und als «Möchtegern-Mörder».

Dennoch schlug er auch ungewöhnlich versöhnliche Töne an. «Wir müssen unsere Differenzen beilegen», sagte der Republikaner.
Dass am Korrespondenten-Dinner Republikaner und Demokraten zusammenkamen, bezeichnete er als «sehr schöne Sache». «Es gab eine Menge Liebe und Zusammenhalt.»
Donald Trump «aus Selbstschutz» versöhnlich
Zur Erinnerung: Nach dem erfolgreichen Attentat auf den rechten Influencer Charlie Kirk (†31) im vergangenen Jahr zeigte sich Trump unversöhnlich. «Ich hasse meine Gegner und wünsche ihnen nicht das Beste», sagte er damals.

Wie ist die aktuelle rhetorische Deeskalation zu erklären? «Wahrscheinlich aus Eigeninteresse und Selbstschutz», vermutet Nicolas Stockhammer.
«Ausserdem stehen grössere politische Entscheidungen im Raum.» Etwa in der Ukraine, in Gaza und dem Iran. Und diese benötigten «einen breiteren politischen Konsens und Kompromisse», so Stockhammer.
Das genaue Motiv des versuchten Attentats am Wochenende ist noch nicht abschliessend ermittelt. Ermittlungen laufen, der Verdächtige soll einem Gericht vorgeführt werden.
























