Donald Trump: Werden die Files dem Präsidenten doch noch gefährlich?
Im Zusammenhang mit den Epstein-Files steht US-Präsident Donald Trump weiter im Fokus. Er bestreitet, von den Taten gewusst zu haben. Doch was, wenn er lügt?

Das Wichtigste in Kürze
- Donald Trump bestreitet, von den Taten des Sexualstraftäters Epstein gewusst zu haben.
- Sollte sich herausstellen, dass der US-Präsident lügt, könnte das erhebliche Folgen haben.
- Ohnehin bröckelt das Vertrauen der Anhänger in den Republikaner seit Wochen.
US-Präsident Donald Trump bestreitet weiterhin, über die Taten des mittlerweile verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein Bescheid gewusst zu haben. Und das, obwohl sein Name in den sogenannten Epstein-Dokumenten mehr als 4000 Mal auftaucht.
Den Akten zufolge soll sich Donald Trump jedoch bereits vor Jahren bei der Polizei über Epstein beschwert haben.
Nach Bekanntwerden der Ermittlungen gegen Epstein hat er bei der Polizei in Palm Beach angerufen. Das geht aus einem Vernehmungsprotokoll der US-Ermittlungsbehörde FBI mit einem Polizisten hervor.
«Gott sei Dank stoppen Sie ihn»
Der US-Präsident habe demnach erklärt, dass «man in New York wisse, dass Epstein widerlich sei».
«Gott sei Dank stoppen Sie ihn, jeder wusste schon lange, dass er so etwas macht.» Das soll er damals gegenüber einem Mitarbeiter der örtlichen Polizei gesagt haben.
Das Dokument ist auf Mitte Oktober 2019 datiert. Wann das Gespräch genau stattfand, ist jedoch unklar.
Epstein starb im August 2019 in Haft.
Kaum Konsequenzen für Donald Trump?
Trotzdem gerät das Image des Republikaners zunehmend ins Wanken. Selbst in den eigenen Reihen wächst der Zweifel. Welche Folgen hätte es, wenn sich herausstellen sollte, dass Donald Trump gelogen hat und doch wusste, was Epstein tat?
US-Experte Sascha Lohmann von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin sieht für Trump durchaus politische Risiken.
«In einer Anhörung vor dem Kongress am Mittwoch musste Justizministerin Bondi Behördenfehler im Umgang mit Schwärzungen in den Unterlagen einräumen.»

Sollten diese nun korrigiert werden, könnten weitere Namen aus Trumps Umfeld öffentlich werden. «Damit steigt das Risiko, dass der Präsident immer grössere Teile seiner Unterstützungsbasis verlieren könnte», sagt Lohmann gegenüber Nau.ch.
Besonders heikel sei dabei das Misstrauen vieler Trump-Anhänger gegenüber der politischen Elite. Davon habe der Präsident bislang stark profitiert.
Wahrheitsgehalt von Trumps Aussagen kann «nicht valide überprüft» werden
Sollten sich nun zuvor als Verschwörungserzählungen abgetane Verdachtsmomente teilweise bewahrheiten, könne die Wirkung daraus nicht unterschätzt werden.
Vor allem dann, wenn es um die «Beteiligung führender Persönlichkeiten an Sexualstraftaten mit Minderjährigen» gehe, so Der Experte.
Zudem könne der Wahrheitsgehalt von Trumps Aussagen auf Grundlage der bisherigen Teilveröffentlichung der Epstein-Unterlagen «nicht valide überprüft» werden.
Das Ausmass der Straftaten und die Zahl der verstrickten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Akteure berge erhebliche Folgen, erklärt Lohmann.
Nicht nur das Vertrauen in das US-Regierungssystem und die Justiz könne erschüttert werden, sondern auch jenes in die Demokratie.
Experte: «Trump ist im Amt immun»
Der US-Experte Thomas Greven von der Freien Universität Berlin sieht das anders. Würden sich Trumps Aussagen als Lüge herausstellen, habe das für den Republikaner keine Folgen.
Sowohl rechtlich als auch politisch. «Donald Trump ist im Amt immun», sagt Greven gegenüber Nau.ch.
Ganz ohne Risiken sei die Affäre jedoch nicht. «Die Republikaner müssen befürchten, die Zwischenwahlen zu verlieren», so Greven.
Bröckelnde Unterstützung
Generell dürfte Trumps Wählerschaft schrumpfen. Selbst viele seiner stark rechtsorientierten Anhänger zeigten sich zunehmend unzufrieden mit der Regierung.
Dennoch würden einige seiner Unterstützer an seiner Ideologie festhalten. «Umfragen deuten darauf hin, dass die eingefleischtesten Trump-Wähler unter den MAGA-Anhängern das Interesse an den Epstein-Akten verlieren», sagt Greven.

Trump selbst hatte die Ermittlungen zuletzt als «boring stuff», also langweilige Sache, bezeichnet. Dennoch sei inzwischen eine klare Mehrheit der Amerikaner unzufrieden mit ihm, so der Experte. «Auch viele seiner Wähler von 2024.»
Den 79-Jährigen dürfte das kaum kümmern. «Er ist gewählt und hält sich ohnehin jenseits jeder Realität für den besten und beliebtesten Präsidenten aller Zeiten», schlussfolgert Greven.



















