Diese sechs Namen wurden in Epstein-Dokumenten geschwärzt

Sina Barnert
Sina Barnert

USA,

In den Epstein-Akten wurden etliche Namen geschwärzt. Nun berichten US-Abgeordnete: Bei einigen Namen gab es offenbar gar keinen Grund dazu.

Epstein Schwärzungen
Sechs in den Epstein-Akten «unnötig» geschwärzte Namen wurden veröffentlicht. Darunter Sultan Ahmed bin Sulayem (l.) und Victoria's-Secret-Gründer Leslie «Lee» Wexner (r.). - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen der Epstein-Akten kommen immer mehr Verstrickungen rund um den Fall ans Licht.
  • Nur: Viele Akten-Passagen sind geschwärzt. Teils «unnötig», kritisieren US-Abgeordnete.
  • Nun wurden sechs geschwärzte Namen aus den Akten publik gemacht.

Seit Wochen kommen dank der Epstein-Akten neue Erkenntnisse rund um den Fall des mittlerweile verstorbenen Sexualstraftäters ans Licht.

In den Millionen Akten, die für jedermann online einsehbar sind, ist jedoch nicht alles klar. Etliche Namen und Textpassagen wurden in den Akten geschwärzt. Warum das so ist, ist zuweilen unklar.

Nun hatten US-Abgeordnete für ein paar Stunden die Möglichkeit, die ungeschwärzten Akten einzusehen. Das Fazit: «Es gab unzählige völlig unnötige Schwärzungen.»

Selbst Republikaner zeigten sich ob der Schwärzungen kritisch. So beispielsweise der Abgeordnete Thomas Massie. Laut ihm gehörten zu den «unnötigen» Schwärzungen auch die Namen von sechs Männern.

Welche Namen das sind, gab nun der demokratische Abgeordnete Ro Khanna bekannt, wie der «Guardian» schreibt. Er hatte die ungeschwärzten Epstein-Akten zusammen mit Thomas Massie eingesehen.

Ist Modegigant Wexner ein Epstein-Mitverschwörer?

Unter ihnen ist der milliardenschwere Mode-Magnat Leslie «Lee» Wexner. Ihm gehören unter anderem die Modelabel Victoria's Secret und Abercrombie & Fitch.

Wexner soll jahrelang finanzielle Beziehungen zu Jeffrey Epstein unterhalten haben. Und habe Epstein «Glaubwürdigkeit und Referenzen» verliehen, was dem Sexualstraftäter genützt habe.

Zwar war seine Beziehung zu Epstein längst bekannt. Neu ist aber, dass er vom FBI offenbar als Mitverschwörer des Sexualstraftäters eingestuft wurde. Dies, obwohl er nicht strafrechtlich verfolgt wird.

«Ich habe das Foltervideo geliebt»

Ebenfalls in den Akten zu finden ist Sultan Ahmed bin Sulayem, ein in Dubai ansässiger Geschäftsmann. Er leitet das multinationale Logistikunternehmen «DP World» und ist der Bruder von FIA-Chef Mohammed Ben Sulayem (der internationale Motorsportverband).

Sultan Ahmed bin Sulayem
Der Name von Sultan Ahmed bin Sulayem wurde in den Epstein-Akten geschwärzt. - keystone

In den Akten taucht der Name von Sulayem in Zusammenhang mit einer Mail Epsteins auf. In dieser schreibt Epstein an Sulayem: «Ich habe das Foltervideo geliebt.»

Aufgetaucht ist auch der Name von Nicola Caputo, einem italienischen Politiker. Er sass von 2014 bis 2019 für Italien im EU-Parlament.

Ebenso wie die Namen Salvatore Nuara, Zurab Mikeladze und Leonic Leonov. Was sie mit Epstein verband und wer sie sind, ist aktuell noch unklar.

Justizministerium räumt Fehler ein

Nebst der Namen erklärte der demokratische Abgeordnete Ro Khanna in seiner Rede: «Wenn wir in zwei Stunden sechs Männer gefunden haben, die sich versteckt haben. Stellen Sie sich vor, wie viele Männer in diesen drei Millionen Akten vertuscht werden.»

Wird es im Epstein-Fall noch zu Anklagen kommen?

Als er und der republikanische Abgeordnete Thomas Massie das Justizministerium auf die Schwärzungen aufmerksam gemacht hätten, hätte dieses Fehler eingeräumt.

Doch: Ein Grossteil der Akten sei weiterhin geschwärzt, so Khanna.

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