Jeffrey Epstein: Wurde sein Tod einen Tag zu früh vermeldet?
Erneut wirft ein Dokument weitere Fragen zum Ableben von Jeffrey Epstein auf. Offenbar hatte der Staatsanwalt dessen Tod bereits einen Tag zuvor bestätigt.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Dokument aus den Epstein-Files nennt den 9. August 2019 als seinen Todestag.
- Laut offizieller Version wurde Epstein aber erst am 10. August tot aufgefunden.
- Pannen, Videoausfälle und die neue veröffentlichten Akten nähren weiter Zweifel am Ablauf.
Ein neu aufgetauchtes Dokument aus den sogenannten Epstein-Files wirft erneut Fragen zum Tod von Jeffrey Epstein (†66) auf. Demnach könnte das Ableben des verurteilten Sexualstraftäters bereits einen Tag vor dem offiziell angegebenen Zeitpunkt bestätigt worden sein.
Das betroffene Dokument hat den Briefkopf der Bundesstaatsanwaltschaft des Southern District of New York. Zu lesen ist, dass der damals zuständige Staatsanwalt erklärt: Epstein sei «heute Morgen» leblos in seiner Zelle aufgefunden und kurz darauf für Tot erklärt worden.
Weiter heisst es in dem Statement, die Ereignisse seien «verstörend». Man sei sich bewusst, dass Epsteins Tod für seine zahlreichen Opfer «eine weitere Hürde» darstelle. Zugleich versicherte der Staatsanwalt, man stehe weiterhin an der Seite der betroffenen Frauen. An den Ermittlungen würde festgehalten werden.
Datum des Dokuments gibt zu reden
Brisant ist das Datum des Dokuments: Der 9. August 2019. Nach offizieller Darstellung wurde Jeffrey Epstein jedoch erst am Morgen des 10. August tot in seiner Zelle entdeckt.
Laut der offiziellen Version fand ein Wärter den inhaftierten Sexualstraftäter kurz nach 6.30 Uhr am Samstagmorgen regungslos vor. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos, später wurde sein Tod festgestellt und als Suizid bewertet.

Handelt es sich bei dem vorab datierten Schreiben also um einen Entwurf oder um einen Fehler? Es gibt einige Fragen, die derzeit unbeantwortet bleiben.
Eine spezifische Erklärung zu dem offiziellen Dokument liegt nicht vor. Das US-Justizministerium äusserte sich bislang nur allgemein zu den Aktenveröffentlichungen.
Fragen über Fragen zum Tod von Jeffrey Epstein
Der neue Fund reiht sich ein in eine lange Serie von Pannen rund um Epsteins Todesnacht. Bereits frühere Untersuchungen zeigten gravierende Mängel im Gefängnisbetrieb. Kontrollgänge wurden nicht wie vorgeschrieben durchgeführt, das Wachpersonal war übermüdet und unterbesetzt.
Auch mehrere Überwachungskameras in der Nähe von Epsteins Zelle funktionierten an dem Tag nicht. Weiter war Jeffrey Epstein entgegen den Regeln allein untergebracht.

Ein Bericht des Generalinspektors sprach später von «schweren und systematischen Versäumnissen». Zusätzliche Brisanz erhält der Fall durch weitere Unterlagen aus den Epstein-Files. Ermittler hielten es demnach für möglich, dass sich in der Todesnacht jemand dem Zellenbereich näherte.
Auf Überwachungsvideos soll um 22.39 Uhr ein «oranger Farbfleck» zu sehen sein, der sich über eine Treppe in Richtung von Epsteins Stockwerk bewegte. Laut neu veröffentlichten FBI-Einschätzungen könnte es sich dabei um einen anderen Häftling gehandelt haben.
Bis heute fehlt ein offiziell festgelegter Todeszeitpunkt
Der Generalinspektor wies jedoch darauf hin, dass sich die Insassen zu diesem Zeitpunkt eigentlich im Lockdown befanden. Alternativ könnte die Bewegung mit dem Transport von Wäsche oder Bettzeug erklärt werden. Fest steht: Zwei Kameras vor Epsteins Zelle lieferten in jener Nacht kein Bildmaterial.

Medienberichte über bearbeitetes Videomaterial mit zeitlichen Lücken und nachträglichen Änderungen nähren seither Zweifel. Offiziell wurde dies mit einem nächtlichen System-Reset erklärt. Bis heute fehlt deshalb ein offiziell festgelegter Todeszeitpunkt für Jeffrey Epstein.
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